Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Nächtlicher Streifzug durch Geras Museenlandschaft

Wenn das Licht ausgeht, und die Dunkelheit einzieht, wenn Besucher undauch die Mitarbeiter die Tür hinter sich schließen, entwickeln die Museen ihr Eigenleben. Ausgestopftes wird lebendig, es knistert und raschelt, die Gemälde erzählen sich ihre Geschichte, und in den unterirdischen Höhlern spukt es sowieso. Sie glauben es nicht? Dann begeben Sie sich doch auf den nächtlichen Streifzug durch die Geraer Museen. Gelegenheit dazu bietet die Museumsnacht am 6. September. Sie wird bereits zum fünften Mal durchgeführt, und erfreut sich immergrößerer Beliebtheit. Mittlerweile werden in vielen Städten Museumsnächte durchgeführt, doch Gera war eigentlich der Vorreiter, "mit umwerfendem öffentlichkeitserfolg", wie die Direktorin der Kunstsammlung Gera Dr. Ulrike Lorenz feststellte. Es sei eben etwas Anderes, wenn sich die Besucher über die Arbeit in den einzelnen Häuser in geballter Form und in lockerer Art und Weise informieren können, ist sie sich sicher. Neben den Ausstellungen, die natürlich besichtigt werden können, haben sich die Mitarbeiter so viel Außergewöhnliches, Skurriles, aber auch Interessantes und Vergnügliches ausgedacht, dass das nur einmal im Jahr passieren kann und diese Nacht zu etwas Besonderem macht. Neben den bekannten vier Geraer Museen, dem Museum für Naturkunde, dem Museum für Angewandte Kunst, dem Stadtmuseum und der Kunstsammlung Gera mit dem Otto-Dix-Haus sind in diesem Jahr zum ersten Mal das Schulmuseum in der Lusaner Straße 14 und das Haus Schulenburg in der Straße des Friedens 120 dabei. Weitere Partner sind die Außenstelle der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen in der Amthorstraße 11, der Kunstverein in der Stadtapotheke am Markt, die historische Straßenbahnsammlung im Betriebshof des GVB in der Zoitzbergstraße und die Sternwarte in der Geschwister-Scholl-Straße. Alle Stationen der Museumsnacht sind mit Bus-Shuttle zu erreichen, aber wer gut zu Fuß ist, kann natürlich auch laufen oder in die Höhe steigen. Einen nächtlichen Rundblick über Geraer hält man vom Rathausturm, den die Jungen Stadtführer betreuen, und vom Turm der Salvatorkirche, der mit Gera-Tourismus bestiegen werden kann. Die Museumsnacht hält für große und kleine Leute ein buntes Programmbereit. Dass sich im Naturkundemuseum alles um Tiere dreht, ist eigentlich selbstverständlich. Tiere, deren Augen im Dunkeln leuchten, lebende Fossilien, die im Hof heranschleichen, Schlangen, die sich im Barocksaal verbiegen und Musik zwischen Katzengold und Tigerauge imHöhler Nr. 188 gehören zu den Vorhaben.Im Museum für Angewandte Kunst kann man Büchsenmachern, Keramikern, Töpfern, japanischen Kalligraphen und Handarbeitskünstlern auf die Finger sehen und mit ein wenig Geschick sich selbst einmal ausprobieren. Zum Ausprobieren und Nachmachen lädt die Kunstsammlung in der Orangerie zwar nicht ein, aber dafür zeigt sie, was andere nachgemacht haben: Original oder Kopie. Dazu gibt es auch Informationen, warum zum Beispiel das Kopieren von Gemälden in berühmten Galerien auch für akademische Maler ein Mittel der eigenen Entwicklung ist. Allerdings ist auch eine kleine fachkundige Anleitung zum eigenen Kopieren dabei. Ein paar Schritte weiter kann sich der Besucher als Christophorus fotografieren lassen. Viele Aktionen finden hier auch auf dem Mohrenplatz statt. Zu später Stunde gibt es eine atemberaubende Tanzperformence. Obwohl das Stadtmuseum wegen der Sanierung nicht in die eigenen Räume einladen kann, will es bei der Museumsnacht nicht fehlen. Es bietet hochoben und ganz tief unten Einblicke in die Geschichte Geras. Auf Osterstein warten nicht nur verschiedene Ausstellungen und Schauobjekte, sondern eine Wahrsagerin, ein Flammenwerfer, und etwas Pyrotechnik istauch dabei, während die Mitternachtsführung im Höhler ab 24 Uhr einige gruselige Überraschungen bereit hält.

( Helga Schubert, 05.09.2003 )

zurück