Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Fundamente eines guten Theaters wackeln

"Paukenschlag am Theater: In einer Presseerklärung haben die Gesellschafter des Theaters Altenburg-Gera kurz nach den Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen des Geraer Theaterhauses massive Einschnitt ein die Gehalts-, Stellen und Spartenstruktur angekündigt. So heißt es anders als noch zu den Festreden: "Angesichts der schwierigen Haushaltslage des Landes, der Städte und Gemeinden und der zuerwartenden Tarifabschlüsse kann die Altenburg-Gera Theater GmbH auch bei gleichbleibender Zuwendungsgrößenordnung in ihrer jetzigen Personalstruktur nicht mehr finanziert werden. Unter der Prämisse des Erhaltes der Mehrspartenstruktur und somit auch des breit gefächerten kulturellen Angebotes in den Städten Altenburg undGera sowie dem Landkreis Altenburger Land, beauftragen die Gesellschafter der Altenburg-Gera Theater GmbH in übereinstimmung mit dem Thüringer Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst den Generalintendanten und Geschäftsführer Dr. René Serge Mund, bis Juli 2004 folgende Maßnahmen einzuleiten und durchzuführen: Reduzierung der Orchesterstärke auf 68 Musiker Schließung der Sparte Chor Reduzierungen in den anderen Bereichen, soweit dies erforderlich ist, um den vorgegebenen Finanzrahmen einzuhalten Outsourcing der Besucherabteilung zum nächstmöglichen Termin." Klartext: Die Chormitglieder gehen in die Arbeitslosigkeit, die anderen Künstler - Musiker und vielleicht auch Angehörige anderer Sparten - sind davon zumindest bedroht. Fragen stellen sich: Wie macht man z. B. eine Opernaufführung ohne Chor? An welche Spartenschließungen denken die Gesellschafter? Wurde bedacht,dass die zwar traditionsreiche, aber in den letzten Jahren bereits arggebeutelte Kulturlandschaft in Gera vielleicht ganz den Bach hinuntergeht? Selbst vor Eingriffen in die Tarifautonomie wird nicht Halt gemacht: "Flankierend wird angestrebt, einen Haustarifvertrag für den Zeitraum August 2004 - Dezember 2008 abzuschließen, der vorsieht, die prozentuale Größenordnung der Tarifsteigerungen festzuschreiben sowie die Höhe derZuwendung (13. Monatsgehalt) und des Urlaubsgeldes zu limitieren." Aber es geht noch weiter und könnte bei Spartenschließungen enden. Erneutes Zitat aus der gemeinsamen Erklärung: "Der Generalintendant wird ermächtigt, zum Abschluss eines Haustarifvertrages unverzüglich den Deutschen Bühnenverein und den kommunalen Arbeitgeberverband mit der Aufnahme von Verhandlungen mit den entsprechenden Tarifpartnern zubeauftragen. Gelingt der Abschluss des Haustarifvertrages nicht, sind Spartenschließungen zum Juli 2004 unvermeidbar. "Die abschließende Feststellung "die Strukturveränderungen sichern in Verbindung mit dem Haustarifvertrag den Erhalt des Theaters mindestens bis 2008" lassen auch nichts Gutes vermuten. Offenbar ist das bei der Fusion Gera und Altenburg als zukunftsträchtig gefeierte Modellgescheitert. Niemand unterstellt bösen Willen, aber die Fakten sind traurig und möglicherweise irreparabel.

( Reinhard Schubert, 29.11.2002 )

zurück