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"Vivendi" macht das Wasser in Gera

OTWA-GmbH übernahm Betriebsführung für Zweckverband "Mittleres Elstertal". Ein kurzer Dreh am Wasserhahn - und das kostbare Nass fließt wie eh und je. Kostbar bleibt das Wasser - ebenfalls wie schon Jahr und Tag. Aber ansonsten sind Neuerungen eingetreten, von denen der Verbraucher zwar nicht unmittelbar etwas bemerkt, die aber trotzdem zumindest für unsere Region ein absolutes Novum darstellen. Wie sie sich für den Wasserkunden langfristig auswirken, muss abgewartet werden. Nach einer europaweit erfolgten Ausschreibung hat das Vivendi Water-Konsortium OEWA Wasser und Abwasser GmbH und MIDEWA Wasserversorgungsgesellschaft in Mitteldeutschland mbH den Zuschlag für die Betriebsführung des Zweckverbandes Wasser/Ab-wasser "MittleresElstertal" erhalten. Dazu wurde eigenes ein neuer Betrieb gegründet, die OTWA Ostthüringer Wasser und Abwasser GmbH. Der inzwischen unterzeichnete Vertrag hat eine Laufzeit von zehn Jahren. Als Geschäftsführer fungiert der 1947 im französischen Lyon geborene Vincent Rullet, der in Grenoble studierte und danach mehrere verantwortungsvolle Funktionen in Firmen der Wasserwirtschaft begleitete. Ab dem Jahre 2001 war er schließlich als Vertriebsleiter fürden Privatkundenbereich bei der avida GmbH, einer Tochtergesellschaftder Berlinwasser Holding, tätig. Ein Mann mit soliden Erfahrungen und Führungsqualitäten. Rund 165.00 Menschen in Gera und Umgebung werden durch den Zweckband mit Trinkwasserversorgt. Immerhin eine stattliche Anzahl, auch wenn der Verband vor allem in Bezug auf seine gewerblichen Abnehmer in den letzten Jahren manchen Tiefschlag verkraften musste. Erinnert sei nur anden Milchhof als Großabnehmer, der in Gera dicht gemacht hat und alleseine Kapazitäten auf Erfurt konzentrierte. Die OTWA-Geschäftsführung ließ jedenfalls bereits durchblicken, dass man natürlich die Interessender Stadt Gera und der Umlandgemeinden fördern will, aber auch mitanderen Gemeinden liebäugelt, um sie zusätzlich betreuen zu können. Das allerdings dürfte gegenwärtig noch über die Kompetenzen der Betriebsführerschaft hinaus gehen, denn Zweckverbände erfüllen in Thüringen hoheitliche Aufgaben, so dass auch für Erweiterungen die Zustimmung der Verbandsräte und damit der Mitgliedsgemeinden nicht umgangen werden kann. Der Zweckverband war und ist bisher auch eine Art von Solidargemeinschaft, die mit dem Lebensmittel Wasser alle zuversorgen hatte, egal, ob sie 20 Meter oder 20 Kilometer vom nächsten Versorgungspunkt entfernt wohnen. Orakeln bringt aber nichts. So muss man der Versicherung OTWA erst einmal glauben, dass sie sich als echter Dienstleister sowie Partner von Kommunen und deren Bürgern fühlt. Auch wenn die Firmenbezeichnung noch das "i.g." im Namen führt, wasnichts anderes als "in Gründung" heißt, so gibt es doch erste konkreteAussagen. Dazu gehört die Einrichtung eines längst überfälligen Service-Zentrums in Herzen der Stadt ebenso wie die Ankündigung, daß man "als Partner für die Region" auch etwas für Gera und Ostthüringen tunwolle. So soll durch die Unterstützung ein Projekt des "Goldenen Spatzen" in Gera gefördert werden, um damit den Verbleib des Festivals in unserer Stadt noch etwas sicherer zu machen. Für den hoch geschätzten Köstritzer Werfertag will man ebenfalls als Sponsor auftreten. Der in Frankreich beheimatete Vivendi-Konzern ist in letzter Zeit durch Nöte an der Börse etwas ins Gerede gekommen. Allerdings scheinen nicht alle Tochtergesellschaften und anderweitig verbandelte Unternehmen davon betroffen zu sein. Vivendi steht auch hinter der Betreiberfirma des "InterConnex", mit dem wir in Gera nur gute Erfahrungen gemacht haben und der sich jetzt offensichtlich die städtischen Verkehrsbetriebe als weiteres Objekt der Begierde auserlesen hat. Ankündigungen werden dabei allerdings meist postwendend von Dementis relativiert, so dass die Situation nicht voll durchschaubar ist, Entscheidungen sind noch nicht in Sicht. Mit seiner Wassersparte Vivendi Water Deutschland ist der Mischkonzernallerdings sehr erfolgreich vor allem auch im Osten Deutschlands wirksam geworden. So hat er u.a. neben Gera auch knapp 75 Prozent der Stadtwerke von Weißwasser übernommen und damit sein Standbein in Deutschland gefestigt. Die Firma in Weißwasser versorgt sogar mit Gas, Wärme, Strom und eben mit Wasser. Kein Wunder also, dass die Geraer sich aus dem Kreis von weiteren 17 Bewerbern für Vivendi und seine überzeugende Konzeption und einschlägigen Erfahrungen entschieden haben. Und was wird aus den Mitarbeitern des Zweckverbandes? Eine Betriebsvereinbarung mit dem Betriebsrat - so wurde in einer Presseerklärung Anfang Januar mitgeteilt - enthält die Zusicherung des Erhaltes der Tarifgebundenheit und den Ausschluss betriebsbedingter Beendigungskündigungen im Zeitraum von fünf Jahren. Mitte Dezember hatte man noch von einem verlängerten Kündigungsschutz für vier Jahre gesprochen; allerdings mit der stutzig machendem Formulierung "Beim Übergang in einen geplanten Firmentarifvertrag wird ihnen (den in die OTWA wechselnden Beschäftigten des Zweckverbandes - d. Red.) verlängerter Kündigungsschutz für vier Jahre garantiert." Klartext: Verabschiedung vom Flächentarifvertrag. Mit dem Erhalt des Zuschlags ist OTWA auch so etwas wie ein Vorschuss-Bonus erteilt worden. Vielleicht auch dazu, dass etwas mehr Ruhe in das Wassergeschäft in und um Gera kommt. Insofern kann man der OTWA einen guten Geschäftsstart in Gera wünschen! Und immer frisches Wasser aus dem Hahn für die Verbraucher - und das alles zu möglichst moderaten Preisen.

( 17.01.2003 )

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