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Fliegengewicht im Aufwind

Auch dieses Mal musste er in Makranstädt als erster Kämpfer in den Boxring klettern. Doch Maik Brändel (18) erträgt dieses Schicksal eines Fliegengewichtlers ganz gut. Am 1. Mai rechtfertigte er seine Nominierung für den Ländervergleich mit Polen durch einen sonnenklaren 20:4-Punktsieg gegen Przemyslaw Massatzyk. Nach einer Minute stand das Match erstmals vor einem Abbruch. Der jetzige Sportsoldat hatte seinen Gegner mit variablen Kombinationen gleich unter Dampf gesetzt. Geschickt und schnell kombinierte er beidhändige Schläge zum Kopf mit Körperangriffen. Dann nutzte er einen zu sachten Angriff des Polen für einen Konter mit Leberhaken, und schließlich boxte er den zweifachen polnischen Landesmeister eindeutig aus. Selbst Bundestrainer Helmut Ranze machte dem Geraer Komplimente: "Er hat seinen Kampf souverän geführt und mit ansprechender Leistung gewonnen! Jetzt entscheiden die nächsten Überprüfungen und Kontinuität im Trainingsprozess." Damit meinte er einen Einsatz bei den diesjährigen Amateur-Weltmeisterschaften. Dann wäre Maik schneller an seinem Traumziel als er zu Jahresbeginn als er für die Grundausbildung bei der Bundeswehr das Training unterbrechen musste, glaubte.
Mit erfolgreichen Einsätzen bei Boxteam Halle in der 2. Bundesliga tastete er sich wieder heran. Dort hatte er auch "Tuchfühlung" zum Olympiastarter Zakarjan, und dem unterlag er zuletzt nur nach Punkten bei 1:2 Richterstimmen. Sein Betreuer im halleschen Olympia-Stützpunkt Hans-Jürgen Witte sagt: "Für Zakarjan spricht die Erfahrung, für Brändel die Jugend. Mit Blick auf die Zukunft glaube ich zunehmend an seine WM-Chance."
Maik polierte damit seine Bilanz weiter auf: Bei 81 Kämpfen stehen nun 57 Siege im Startbuch. Der gebürtige Zeitzer, der bei Vater Eberhard und Hermann Kratzsch (SV Motor Zeitz) das Box-ABC lernte, dann als 12-jähriger anhaltinischer Landesmeister nach Gera zu Gerd Sachse und Ingo Blume wechselte, will mehr: Denn seit 1996 sammelte er zwar Thüringen- und Regionalmeister-Titel aller Altersklassen, aber im deutschen Maßstab war er oft die Nummer zwei. Auch im Herbst in Schwetzingen als Deutscher Vizemeister.
Er ist ehrgeizig. Genauer gesagt: ehrgeizig geworden. Gerade im Übergang zu den Junioren hätte ihn der Siegeswille richtig gepackt. Da musste er nämlich mehr für Erfolge tun. Jedenfalls sei Boxen als Einzelsportart für ihn wie maßgeschneidert. Nach Vorbildern gefragt, antwortet er schnell: "Boxerisch ? Markus Beyer. Taktisch ? Da war Muhammed Ali Spitze!" Kein Wunder: Die Biografie des großen Ali ist noch immer sein Lieblingsbuch. Das liegt quasi unterm Kopfkissen ...

( Thomas Triemner, 05.05.2001 )

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