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Unspektakuläres in Bildern

Der Aenne-Biermann-Preis hat eine Aufwertung erhalten. Der renommierteste Kunstförderer Mitteldeutschlands, art regio, ein Kulturengagement der Sparkassenversicherung Hessen-Nassau-Thüringen, kamneben der Stadt Gera als Mitveranstalter hinzu. MAK-Direktor Hans-PeterJakobson erhofft sich eine Verbreiterung der Plattform und stärkereAusstrahlung des Preises.Dr. Rolf Luhn, Geschäftsführer der Sparkassenversicherung, sieht denPreis als einen der wichtigsten deutschen Fotokunstpreise an. Er hebesich von anderen Preisen ab und verlange mehr als nurAusstellungstätigkeit, meint er in einem Gespräch. DerAenne-Biermann-Preis wird seit 1992 vergeben. Die Stadt Gera hat denPreis in der Erinnerung an die in Gera lebende jüdische Fotografin Aenne Biermann, die in den 20-er Jahren deutsche Fotografiegeschichte mitgeschrieben hat, ins Leben gerufen. Dr. Luhn begrüßte die Partnerschaft, die seit geraumer Zeit mit dem MAK besteht und nun auch bei der Vergabe des Aenne-Biermann-Preises auf Gera ausgeweitet wurde. Art regio zeige somit auch Mitverantwortung für die wirtschaftliche Zukunft der Region, aber auch für kulturelle Perspektiven und Erhöhung der Lebensqualität. 584 Einsender reichten 1641 Arbeiten ein. Als 1. Preisträger des 6. Aenne-Biermann-Preises wurde der Dortmunder Fotograf Christian Diehler mittelt. Er erhält die mit 2000 Euro dotierte Auszeichnung für sein originalfotografische Buchprojekt "Die Fabrik". Damit knüpft er direkt an die klassische Industriefotografie an. Der Autor überzeugte die Jury durch eine einleuchtende Verknüpfung von sachlichen Fotografien mit zeichenhaften Schemata und stillebenhaftinszenierten Aufnahmen. Der 2. Preis geht an Florian Sander aus Essen für seine Serie "Seismographen". In seiner auf den ersten Blick herkömmlichen Porträtserie zeigt der Fotograf Personen in Camouflage-Bekleidung, wobei eine Identifikationsmöglichkeit im klassischen Sinne nicht zwangsläufig stattfindet. Der 3. Preis wurde Katharina Gaenssler aus München für ihr Buchprojekt "15. 1. 2001 - 20. 5. 2001" zugesprochen. Hier meinte die Jury: "Die in ihrer Konzeption tagebuchartig angelegte Arbeit bietet einen fotografischen Erzählstil, der in eine nicht mehr zu überschauende Bilderflut mündet. Die Fotografin beschreibt damit den unbewussten Filterungsprozess bei der Wahrnehmung optischer Sinneseindrücke. "Weitere elf Fotografen erhielten Anerkennungen. Der Aenne-Biermann-Preis wird bundesweit ausgeschrieben und gibt kein Thema vor. So ist das, was in der Ausstellung im MAK bis zum 6. Juli zusehen ist, ein Ausdruck für das zeitgenössische fotografische Schaffen und für die Empfindungswelt der jungen Fotografen. Auffallend werden in diesem Jahr weniger technische Experimente und Spektakuläres gezeigt. Es überwiegt die sachbezogene Fotografie in der Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit. Der Betrachter erlebt die Banalität des Alltags, spürt auf der einen Seite die Distanz des Fotografen, auf der anderen den konzeptionellen Blick, z. B. auf ein Dorf. Außerdem ist eine starke Orientierung an Personen zu bemerken. Für den Kurator der Ausstellung Frank Rüdiger, ist das Unspektakuläre das Spektakuläre dieser Preisträgerschau. Er entdeckt in den Fotografien auch eine kritische Haltung der Künstler: Wohin geht diese Gesellschaft?

( Helga Schubert, 23.05.2003 )

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