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Das umgekrempelte Stadtmuseum lädt zur Premiere

Premieren gibt es nicht nur im Theater oder im Kino, sondern zum ersten Mal auch in einem Museum. Und dabei wird sogar für die exklusiven Gäste der rote Teppich ausgerollt. Zur Premiere lädt am Sonntag, 11. Juli, das Stadtmuseum ein, und die exklusiven Gäste sind die Geraer Einwohner. In der Zeit von 13 bis 18 Uhr können sie das Haus in seinem jungfräulichen Zustand besichtigen.
Dazu gibt es ein Programm, das von Musik über Artistik bis zu Kinderspielen reicht. "Immer wieder haben uns Bürger gefragt, ob sie denn das Stadtmuseum nicht einmal im Rohzustand besichtigen können", begründete die stellvertretende Leiterin Ute Heckmann die Premierenfeier. Während der Bauarbeiten sei das wirklich nicht gegangen, meinte sie, aber jetzt, wo das Gebäude bauseitig fertiggestellt ist (Übergabe ist am Freitag, 9. Juli) und bevor die ersten Stücke für die Innengestaltung gestellt werden, sei eine gute Gelegenheit. "Wir haben ja das Haus vom Keller bis zum Boden auf den Kopf gestellt und alles umgekrempelt", macht sie auf den Besuch neugierig.
Zwar sind die Räume leer und die Wände noch kahl und nackt, in den Köpfen der Museumsmitarbeiter aber gibt es schon längst einen Plan über zukünftige Ausstellungen, und in Gedanken haben sie schon eingeräumt. Ute Heckmann freut sich, dass jetzt eine größere Ausstellungsfläche zur Verfügung steht. Sie ist von knapp 700 auf 1000 Quadratmeter angewachsen. Allein das Foyer hat eine Fläche von 90 Quadratmeter. Das neue Konzept sieht zwar auch eine Dauerausstellung zur Stadtgeschichte Geras vor, aber neu ist, dass bestimmte Ereignisse oder Aspekte in Themenausstellungen vertieft werden können. "Das soll neue Blickwinkel eröffnen und neue Besucher in das Museum locken", hofft Ute Heckmann. Die erste Themenausstellung wird sich unter dem Titel "Strom auf" mit Aspekten der Moderne von 1900 bis 1930 in Gera befassen.
Dabei geht es um die Blütezeit von Kunst, Kultur und Wirtschaft. Diese Ausstellung, mit der das Haus im März/April 2005 eröffnet wird, entsteht gemeinsam mit der Kunstsammlung Gera. "Wir hoffen, damit die Seele der Geraer zu treffen", bekräftigt die Museologin die Idee. Textilgeschichte, Kinder in Gera oder Sportgeschichte könnten weitere Themen sein, überlegt sie.
Natürlich soll es auch wieder Sonderausstellungen geben, die je nach Thema auf größerer oder kleinerer Fläche oder sogar zwei zur gleichen Zeit, möglich sind.
Kulturdirektor Dr. Rüdiger Wiese ist vom neuen Stadtmuseum sehr angetan. Er sieht das Museum als Podium für die aktuelle Kulturgeschichte. Trotz historischer Bausubstanz sei es ein ganz anderes Haus geworden, das seinesgleichen in Deutschland sucht. Auf die erste Ausstellung sei er sehr gespannt, sagte er und dankte auch Dr. Ulrike Lorenz, die an den Vorarbeiten stark beteiligt war.
An der neuen Dauerausstellung, an der ebenfalls ständig gearbeitet wird, ist ein Gestaltungskollektiv mit Experten, zum Beispiel vom Historischen Institut der Universität Jena, beteiligt. Von ihm wird der Bereich Nationalsozialismus und die Geschichte der DDR übernommen. Die Dauerausstellung wird pünktlich zur Bundesgartenschau 2007 zu besichtigen sein.

( Helga Schubert, 09.07.2004 )

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