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Ostthüringer holten Siegprämien

Das ist die Geschichte einer Mutter, der aller Lehrstoff im Schulunterricht zum Thema Umwelt zu trocken erschien. Da gibt es zwar die Wahlfächer Umwelt/ Wirtschaft/ Europa bzw. Wirtschaft/ Technik, aber...
Kerstin Kramer, Geschäftsführerin der UGN Umweltconsult GmbH, kam auf den Gedanken, Lusaner Jugendliche zu Exkursionen oder auch ganzen Schulstunden in den Gewerbepark Keplerstraße einzuladen. Da liegen ja interessante wie moderne Unternehmen nah beieinander. Die Idee zog Kreise und wurde zudem von der OTEGAU als Träger der Geraer Agenda 21 aufgegriffen. Denn das passte zum Geraer Projekt "Virtuelles Haus der Wirtschaft und der Städtepartnerschaften", mit dem sich die Stadt um die Aufnahme in das von der Europäischen Union gestützte Förderprogramm des Ministeriums für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt Thüringens bewarb. Recht schnell fand sich ein Dutzend potentieller Partner, von AGFA Laborgeräte oder Technologie- und Gründerzentrum bis Druckhaus und Autohaus AFA Nord; somit also nicht mehr nur im Lusaner Stadtteil. Die Betriebe stehen nach Absprache mit dem Agenda-Büro offen für Wissbegierige.
Der Umweltlehrplan soll den vorgegebenen Stoff in den Regelschulen ergänzen, ob mit erlebnis- wie lehrreichen Besuchen oder bis hin zu gemeinsamen Projekten zwischen Schulen und Betrieben, wie etwa bei der Nutzung von Solarenergie im Schulgebäude selbst. Ein Workshop trug den beinahe märchenhaften Titel "Von den Dingen, die der Mensch nicht mehr braucht" und wurde zu Geras Vorzeigeargument für den Fortschritt des Projektes. Denn schon zum zweiten Mal wurde jetzt im Juni die Entwicklung in den seit 1999 zum Wettbewerb angenommen 32 Thüringer Agenda-Prozessen mit einem ganztägigen Treffen in Erfurt ausgewertet. Per Video-Beamer oder CD-ROM-Präsentation konnte man die Zwischenstände vor aller Beteiligten Augen resümieren. Und Geras Auftritt machte da einiges her, wenngleich die Diplom-Geologin Kerstin Kramer danach unter Geraern am Tisch kritisch und ungeduldig bilanzierte: Die Resonanz der Lehrer auf die attraktiven Angebote sei eigentlich noch vergleichsweise gering. Da müssten noch andere Wege, um Interesse zu wecken, in der Stadt und vielleicht sogar darüber hinaus im Sinne der Umwelt gefunden werden.

Die Geraer standen bei der Auszeichnungsveranstaltung in Kategorie 2 nach der Vorauswahl in Konkurrenz mit dem Greizer Projekt zur Rekonstruktion des Roten Hauses (denkmalgeschütztes ehemaliges Wasserwerk, in dem inzwischen ein Beratungsbüro eingerichtet und alternative Energiegewinnungsanlagen eingebaut wurden) und dem Hohenleubener AG-Konzept für Tourismus mit Bildungs- und Erlebnisangeboten.
Nun schickten die Männer und Frauen aus dem Vogtland gleich einen Stab historischer Figuren um Bauerngeneral Georg Kresse in die Landeshauptstadt, bestachen die Mitstimmenden im Saal mit Honigkuchen nach einem Rezept aus dem 17. Jahrhundert und entführten die 5000-DM-Siegprämie dieser Wettbewerbskategorie. Aber die Geraer konnten sich über den zweiten Platz als Bestätigung nach einem weiteren Jahr Agenda 21-Arbeit ebenso freuen.

( NG/tt, 30.06.2001 )

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