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Unverbesserliche Enthusiasten des Motorsports

Herr Matthes, wann haben Sie ihren ersten Führerschein gemacht?Das war 1960 als 21-Jähriger und zwar auf einem Wartburg. Mein erstes eigenes Auto war ein Skoda Octavia. Schon früh fand ich zum Motorsport. 1960 trat ich in die damalige Sportgemeinschaft Dynamo ein, war lange Zeit Vorstandsmitglied und bin seit 1991 Clubvorsitzender. In diesem Jahr feiert Ihr Verein, der seit 1996 Ortsclub des ADAC ist, sein 50-jähriges Bestehen. Wie kam es dazu? April 1953 wurde bei der SG Dynamo Gera eine Sektion Motorsport ins Leben gerufen. Anfangs war es ein Häuflein klein mit gerade mal 16 Mitgliedern. Eine Spitzenzahl erreichten wir 1989 mit 180 Mitgliedern. Die Wende ging dann allerdings auch an unserem Sportverein nichtspurlos vorüber. Viele jüngere Mitglieder verließen uns. Zur Zeit hat der Club 28 Mitglieder. In Gera gibt es insgesamt vier Clubs desMotorsports, von denen jeder seine Spezifik hat. Aber es wäre besser,wenn es mehr Gemeinsamkeiten oder vielleicht sogar Zusammenarbeit gäbe. Unser Profil als Club ist geprägt von der Motortouristik. Wir sind stolz darauf, dass unsere Sportvereinigung in den fünf Jahrzehnten ihres Bestehens der Stadt Gera Ehre eingelegt hat und sich durch viele sportliche Erfolge hervortat. Bei Leistungsprüfungsfahrten und anderen Geländesport-Veranstaltungen haben beispielsweise Fahrer des MC Dynamo Gera zahlreiche Gold-, Silber- und Bronzemedaillen sowie Klassensiegeerkämpft. Die Vereinsarbeit begann zunächst mit Zweirädern. Woher nahmt Ihr die teuren Maschinen? Von wegen teure Maschinen! Häufig fuhren wir auf Marke Eigenbau, mühsam zusammengebastelt. In jenen Jahren gehörte viel Enthusiasmus dazu, um Motorsport zu betreiben. Aber diese Leidenschaft war uns allen eigen. So haben wir allein in den ersten 15 Jahren des Clubbestehens an rund 1.600 Veranstaltungen teilgenommen. Das erforderte von unseren Frauen stets viel Verständnis. In der Eigenwerbung behaupten Sie, Ihr Verein sei ein mobiler, vielseitiger, informativer und geselliger Freizeitclub. Das müssen Sie uns beweisen...Wir organisieren vorwiegend touristische Veranstaltungen und bewegen uns dabei im Raum Ostthüringen. Nehmen wir an Veranstaltungen anderer Clubsteil, kommen wir natürlich auch bundesweit herum. Vielseitig sind wir deshalb, weil wir auch Clubmeisterschaften, Wandertage, Sternfahrten und Verkehrserziehung betreiben. Und informativ deshalb, weil wir als ADAC-Ortsclub die ADAC-Materialien an die Mitglieder herantragen. Ganzklar auch: Immer geht es bei uns gesellig und fröhlich zu, denn unsere Mitglieder pflegen Kameradschaft und sind keine Kinder von Traurigkeit. Ein ganz tolles Erlebnis war 2000 eine dreiwöchige Sternfahrt mit zehn Wohnmobilen durch kanadische Nationalparks. Ja, und deshalb hat Ihr Verein, was ja nicht alltäglich ist, sogar eine Clubhymne, in der es heißt: "Wenn der Motorsportclub ruft, jeder Ärgergleich verpufft". Worüber ärgern Sie sich manchmal dennoch? Die gesellige Atmosphäre des Vereins ist gut geeignet dafür, die vielenkleinen Alltagsärgernisse vergessen zu machen, zum Beispiel, wenn man an die Verkehrsprobleme auf Geras Straßen denkt. Bei unserer Clubhymne gabes zuerst die Schneewalzer-Melodie, die immer auf unseren Abenden erklang. Die Frau unseres Sportleiters, die Edeltraut Zeh, schrieb dann eines Tages einen auf uns zugeschnittenen Text dazu. Sie nannten die Verkehrserziehung. Was fällt Ihnen dazu ein? Sie wird für unsere Mitglieder zweimal jährlich zum neuesten Stand der Verkehrsregeln und zu aktuellen technischen Problemen durchgeführt. Für interessierte Bürger gibts die Vortragsreihe "Ältere aktive Kraftfahrer". Für Schüler veranstalten wir ein Fahrrad-Sicherheitstraining. In den zurückliegenden Monaten nahmen bisher rund 450 junge Leute teil. Im September kommen etwa 150 hinzu. Das Interesse ist also groß. Sie schlagen den Geraer Bürgern vor, sich als Sherlock Holmes auf Erkundungstour zu begeben. Worum gehts? Es geht um unseren 6. Ostthüringer Heimatwettbewerb, eine Gemeinschaftsveranstaltung des ADAC Hessen-Thüringen und unseres MTC. Es handelt sich dabei um Bildersuchfahrten zu Sehenswürdigkeiten unserer Heimat. Jeder Bürger, ob motorisiert oder nicht, kann daran teilnehmen. Zeitraum ist April bis Oktober. In der Regel müssen zwölf Bildpunkte(neben fünf bis sechs Sonderpunkten) aufgesucht werden, z.B. GerasHöhler oder der Botanische Garten. Es gilt dann, auf einer Bordkarte Fragen zu den Objekten zu beantworten. Geras Oberbürgermeister hat als Schirmherr einen Ehrenpokal für den Sieger gestiftet. Und es winken Sachpreise. Der Heimatwettbewerb fördertdie Heimatliebe und macht unsere Region als künftigen BUGA-Veranstalterbundesweit bekannter. Kommen doch Teilnehmer auch aus den alten Bundesländern und aus Nachbarstaaten. 2002 zählten wir rund 70 Teilnehmer. Stark vertreten waren hessische Motorsportfreunde, Geraer leider zu wenig.

( Das Gespräch führte Harald Baumann, 29.08.2003 )

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