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Bei Industrieflächen besteht klares Manko

Glückwunsch zum zehnjährigen Bestehen! Eine Zeit, die von Erfolgen gekennzeichnet war, die aber auch harte Zäsuren mit sich brachte?
Die Wirtschaftsfördergesellschaft hat tatsächlich eine Zäsur erlebt, oder - wenn Sie so wollen - zwei Entwicklungsetappen. Die erste dauerte bis 1995. Da waren wir eine regionale Wirtschaftsfördergesellschaft, die fünf Gesellschafter hatte: die Stadt Gera, den Landkreis Greiz, den Landkreis Altenburger Land, die IHK, die Handwerkskammer und ganz zu Beginn auch die Wismut.
Wir haben uns voll für die wirtschaftliche Entwicklung der Region verantwortlich gefühlt und uns um 22 Industrie- und Gewerbegebiete gekümmert, rund 250 Ansiedlungen mit ca. 10.000 Arbeitsplätzen auf den Weg gebracht, z.B. in den Gewerbegebieten Löbichau, Schmölln, Greiz-Gommla und Bieblach-Ost. Das war unsere Arbeit. Diese Zeit ist aber lange vorbei. Seit 1995 schlagen die Uhren in unserer Gesellschaft anders. Mit der Kreisreform wurde die Wirtschaftsförderung im Freistaat Thüringen neu geordnet. Die Landesentwicklungsgesellschaft wurde größer und größer, erhielt zahlreiche Töchter. Damals habe ich die Wirtschaftsfördergesellschaft der öffentlichen Hand abgekauft, weil ich überzeugt war, dass es genug Arbeit gibt.

Der Übergang zur privatwirtschaftlichen Gesellschaft dürfte eine wesentliche Änderung des Profils bewirkt haben...
Seit dieser Zeit sind wir allein auftragsorientiert tätig. Das heißt, die Wirtschaftsfördergesellschaft ist Spezialist in der Revitalisierung von Brachflächen, die früher einmal industriell genutzt worden waren. Ein Paradebeispiel aus unserer Arbeit ist die Revitalisierung von Flächen im Chemiewerk Bad Köstritz. Seit Ende 1994 ist es uns erstmalig in Thüringen gelungen, ein Modellprojekt zu entwickeln, dass ein kommunales Industriegebiet entwickelt wurde, bei dem alle Flächen dem Chemiewerk, also einer privaten Firma, gehörten. Dabei ist von uns eine Erschließung durchgeführt worden, Fördermittel unterstützten das Vorhaben, und schließlich sind mehrere Firmen auf diesem Gelände erfolgreich angesiedelt worden.
Dieser Weg wird noch viel zu selten gegangen, weil der Irrtum kaum zu beseitigen ist, dass die Kommune Eigentümer der Flächen sein muss, wenn sie etwas entwickeln will.

Gegenwärtig sollen Sie in Gera ein Projekt an der Angel haben? Leider muss ich dazu noch schweigen, weil wir kurz vor dem Vertragsabschluss stehen. Aber nur so viel: Es ist ein sehr großes Objekt.

Steht das im Zusammenhang mit der BUGA?
Nein, es ist ein reines Industriegebiet, hier sollen zukünftig wieder Industriebetriebe arbeiten.

Aber Sie haben berechtigte Hoffnungen, dass Industriebetriebe daran interessiert sind?
In den letzten Jahren hat sich im mitteldeutschen Raum, vor allem an der Hauptachse A 4, ein klares Manko an nicht mehr zur Verfügung stehenden Industrieflächen herausgebildet, es besteht durchaus Nachfrage nach voll erschlossenen Industrieflächen zu einem günstigen Preis. Diese kann gegenwärtig nicht gedeckt werden.

Das wundert mich. Es steht doch eine Reihe von Flächen zur Verfügung, weitgehend ungenutzt. Trügt der Augenschein?
Wir haben sehr viele Gewerbeflächen, aber Industrieflächen, auf denen es gestattet ist, rund um die Uhr zu produzieren, wo ebenfalls rund um die Uhr Waren angeliefert und abgeholt werden, wo alle logistischen Prozesse laufen können... Daran besteht ganz eindeutig ein großer Mangel.

Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie?
Als wird uns privatisiert haben, hatte ich vier Mitarbeiter, heute sind es neun.

Nun haben Sie Ihren Sitz in Gera. Von der Stadt haben Sie nicht viel erzählt....
Das stimmt. Unser Tätigkeitsfeld ist in kleineren Städten sehr erfolgreich. In größeren Städten werden unsere Angebote weniger genutzt. Wenn ich an Gera denke, wo wir auch unsere Steuern bezahlen, da müssten wir mehr angenommen werden. Unsere Firma hat Aufträge in Sachsen, in Sachsen-Anhalt und bei vielen Unternehmen des Ostthüringer Raumes. Auch Unternehmen der Stadt Gera schätzen unsere Leistungen. Ich wäre natürlich froh darüber, wenn in Zukunft sich auch die Kommune selbst an uns erinnern würde.

( Das Gespräch führte Reinhard Schubert, 31.03.2001 )

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