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Hundezähler an der Wohnungstür

Die Stadt Gera ist auf den Hund gekommen, zumindestens auf den steuerlosen. Jährlich gehen mehrere tausend Euro verloren, weil viele Bürger ihre Hunde nicht steuermäßig angemeldet haben. Dabei rechnet man in der Stadtverwaltung mit einer Dunkelziffer von etwa 1000 Hunden. "Die nichtsteuerehrlichen Hundebesitzer leben auf Kosten der anderen", kritisiert Bürgermeister und Finanzdezernent Norbert Hein. Diesem Zustand soll jetzt ein Ende gesetzt werden. Ab 19. Februar beginnt eine Hundebestandsaufnahme, wobei die rund 55.000 Haushalte befragt werden. Im Auftrag der Stadt handelt das private Unternehmen Springer Kommunale Dienste GmbH aus Düren. 25 bis 35 Mitarbeiter dieser Firma werden bis Mitte Mai in Gera unterwegs sein. Sie gehen von Tür zu Tür und bitten um Auskunft, ob sich ein Hund im Haushalt befindet oder nicht. "Alle unsere Leute haben einen entsprechenden Ausweis und sind mit einem offiziellen Schreiben der Stadt ausgerüstet", erläutert Detlef Hüttermann von der Firma. Dabei ginge es nicht darum, Nachbarn zu befragen oder anonymen Anschwärzungen nachzugehen. Was zählt, ist die Aussage des Befragten. Danach werden alle Hunde registriert und der Stadt gemeldet. Nichtangetroffene Wohnungsbesitzer können ein gelbes Merkblatt ausfüllen. Wie Detlef Hüttermann beteuerte, sei der Datenschutz gewährleistet und man handele im Rahmen der Gesetzmöglichkeiten. Auf keinen Fall dürften die Mitarbeiter die Wohnung betreten oder gar Geld eintreiben und entgegennehmen. In Gera waren im Jahr 2002 3723 Hunde angemeldet. Die Einnahmen aus der Hundesteuer betrugen 218.000 Euro. Im Jahr 2000 waren es 3463 Hunde, für die 176.000 Euro gezahlt wurden. Bürgermeister Hein weiß, dass mit dem hinzugewonnenen Geld der Hundesteuer nicht der Stadthaushalt plötzlich unermesslich reicher ist. Zunächst decke der Betrag die Kosten der Zählung - eine zweite kommt noch hinzu -, aber in den Folgejahren sei schon mit einem Gewinn zu rechnen. Die Steuer für den ersten Hund liegt bei 61,30 Euro, für den zweiten bei 79,80 Euro, jeden weiteren 98,20 Euro, für den sogenannten gefährlichen Hund bei 429,50 Euro, wobei in Gera noch kein "gefährlicher Hund" gemeldet ist. Diese Einstufung richte sich laut Thüringer Gefahren-Hundeverordnung nicht nach der Rasse, macht die Steueramtsleiterin Karin Reimann aufmerksam.

( NG/hs, 14.02.2003 )

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