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Die Natur vor unserer Haustür

In aller Welt ist das Geraer Museum für Naturkunde bekannt, denn mit rund 160 naturwissenschaftlichen Gesellschaften und Vereinen rund um den Globus stand das Geraer Haus in Kontakt, wurden Publikationen ausgetauscht. Die reichhaltige Bibliothek ist Zeugnis davon. Auch das jetzt erschienene 29. Heft der Naturwissenschaftlichen Reihe des Museumsgeht wieder auf die Reise. Im Kreise der Autoren stellte Museumsdirektorin Chistel Russe das neue Heft vor und freut sich, auf eine reiche Tradition verweisen zu können. Bereits 1858 gab die damalige Gesellschaft für Naturwissenschaften in Gera eine naturwissenschaftliche Broschüre mit ihren neuesten Forschungsergebnissen heraus und verschickte sie an Interessenten im Ausland. Das erste Heft in der Neuzeit erschien 1973. Die Anzahl der Tauschpartner ist auf 180 angewachsen. Bis ins ferne China und nach Nordamerika reichen die Verbindungen, aber auch nach Skandinavien und in die osteuropäischen Länder. Im Gegenzug treffen die neuesten Forschungsergebnisse aus diesen Ländern ein. "Wir haben das neueste Wissen aus aller Welt, was bei uns als Schatzkammer liegt", ist Christel Russe stolz. Der 29. Ausgabe kommt eine besondere Bedeutung zu, erscheint sie doch im Jahr des 125. Bestehens des Museums für Naturkunde. Gewidmet ist das jüngste Heft zur Regionalforschung Ostthüringens dem "Jahr der Geowissenschaften 2002", einer Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter dem Motto "Wissenschaft im Dialog". "Wir wollen damit den Dialog mit der Erde fördern", meint Christel Russe und verweist auf die Dauerausstellung "Ostthüringen als Landschaftsraum", die sie im Heft umfassend beschreibt. Generell ginge es ihr und allen Freizeitforschern darum zu ergründen, wie sich die Natur vor unserer Haustür darbietet, welche Wunder sich täglich im Verborgenen vollziehenund welche Rückschlüsse auf Vergangenheit und Zukunft zu ziehen sind. In einer "unheimlichen Fleißarbeit", wie die Direktorin den Autor des Beitrages lobt, berichtet Olaf Zeidler "Vom Bergbau in und um Gera". Der "Versuch einer vorläufigen Übersicht" sei ein kleines Nachschlagewerk. Olaf Zeidler weist nach, dass es in der Umgebung von Gera schon in der Altsteinzeit Bergbau gegeben hat. Kupfer, Zinn, Gold, Erz und Salz wurden abgebaut. Zehn Jahre hat Olaf Zeidler recherchiert. Über den Stand der Forschung zum Thema "Die Makroflora des ostthüringischen und sächsischen Zechsteins" berichten Dr. Dieter Uhlund Prof. Dr. Hans Kerp. Mit Zechstein befassten sich auch Frank Hroudaund Dr. Ludwig Senf. Ihnen ging es um Fossilienfunde in Zechsteinaufschlüssen, wobei diese erstmals eine wissenschaftliche Bearbeitung fanden. Viele interessante Entdeckungen seien durch die erhöhte Bautätigkeit z.B. in Bieblach-Ost oder an der Süd-Ost-Tangente zu Tage gekommen. Frank Hrouda ist Student und Dr. Senf auf diesem Gebiet Autodidakt. Beide könnten ohne weiteres mit Fachwissenschaftlern korrespondieren, ist sich Christel Russe sicher. Vulkanismus vor den Toren Geras wies Dr. Egbert Richter nach. Er untersuchte die Diabaslagerstätte Loitsch. Neben vielen Jahren Sammlertätigkeit entdeckte er vor zwei Jahren das Mineral Silvialith, das sonst nur in sehr großen Tiefen vorkommt. Deswegen war sein Fund, für Deutschland erstmalig und weltweit in bester Ausbildung, eine Sensation. Weitere Kapitel widmen sich biologischen Themen. Klaus Lieder und der leider verstorbene Rolf Günther forschten zur "Vogelwelt des Flächennaturdenkmals Teich bei Kauern". Hier hat bereits im 19. Jahrhundert K. T. Liebe geforscht. 153 Vogelarten brüten in diesem Gebiet, darunter befinden sich 19 auf der Roten Liste Thüringens und fünf auf der Roten Liste Deutschlands. Unverständlich für Klaus Lieder, dass verantwortungslose Bürger immer wieder Goldfische in den Teich aussetzen. Sie haben keine natürlichen Feinde, vermehren sich, verschmutzen das Gewässer und fressen alles, was anderen Lebewesen als Nahrungsgrundlage dient. Dem Baum des Jahres 2002, dem Gewöhnlichen Wacholder, waren Reinhard und Uwe Conrad auf der Spur. Ein schwieriges Unterfangen, da der wildwachsende Wacholder im Mittleren Elstertal nur noch sehr selten vorkommt. In allen Beiträgen spiegelt sich die große Leidenschaft der Autoren für ihr Forschungsgebiet wieder. Außerdem wird ein reicher Schatz an Wissen vermittelt.

( NG/hs, 14.02.2003 )

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