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Der Stadt ihre guten Chancen erhalten

Sorge um die Entwicklung der Stadt und gleichzeitig die große Chance,durch das Verlassen ausgetretener Pfade Gera für den Wettbewerb mitanderen Städten fit zu machen, habe zur Gründung des Vereins "Ja für Gera" im August vergangenen Jahres geführt. So jedenfalls Vereinschef Volker Tauchert, der auf der zweiten Vereinsversammlung im Courtyard by Marriott weit mehr als 200 Besucher begrüßen konnte. Darin sah er einen deutlichen Beweis dafür, dass es ein breites Interesse dafür gäbe, die Verbundenheit mit der Stadt herzustellen oder wiederherzustellen. Neben Unternehmern waren diesmal auffallend viele Partner aus dem Vereins- und Kulturleben sowie Geistes schaffende an einen Tisch gebracht worden. Auch darin sah Tauchert einen Beleg für seine These, dass in Gera durchaus einiges ginge, was man der Stadt und ihren Bürgern nicht zutraue. Die Attraktivität des Oberzentrums Gera, die Verbesserung seiner Infrastruktur und die Erhöhung des Images der Stadt - darin sieht derVerein wesentliche Punkte seiner Anstrengungen. Alle auf diese Zielegerichteten Maßnahmen stünden nicht im Gegensatz zur Stadtverwaltung, sondern würden in Zusammenarbeit mit ihr verwirklicht. Volker Tauchert konnte dazu bereits ganz konkrete Vorstellungen entwickeln. Ein Schwerpunkt sei der Geraer Markt. Unter dem Arbeitstitel "Der ganze Markt ist ein Theater" wolle man auf die in Gera reichlich vorhandenen Potenzen auf kulturellem Gebiet zurückgreifen und damit die Voraussetzungen schaffen, dass die Geraer und ihre Gäste den Marktplatz- einen der schönsten in Thüringen - wieder in Besitz nehmen. Nur seine Belebung führe dazu, dass sich hier etwas tut und dass es sich auch lohne, wieder zu investieren. So solle zumindest an jedem Sonnabend etwas für die Besucher geboten werden. Gera habe genügend Talente, die sich dort präsentieren können. Vom Auftritt einer Theatergruppe, über Musik und Gesang, das Pflastermalen und Zeichnen bis hin zum Schachspielsei alles denkbar. Natürlich würde es dazu gehören, dass man Tische und Stühle bereithält und der Besucher seinen Kaffee oder ein Glas Biertrinken kann. Schließlich könnten sich daraus sogar ein Europa-Markt und eine Meile vom Stadtzentrum bis zu Dix entwickeln. Diese Vorstellungen fanden ineiner kurzen Diskussion nicht nur Zustimmung, sondern es gab auch eine Reihe von konkreten Zusagen. Sie könnten von wechselseitigen Märkten mit einem Partner aus Südtirol bis zum echten Europa-Markt reichen. Eine erhöhte Attraktivität im Kernbereich der Stadt dürfe allerdings nicht zur Vernachlässigung vieler kleiner "Selbstverständlichkeiten" führen. Hauptproblem dabei die Sauberkeit. Schließlich sei es beschämend, dass Gera z. B. als Ausrichter eines internationalen Reitturniers auf diesem Gebiet ein eher trauriges Umfeld biete. Tauchert appellierte daran, einen nicht ganz vergessenen Weg zu gehen: "Nennen wir es Subbotnik, aber es meint das Richtige." Ein richtiges Volksfest solle es sein, wenn die Geraer im Frühjahr im freiwilligen Einsatz ihre Stadt auf Vordermann bringen. Natürlich mit Musik und der Gulaschkanone. Schließlich gehörten dazu auch viele vermeintliche Kleinigkeiten, so ein paar gemütliche Bänke innerhalb der Flaniermeile oder vom Zentrum bis zu Dix nach Untermhaus. Mit seinen Ideen müsse der Verein in die Breite kommen. So sei an eine "Winterakademie" in der "Villa Schulenburg" gedacht, an die enge Verknüpfung mit den Aktivitäten zur BUGA-Vorbereitung und vieles andere. "Leben in Gera muss Spaß machen", so Volker Tauchert. Das bestätigten mehrere Redner aus eigenen Erfahrungen, meist verbunden mit Anregungen. So erinnerte Prof. Mehlhorn an die Schaffung von Identifikationspunkten für die in aller Welt verstreuten Geraer. Dafür stünde beispielsweise ein Posthumus-Denkmal. Gera habe aber auch viele Persönlichkeiten hervorgebracht, die heute an wichtigen Stellen arbeiten und sich sicher mit ihrer Heimatstadt weiter identifizieren, so den früheren Bundesminister Prof. Rainer Ortleb, den Thüringer Bildungsminister Michael Krapp und den jetzigen Leipziger Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee. Nachdenklichkeit machte sich bei den Bemerkungen eines jüngeren Geraers breit, der außerhalb der Stadt arbeitet und nur an den Wochenenden nach Hause kommt. Dann fahre er über die unbeleuchtete Siemensstraße, vorbei am dunklen Milchhof und dem früheren Backwarenkombinat...Das war eine Zustandsbeschreibung, kein Pessimismus. Und damit ganz Zustimmung zu der Richtung, für die "Ja für Gera" stehen will: Beherztes und schnelles Handeln, ohne langfristige Ziele aus dem Auge zuverlieren, der Stadt ihre guten Chancen zu erhalten.

( Reinhard Schubert, 28.02.2003 )

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