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IHK Gera: Späth geht und Falkenhausen kommt

Der eine geht, der andere kommt: Wechsel in der Führungsspitze der Industrie- und Handelskammer Ostthüringen zu Gera (IHK). Nach fast siebenjähriger Tätigkeit scheidet der 65-jährige Präsident Prof. Dr. h. c. Lothar Späth zum Jahresende aus dem Amt. Sein Nachfolger wird ab 1. Januar der 57-jährige Dr. Franz von Falkenhausen, Sprecher der Geschäftsführung der Carl Zeiss Jena GmbH und bislang 1. Vizepräsident der Kammer. Das beschloß die jüngste IHK-Vollversammlung. Falkenhausen erhielt 36 von 37 Stimmen. Ministerpräsident Dr. Bernhard Vogel ließ es sich nicht nehmen, am feierlich vollzogenen Wechsel teilzunehmen. Thüringens Landesvater beglückwünschte den frischgebackenen Chef an der Spitze der IHK und dankte zugleich herzlich dem von vielen salopp-anerkennend als Cleverle bezeichneten Lothar Späth für seine herausragenden Leistungen, dem dabei langjährig Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Strelow und eine qualifizierte einsatzbereite Mitarbeiterschaft zur Seite standen. Genugtuung gab es, dass Späth zum Ehrenpräsidenten gewählt wurde. Vogel sinnierte frei nach Schiller, dass jeder Abschied zugleich auch traurig mache. Späths Abgang jedoch sei ein Grund zur Freude, denn sieben Jahren mit dem Schwaben an der Spitze der IHK Gera seien sieben Jahre ein Glück für Ostthüringen gewesen. Sein Engagement als Kammerpräsident und Jenoptik-Chef hätten Ostthüringen in gewissem Sinne wieder in die Nähe eines Vorzeige-standortes gebracht, meinte Vogel euphorisch. Gegen den Bundestrend verzeichne z.B. die Industrie der Region Zuwachs. Späth sei ein Gewinn für die Region und ihre Unternehmen gewesen. Man hätte ihn auch gut und gerne in Berlin gebrauchen können. Späths Spur der Erfolge kann sich in der Tat sehen lassen. Ein Ruhmesblatt sind die Aktivitäten im Bildungsbereich. Dazu gehört die gemeinsam mit Oberbürgermeister Ralf Rauch vorangetriebene Gründung der Berufsakademie sowie die Bildungsinitiative Thüringen (Bit 21). Ein großes Echo fand die Aktion "Computer für Geraer Schulen". Jede zweite Lehrstelle in Ostthüringen kommt aus dem IHK-Bereich. Von den Thüringer Unternehmen, die in den 32 neu geschaffenen Berufen ausbilden, befindet sich fast die Hälfte in Ostthüringen. Ein wichtiges Anliegen sah Späth darin, die Rahmenbedingungen für die Unternehmen zu verbessern. Dazu zählt, die Steuer- und Abgabenlast zu senken. So setzte sich die IHK gerade zu vehement für moderate Wasserpreise ein. Beharrlich wurde auch der Kampf geführt für den sechsspurigen Ausbau der A4 und der Mitte-Deutschland-Schienenverbindung. In diesem Zusammenhang wandte sich Neues Gera während einer Pressekonferenz mit der Frage an Späth, wie die Kammer zur neuen Abgeltungssteuer stehe. Antwort: Wir begrüßen sie. Sie schaffe größere Steuergerechtigkeit. Fraglich sei, ob damit mehr Geld in die Bundeskasse komme. Nach all dem Lob sagte Späth in seiner Dankesrede: "Das war bald zu viel des Guten, aber ich habe es gern gehört." Fest steht: Franz Falkenhausen und der neue Hauptgeschäftsführer Peter Höhne werden es schwer haben, an die Erfolge eines Lothar Späth anzuknüpfen.

( Harald Baumann, 20.12.2002 )

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