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Kaum noch goldener Boden im Handwerk

Erneut weniger Betriebe in Ostthüringen? Kein Lichtblick in Sicht. Das Handwerk hat schon lange keinen goldenen Boden mehr. "Der Abwärtstrend im Ostthüringer Handwerk hält unvermindert an", stellte der Präsident der Handwerkskammer für Ostthüringen Klaus Nützel im Pressegesprächfest. Erneut sei die Zahl der Mitgliedsbetriebe im vergangenen Jahr zurückgegangen. Von 8870 Handwerksbetrieben mussten 87 die Segelstreichen. Damit verbunden seien aber weitaus mehr verlorene Arbeitsplätze, gab der Präsident zu bedenken. Betroffen waren hiervon fast alle Branchen mit Ausnahme des Gewerbes für Gesundheits- und Körperpflege sowie der chemischen und Reinigungsgewerbe. Ganz besonders machte sich der Abwärtstrend in den Berufen Maurer und Betonbauer, Tischler und im Holz- und Bautenschutzgewerbe deutlich. Als Gründe der Betriebsaufgabe nannte Klaus Nützel Finanzschwierigkeiten, Konkurs, Auftragsmangel und die schlechte Zahlungsmoral. Die Schuld an dem ganzen Dilemma im Handwerk wies der Kammerpräsident der Bundesregierung zu, die eine schlechte und sogarmittelstandsfeindliche Politik betreibe. Neben weiteren Steuererhöhungen, dem Verschieben der nächsten Stufe der Steuerreformwirkten sich eine ganze Reihe von Gesetzgebungen negativ auf das vom Mittelstand geprägte Handwerk aus. "Die Politiker machen ihre Hausaufgaben nicht", kritisierte er. Als bestes Beispiel dafür nannte er die "Ich-AG". Der Rückgang an Handwerksbetrieben konnte dadurch zwar gebremst werden, dieMitarbeiterzahl sei dafür aber um so drastischer gesunken, da immer mehr kleine Firmen auf den Markt drängen, und die noch wenigen vorhandenengroßen Handwerksbetriebe mussten auf Grund des wachsenden Konkurrenzkampfes viele Mitarbeiter entlassen. Die Ich-AG erhalte steuerfreie Fördermittel, während ein kleinerHandwerksbetrieb auch nicht mehr verdiene, dafür aber Steuern bezahle. "Da werden doch Arbeitsplätze vernichtet", schlussfolgerte er. Dass sich im Jahr 2003 etwas im Handwerk bessert, sieht der Kammerpräsident nicht, denn es fehle die Kaufkraft. "Das Handwerk musszur Selbsthilfe greifen", ist sich Klaus Nützel sicher. Deswegen habe der Thüringer Handwerkstag für den 7. Februar zu einer thüringenweiten Protestkundgebung vor und in der Erfurter Thüringenhalle aufgerufen. Mit dabei seien auch zahlreiche Handwerker aus Ostthüringen. Mit Handwerkern aus ganz Deutschland soll dann am 10. Februar in einer Kundgebung in Berlin auf die dramatische Situation des Handwerks aufmerksam gemacht werden.

( NG/hs, 31.01.2003 )

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