Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Von Zwötzener Wendeschleife fast in die ganze Welt

Von der Straßenbahn-Haltestelle Gera-Zwötzen aus geht es jetzt in die ganze Welt, denn seit ein paar Tagen teilen sich Bus, Straßenbahn und Zug an der Wendeschleife Bahnhof Zwötzen einen Bahnsteig. Noch halten nur die Regionalzüge von und nach Saalfeld und Mehlteuer, aber mit dem Fahrplanwechsel sollen auch alle zwei Stunden die Expresszüge in Richtung Saalfeld mit Anschluss nach München Halt machen, freute sich der Geschäftsführer der Geraer Verkehrsbetrieb GmbH, Dr. Norbert Vornehm, zur Einweihung des Komplexes. "Zwötzen ist der erste von drei Bahnhöfen in Gera, an dem alle öffentlichen Verkehrsmittel miteinander verknüpft sind".
Am Bahnhof Zwötzen wurden 465 Meter Gleis verlegt und 2400 Quadratmeter Straße neu gebaut. Der Radius der Wendeschleife beträgt 25 Meter, zählte Dr. Vornehm auf. Aber er verwies auch darauf, dass das Areal von sechs neu gepflanzten Bäumen, darunter drei Esskastanien, umsäumt wird. Dadurch, dass mit der neuen Wendeschleife die Strecke der Straßenbahnlinie 2 um 800 Meter verkürzt wird, verkehrt sie nun im 20-Minuten-Takt. Sechsmal in einer Stunde hält ein Bus der Linie 15 oder 25, so dass ab Haltestelle Zwötzener Wendeschleife alle paar Minuten eine Fahrtmöglichkeit besteht.
Finanziert wurde das Projekt über das Stadtbahnprogramm, das 60 Prozent durch den Bund und zu 25 Prozent durch das Land gefördert wird. Für den GVB fielen Kosten in Höhe von 1,15 Millionen Euro an.
Oberbürgermeister Ralf Rauch nannte die Verzweigung einen riesigen Fortschritt. Es sei ein einmaliges Projekt in Thüringen und bestätige die Berechtigung, die Straßenbahntrasse auszubauen.
"Wir schauen über Jahrzehnte in die Zukunft", schätzte er ein. Es sei das Ziel, die Attraktivität des Nahverkehrs zu erhöhen und die verschiedenen öffentlichen Verkehrsmittel sinnvoll zu verknüpfen. Noch bis zur Bundesgartenschau werden Busse, Bahnen und Züge auch am Hauptbahnhof und am Südbahnhof zusammenrücken.
"Wenn alle an einem Strick ziehen, kommt auch was dabei heraus", äußerte sich Bahnhofsmanager der Deutschen Bahn AG, Gerd Tucholka, begeistert über das gelungene Werk. Die Stadt, GVB und die Deutsche Bahn hätten super zusammengearbeitet, so dass alles reibungslos geklappt hat. "Wir haben Verkehrsgeschichte ge-schrieben". Er versprach, sich zum Fahrplanwechsel noch einmal mit allen Beteiligten an einen Tisch zu setzen, um die Fahrpläne abzustimmen, damit beim Umsteigen wenig Wartezeiten entstehen.
Die Deutsche Bahn hatte bereits im Jahr 2000 ihre Seite des Bahnsteiges neu gebaut, mit moderner Beleuchtung, Infotafeln und Vitrinen ausgestattet. Jetzt hat sie noch Park+Ride-Plätze und Radabstellplätze angelegt. Der GVB hat mit den Arbeiten am Zwötzener Bahnhof im September vergangenen Jahres begonnen und auch die unterirdischen Leitungen gründlich erneuert. Die alte Wendeschleife wird aufgegeben und die Gleise entfernt sobald die Straße erneuert wird. Zu beachten ist, dass an der Einmündung Ruckdeschel/Aalichtstraße Straßenbahn und Busse vorfahrtsberechtigt sind.

( Helga Schubert, 25.06.2004 )

zurück