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Täglich das Neueste vom Polizeigeschehen

Lesen Sie doch bitte mal vor, was in Ihrem Personalausweis steht! Na, da steht der Name Steffi Erika Kopp, geborene Popp, geboren 1958 in Zwickau, Größe 170 cm, Augenfarbe grün-braun. Hinzugefügt werden muss: verheiratet, zwei Kinder. Und was steht zudem nicht drin? Der erlernte Beruf. Ich bin eigentlich Diplomökonom und habe in Leipzig an der Uni Arbeitsökonomie studiert. Im Polizeidienst stehe ich seit 1983. Mein jetziger Dienstgrad ist Polizei-Oberkommissarin. Wie muss man sich die Arbeit einer Pressestelle vorstellen? Arbeitsbeginn ist im allgemeinen sieben Uhr. Meine Kollegin Cathleen Toth und ich informieren uns zunächst darüber, was es im Schutzbereich unserer Polizeidirektion (Landkreise Greiz und Altenburg sowie Stadt Gera) an polizeilich relevanten Vorkommnissen gegeben hat. Es geht dabei vor allem um Straftaten und Verkehrsunfälle. Aus diesem Materialerarbeiten wir Pressemitteilungen für die hiesigen Medien. Seit einigen Monaten geschieht das nur noch über E-Mails, was z. B. auch den schnellen Versand von Fahndungsfotos ermöglicht. Im Durchschnittversenden wir täglich etwa fünf Meldungen. Sie oder auch Ihre Kollegin sind morgens im Radio mit dem Polizeibericht zu hören. Wie geht das vor sich? Morgens gegen acht Uhr ruft uns das Funkhaus Erfurt des mdr Radio Thüringen an. Sie möchten, soweit vorhanden, einen wichtigen Sachverhaltzum polizeilichen Geschehen erfahren. Beispiel: ein Verkehrsunfall mit Personenschaden. Solche Informationen werden dann täglich wochentags 8.40 Uhr gesendet. Wie wir von den Radioleuten wissen, stößt der Polizeibericht auf starkes Hörerinteresse. Thüringen hat sieben Polizeidirektionen, jeweils mit einer Pressestelle, so dass über das polizeiliche Geschehen thüringenweit nahezu flächendeckend berichtet wird. Mitunter ist wenig Kriminelles aus Gera zu hören. Schieben Sie etwa eineruhige Kugel? Wo denken Sie hin! Wir müssen uns über Arbeitsmangel nicht beklagen. Aber erfreulicherweise ist es so, dass Gera und unser Schutzbereich insgesamt keine Hochburg der Kriminalität sind. Sie sind im mdr-Fernsehen bei "Kripo live" zu sehen. Wollen Sie die Moderatorin Birgit von Derschau ausbooten? Um Gottes willen. Birgit von Derschau, die übrigens sehr sympathisch und professionell ist, moderiert die Sendung seit zehn Jahren. Am 3. November dieses Jahres lief die 562. Sendung. 1993 besuchte ich einen Kurzlehrgang für Pressearbeit. Dies kam mir zu Gute, als kurze Zeitdanach unsere Geraer Kripo einen "Fall" bei "Kripo live" schildern sollte. Da kam man auf mich. Seither war ich öfter zu Gast in der Sendung und habe unsere Ostthüringer "Fälle" vorgestellt. Als für Birgit von Derschau eine neue Vertretung gesucht wurde, trat der mdr 1999 an mich heran. Inzwischen gingen etwa 20 Sendungen mit mir über den Bildschirm. Das macht mir großen Spaß. Es ist doch faszinierend, wie aus recht trockenen Polizeiakten interessante lebensnahe Filmbeiträge entstehen. Die Zuschauer sind aufgerufen, bei der Ganovensuche mitzuhelfen. Bringt denn das was? Es bringt immer was. Erfolgreiche Polizeiarbeit ist auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Nach jeder Sendung gibt es Dutzende Anrufe, und jeder wird ernst genommen. Wir haben auch schon mal den Täter eine halbe Stunde nach der Sendung schnappen können. Da Ihr Konterfei im Fernsehen zu sehen ist: Wieviele Heirats- oder diverse andere Anträge gibt es? Wohlwollende Zuschauermeinungen gibt’s schon, und sei es auch nur, dass einer meinen, wie er sich ausdrückte, "lieblichen Dialekt" lobte. Bei weitergehenden Angeboten muss ich allerdings darauf verweisen, dass ich seit 24 Jahren verheiratet und gewillt bin, es auch zu bleiben.

( Das Gespräch führte Harald Baumann, 29.11.2002 )

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