Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Für junge Leute einfach Gold wert

Rund 8000 Besucher strömten ins vollgepackte Kultur- und Kongreßzentrum. Der Andrang an den Ständen war groß, wo 110 Aussteller unter der Losung "Durch Ausbildung Horizonte erweitern" 125 Berufe "zum Anfassen" vorstellten. Aber es gab auch die Möglichkeit, sich über alle in Deutschland anerkannten Ausbildungsberufe und über die Vielzahl Studienmöglichkeiten an den höheren Bildungseinrichtungen zu informieren. Neu in diesem Jahr: eine Info-Meile auf der Sorge. Die 14. Informationsbörse "Berufe aktuell" ist Geschichte. Die Industrie- und Handelskammer Ostthüringen (IHK) hat gemeinsam mit der Handwerkskammer (HWK) sowie der Stadtverwaltung und dem Arbeitsamt Gera wiederum etwas Unverwechselbares auf die Beine gebracht - nichtspektakulär, aber sehr nützlich und außerdem anziehend. Das sah auch der Dauergast, Thüringens Regierungschef Bernhard Vogel, so. Gerade in schwieriger wirtschaftlicher Situation sei eine solche Bildungsmesse (größte in Ostthüringen, wenn nicht größte im Freistaat) für die Zukunftsgestaltung der Jugend Gold wert. Was macht eine solche Veranstaltung wertvoll? Erstens: Sie ist ein Pluspunkt für Geras Image. Denn die Besucher und Aussteller kommen nicht nur aus der hiesigen Region, sondern auch aus benachbarten Bundesländern. Ja, es wurden sogar schon Interessenten aus dem Ausland begrüßt, z. B. aus Tschechien und Frankreich. Das lässt darauf schließen, dass die gebotene Information und Beratung zum Thema Aus- und Weiterbildung eine erwähnenswerte Qualität aufweisen muss. Zweitens: Junge Leute können sich von kompetenten Vertretern der Unternehmen, Einrichtungen und Bildungsinstitute umfassend beraten lassen und das zum sehr günstigen Zeitpunkt zu Jahresanfang. Es ist doch für Schulabgänger nicht leicht, sich für einen der 365 in Deutschland anerkannten Ausbildungsberufe oder für eine der rund 400 Studienrichtungen zu entscheiden. Die Messe bewahrt vor der Illusion, dass jeder seinen Traumberuf abbekommt. Um so mehr informiert sie, wo die Chancen größer sind, also bei den neuen Berufen mit Zukunft, wie z.B. Mechatroniker oder Fitness-Kaufmann Drittens: Die Berufsbildungsbörse macht deutlich, dass es sich auch trotz momentaner Schwierigkeiten weiterhin lohnt, einen Handwerksberuf zu ergreifen. Die Handwerkskammer war mit 30 Berufen vertreten. Das ist durchaus repräsentativ. Stets dicht umlagert waren die Stände von Handwerksbetrieben, wo Lehrlinge Proben ihres Könnens abgaben, so zehn junge Leute der Bäckerinnung, die Kartoffelkuchen und Gewürzapfelkuchenfeil boten. Schön wäre es, wenn diese künftigen Fachleute hier blieben -doch wer hätte gedacht, dass junge deutsche Bäcker weltweit gefragt sind, u. a. in den USA. Etwa ein Drittel der Handwerksbetriebe steht alljährlich vor derAufgabe, sich um fachlichen Nachwuchs kümmern zu müssen. Fest steht: Die von Rot-Grün ins Leben gerufene Ich-AG schafft dabei keine Ausbildungsplätze. Viertens: Die Messe bietet den einheimischen Unternehmen ideale Möglichkeiten, sich nach Lehrlingen umzusehen (auch mit Hilfe des Arbeitsamtes). Ab diesem Jahr setzt der Prozess ein, dass die Zahl der Schulabgänger immer geringer wird. 2007 sackt die Zahl vielleicht sogar auf 40 Prozent ab. Bald werden also junge Nachwuchskräfte Mangelware sein. Für den Hermsdorfer Betrieb TRIWEFO (Werkzeug- und Formenbau) ein Alarmsignal. Wie die Geschäftsführer Enno Plötner und Hans-Dieter Kuglmeier meinten, wolle man als Firma doch auch noch in 20 Jahren existieren. Das bedeute aber, schon heute für fachliche Nachfolge zu sorgen. Das Unternehmen bildet zur Zeit zehn Lehrlinge aus. Und nun das Bemerkenswerte: Ein Drittel sind über die Berufsmesse zur Firma gekommen! Fünftens: Lehrer und Schüler, die sich auf der Messe umsehen, erfahren auf interessante eingängige Weise, welche Anforderungen künftige Berufsbilder stellen. Ausbildungsbetriebe klagen immer wieder ernsthaft darüber, dass sich junge Leute mit mäßigen schulischen Leistungen bewerben. Viele Schüler, ja, und leider auch Lehrer wissen nicht, was sich in der Industrie und im Gewerbe abspielt, was Marktwirtschaft heißt. Bernhard Vogel hat Recht, wenn er meint: Die Welt der Schule ist völlig anders als die Welt des Betriebes. Die Unternehmen brauchen aber immer mehr hochqualifizierte Kräfte, auch im Handwerk. Gut, wenn sich Lehrer und Schüler, vielleicht sogar gemeinsam, auf der Messe umschauen. Besser aber wäre es, wenn sie das von der IHK und derHWK unterbreitete Angebot für Praktika in den Unternehmen nutzen würden (Den zu DDR-Zeiten üblichen "Unterrichtstag in der Produktion" gibt es ja leider nicht mehr). All die guten Erfahrungen der 14. Bildungsveranstaltung sollen in die Nummer 15 einfließen, meinte gegenüber Neues Gera Ingrid Weidhaas. Die emsige Bildungsmanagerin hat mit ihrer Truppe schon den Termin im Visier: 22. Januar 2004. Typisch Weidhaas!

( 24.01.2003 )

zurück