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Meisterhaft auf der Scheibe gedreht und geformt

Das Gestalten mit Ton, die schöpferische Idee, den grauen Klumpen mit Hand und auf der Töpferscheibe zu einem Gefäß oder einer Figur zu formen, verlangt neben dem Handwerk vor allem Kreativität und künstlerische Intuition, dennoch haben es die Keramiker noch immer schwer in die Reihen der bildenden Kunst aufzusteigen. Dabei hat das keramische Schaffen in Deutschland durchaus etwas vorzuweisen. Und das ist nicht zuletzt der "Gruppe 83" zu verdanken, die sich vor 20 Jahren gründete. Sie setzte sich aus renommierten deutschen Keramikern zusammen hatte und sich das Ziel gesetzt, der zeitgenössischen bundesdeutschen Keramik jene internationale Wertschätzung und Bedeutung zu verschaffen, die ihr auf Grund ihres künstlerischen und gestalterischen Ranges längst gebührte. Aus Anlass des Jubiläums stellt das Museum für Angewandte Kunst (MAK) in Gera eine repräsentative Ausstellung der "Gruppe 83" vor. Erstmals sind Arbeiten aller 32 Mitglieder, von denen einige bereits verstorben sind, dieser künstlerischen Vereinigung zu sehen. "Wir sind dem Haus sehr dankbar, dass wir hier ausstellen dürfen. Hätte Herr Jakobson nicht den Anstoß gegeben, hätte es auch keine neue Ausstellung der Gruppe 83 gegeben", ließ Prof. Volker Ellwanger, dessen Arbeiten im MAK bereits in einer Personalausstellung zu seinem 60. Geburtstag vor zehn Jahren zu sehen waren, durchblicken. Kein Museum in Deutschland habe sich den Aufwand zugetraut. Als sich vor 20 Jahren die "Gruppe 83" etablierte, war neben dem hohen künstlerischen Niveau auch die Mitgliedschaft in der Internationalen Akademie der Keramik in Genf, einer Organisation weltweit anerkannter Künstler und Keramiker, Voraussetzung für die Aufnahme. Wie Gründungsmitglied Antje Brüggemann-Breckwoldt - ihre Arbeiten sind in der Schau zu bewundern - , erzählte, waren auch Nachwuchsförderung und Organisation von Ausstellungen im Ausland die Ziele. "Wir fühlten uns für die deutsche Keramik zuständig", bekannte sie. Die erste Ausstellung fand in Seoul (Südkorea) statt, weitere folgten u.a. in Österreich, Schweden und Tschechien. 1988 stellte die "Gruppe 83" erstmals in der DDR aus. Arbeiten von ihr waren in Erfurt zu sehen. Zu der Vereinigung gehörten so große Namen wie Ursula und Karl Scheid, Otto Meier, Beate Kuhn, Volker Ellwanger, Vera und Fritz Vehring, Antje Brüggemann-Breckwoldt, Wendelin Stahl, Gerhard und Gotlind Weigel, Johannes und Christa Gebhardt sowie die beiden einzigen ostdeutschen Gestalter, die sogar aus Ostthüringen stammten, nämlich Mario Enke und Karl Jüttner. In der Geraer Schau, die bis zum 23. November zu sehen ist, werden etwa 180 Exponate gezeigt. Gleich zu Beginn fällt eine mächtige Bodenvase auf. Sie stammt von Wendelin Stahl, meisterhaft auf der Scheibe gedreht und glasiert. Strenge mit geometrischem Dekor versehene Formen sind von Ursula und Karl Scheid zu sehen, die zu den berühmtesten deutschen Gegenwartskeramikern zählen. Gebaute Gefäße mit raffinierten Oberflächengestaltungen von Antje Brüggemann-Breckwoldt sind ebenso zu bewundern wie Zylindergefäße von Karl Friedrich Korden, die wie technische Produkte anmuten. Eindrucksvolle und ungewöhnliche Skulpturen steuern Dieter Crumbiegel oder Vera und Fritz Vehring bei. Jedes der Exponate spricht eine eigene individuelle Sprache und verdeutlicht, dass trotz des Zusammenschlusses der "Gruppe 83" nie ein Gruppenstil entstanden ist. Die "Gruppe 83" gibt es heute in dieser Form nicht mehr, die Künstler arbeiten in einer losen Vereinigung zusammen. Zur Ausstellung "Gruppe 83 - Keramik aus Deutschland" ist ein umfassender Buchkatalog erschienen, der während der Dauer der Schau zu einem Vorzugspreis erhältlich ist.

( Helga Schubert, 10.10.2003 )

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