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Den Spielplan mit Herzblut gestalten

Eigentlich sollten die Finanzen zum Pressegespräch des Theaters Altenburg-Gera kein Thema sein. Aber angesichts der drohenden Entlassungen und des Vorschlags des Betriebsrates, alle Beschäftigtenbis 2008 fest zu binden, blieb es nicht aus, dass doch die Frage danach, wie es weitergehen soll, gestellt wurde. Generalintendant Dr. René Serge Mund ließ wissen, dass er keine falschen Hoffnungen wecken wolle. "Ich kündige auch nicht gern jemanden", sagte er, aber für ihnstehe die Kunst im Vordergrund und das Theater sei dafür angetreten, Qualität und Kunst zu zeigen. Demzufolge müsse er sich das Papier des Betriebsrates genau anschauen. Zufrieden ist der Theaterchef mit der steigenden Besucherzahl und der Auslastung. Und das trotz weniger Vorstellungen. Da liege Altenburg-Geraüber dem Bundesdurchschnitt. Von August bis Dezember 2002 wurden 85.153 Besucher gezählt, noch vor zwei Jahren waren es im gleichen Zeitraum 68.743 Besucher. Die Auslastung ist von 77 Prozent auf 79 gestiegen. "Da sind wir schon sehr stolz", freute sich Dr. Serge Mund, zumal ja auch die Bevölkerung abnimmt. Den Erfolg schreibt der Generalintendant der richtigen Spielplangestaltung zu, wobei auch Wünsche und Bedürfnisse aus der Region berücksichtigt würden. "Aber wir achten auf künstlerische Ziele und auf Qualität", stellte er fest. Man müsse in den Spielplan viel Herzblut hineinbringen, dann werde er auch, trotz Ausgefallenem, respektiert. Schauspieldirektor Frank Lienert-Mondanelli machte auf ein ungewöhnliches Projekt aufmerksam: "Carmen". "Der Titel verführt und irritiert zugleich. Das Stück hat mit der bekannten Oper zu tun, aber wiederum auch nicht" erklärte er. "Carmen" ist ein Schauspiel für zehn Mobiltelefone von Esther Vilar und erlebte am 16. Februar seine Uraufführung in Altenburg. Premiere in Gera ist für den 14. März vorgesehen. Es sei gar nicht so einfach gewesen, dem Verlag mit Sitz in Wien das Stück "aus den Rippen zu leiern" verriet Frank Lienert-Mondanelli. "Wir sind ein richtiges Theater", habe die Chefdramaturgin Dagmar Kunze mehrfach versichern müssen. Schließlich konnte auch die Autorin Esther Vilar überzeugt werden, der Uraufführung ihres Stückes im Theater Altenburg-Gera zuzustimmen. Esther Vilar wuchs als Tochter deutscher Emigranten in Argentinien auf. Sie war Ärztin, bevor sie sich ganz auf ihre schriftstellerische Arbeit konzentrierte. Der große Unbekannte im Geraer Haus ist derzeit der Termin der Sanierung. Als Ersatzspielorte und für Proben habe man das KuK, das Kultur- und Informationszentrum in der Amthorstraße und die Kammerspiele sowie den Klub der Jugend und Sportler in Betracht gezogen, gab der Generalintendant bekannt. Doch die Stadt wolle für das KIZ Miete haben. "Das würde uns in große Probleme stürzen", kritisierte er. "Die Besucherzahl wird während der Sanierung sinken", ist er sich sicher, deswegen hoffe er auch auf ein mietloses Spielen in Gebäuden der Stadt.

( NG/hs, 21.02.2003 )

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