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Kranke aus der Isolation befreien

Zu ihrer Jahreshauptversammlung trifft sich die Deutsche Myasthenie-Gesellschaft e. V. (DGM) vom 27. bis 29. April in Gera. Daran nehmen rund 150 Patienten, Ärzte und Apotheker aus der gesamten Bundesrepublik teil. Die Geraerin Dr. Helga Urban von der Selbsthilfegruppe Ostthüringen und selbst Patientin freut sich, dass der Vorstand dem Vorschlag, Gera zum Treffpunkt zu machen, zugestimmt hat. Der Verein wurde 1986 gegründet. Seine Mitglieder sind Menschen, die an Myasthenie, einer schweren Muskelschwäche, leiden. Jährlich treffe man sich zur Jahreshauptversammlung. Dabei stünden nicht nur vereinsorganisatorische Fragen im Mittelpunkt, sondern vor allem wissenschaftliche Themen zum Bild und zu Behandlungsmöglichkeiten der wenig bekannten Krankheit, erläuterte Dr. Urban. 2500 Patienten sind in dem Verein organisiert, aber deutschlandweit gibt es etwa 8000 bis 10 000 Betroffene. Oftmals irrten diese jahrelang herum, ohne den richtigen Facharzt zu finden, der die Krankheit diagnostizieren kann. Bei der Myasthenie handelt es sich um eine Fehlsteuerung der Immunreaktion. Dabei bildet der Körper Abwehrstoffe, die sich gegen körpereigene Strukturen auf der Muskulatur richten und Muskelbestandteile zerstören. Die Folge sind Schwächen und Lähmungen bestimmter Muskelgruppen, Symptome sind hängende Augenlider, Doppelbilder, Kau- und Muskelbeschwerden, Stimmstörungen, Versagen der Gesichts- und Atemmuskulatur, schwere Arme und Beine, schilderte Helga Urban das Krankheitsbild.
Wichtig sei es, Betroffene aus ihrer Isolation herauszuholen, ihnen Ansprechpartner zu vermitteln, sie umfassend über ihre Krankheit aufzuklären und auf neue Möglichkeiten hinzuweisen. Diesem Ziel diene letztlich auch das DGM-Wochenende in Gera.
Die Geraer Selbsthilfegruppe wurde 1990 gegründet. Zu ihr zählen 18 Patienten aus Gera, Weida, Bad Köstritz, Eisenberg und Umgebung. Die Gruppe hat die Tagung im Hotel Courtyard by Marriott in Gera-Untermhaus organisiert. Auf dem Programm stehen Fachvorträge, u. a. von Prof. Hertel aus Berlin, Diskussions- und Fragerunden, aber auch Stadtrundgänge und kulturelle Darbietungen. Wir wollen den Gästen auch ein Stück von Gera vermitteln, freut sich Dr. Helga Urban. Informationen zur Selbsthilfegruppe Gera gibt Ingeborg Prühs, Tel. (0365) 711 04 42.

( NG/hs, 21.04.2001 )

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