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Wie wärs mit Kalbstafelspitz in Krehnsauce?

Verderben viele Köche wirklich den Brei? Nein, nicht immer. So geschehen dieser Tage. Da waren 14 junge angehende Köche und 13 Restaurantfachleute am Werk. Sie gaben Proben ihres Könnens ab. Nach eigenem Gusto sollten sie ein Dreigänge-Menü kreieren und auf von ihnen selbst ideenvoll geschmückten Tischen servieren. Die Aufgabe bestand darin, eine landestypische österreichische oder eine ungarische kulinarische Köstlichkeit den kritischen Gästen vorzusetzen. Das österreichische Leckerli bestand beispielsweise aus einer Zwiebelsuppe mit Croutons, Kalbstafelspitz mit Krehnsauce an Blattspinatund Kartoffelrösti sowie Vanille-Rumparfait auf zweierlei süßen Saucenan einem Früchte-Bukett. Mit Rat und Tat zur Seite standen den Lehrlingen (3. Lehrjahr), die mehrwöchige Praktika in Österreich und Ungarn absolviert haben, erfahrene Meister des Kochlöffels wie Manfred Rheitner vom Dorint Hotel in Seefeld (Tirol), Mihaly Palszabo aus demostungarischen Szolnok sowie die Geraer Marco Lange und Christian Obst. Die Veranstaltung, organisiert von der Industrie- und Handelskammer Ostthüringen zu Gera (IHK) und dem Ostthüringer Ausbildungsverbund, fand im Rahmen der diesjährigen Europa-Woche (eigentlich sind es 12 Tage) inThüringen statt, wobei im Vorfeld und im Anschluss noch Weiteres hinzukommt. Das kulinarische Ereignis im Kultur- und Kongresszentrum nannte sich "Euroculinar 2002" und ist Bestandteil des EU-Bildungsprogramms mit dem geheimnisvollen Namen LEONARDO (abgeleitetvom Namen des Universalgenies Leonardo da Vinci). Der Sinn besteht darin, jungen Leuten die Chance zu geben, im Ausland Berufserfahrungen zu erwerben. Auf diese Weise soll Europa zusammenwachsen. Toleranz wird geübt. Sprachkenntnisse werden vervollkommnet. Und der Gast hat den Nutzen davon, wenn er etwas Ungewöhnliches für Zunge und Gaumen serviert bekommt. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Strelow und die Geschäftsführerin für Aus- und Weiterbildung Ingrid Weidhaas konnten zur gastronomischen Vorführung (zugleich Vorprüfung für die sich wacker schlagenden Lehrlinge) als Vertreter der Thüringer Staatskanzlei Heinz Hoffmann und von der Carl-Duisberg-Gesellschaft Ursula Nix begrüßen. Sie stehen für jene Gremien, die sich für die Bildungsprogramme LEONARDO, JUGEND und SOKRATES engagieren, sie fördern und unterstützen. Gastgeber und Gäste sind sich darin einig: So wird der europäische Vereinigungsprozess vorangebracht. Freilich: Der Aufenthalt der jungen Leute in den Gastländern ist kein Zuckerschlecken. Aber bestätigt wird auch, dass unsere Ostthüringer Lehrlinge bei ihrem Auslandseinsatz eine gute Figur abgeben. Neues Gera hatte Gelegenheit, mit dem 19jährigen künftigen Restaurant-bzw. Hotelfachmann Patrick Grube zu sprechen. Er erlernt sein Metier im Jenaer Steigenberger Maxx-Hotel. Für drei Wochen arbeitete er im Hotel Schwärzler in Bregenz (gehört zur österreichischen Region Vorarlberg). Das war eine interessante Erfahrung, meint der bescheidene und sympathische junge Mann. Nach Abschluss der Lehre wird er zunächst Zivi sein. Danach bestünde die Chance, in Österreich einen Job zu finden. Das macht das Problem deutlich: Gut ausgebildete junge Gastronomen finden hierzulande oftmals keine Anstellung. Und sie wären doch so wichtig, um das Niveau der hiesigen Gastronomie anzuheben. Insgesamt kann die IHK als Projektträger gemeinsam mit dem Ausbildungsverbund vermelden, dass seit 1996 zum Auslandseinsatz 60 Lehrlinge in Österreich und 50 in Ungarn weilten. Im Gegenzug sahen sich 50 junge Ungarn bei uns um. Was im Mobilitätsprojekt noch nicht klappte: dass auch österreichische Lehrlinge zu uns kommen. Auf kleiner Flamme nur erfolgte bisher der Austausch von jungen Leuten im Handel. Zweifellos ist die Gastronomiebranche gut geeignet für solche Austauschmaßnahmen. Doch sollten solche Projekte nicht auch in anderen Berufen möglich sein? Wie wärs beispielsweise mit gewerblich-technischen Berufen im Ausbildungsverbund Jena ("TrainingBridge") oder mit dem Pilotprojekt der Berufsschule Jena-Göschwitz zum zweisprachigen Unterricht? LEONARDO II läuft bis 2006. Zeit ist also noch.

( Harald Baumann, 03.05.2002 )

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