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Gera hat zwei neue Naturdenkmale

Die "Elsterdamm-Eiche in Zwötzen" und die "Alteiche im Schulhof der Otto-Dix-Schule" wurden mit einer Verordnung als zwei neue Naturdenkmaleder Stadt Gera unter Schutz gestellt. Die Elsterdamm-Eiche befindet sich in Zwötzen am Uferbereich der Weißen Elster und wurde aufgrund ihres Alters, ihrer charakteristischen Wuchsform und der prägenden Wirkung auf ihren Standort unter Schutzgestellt. Die Alteiche steht auf dem Schulhof der Otto-Dix-Schule in Gera-Untermhaus und erhielt den Status eines Naturdenkmals ebenfallswegen ihres Alters, des Stammumfanges, ihrer Vitalität, ihrer weitausladenden Kronen und ihres dominanten Erscheinungsbildes. Amtliche Schilder kennzeichnen die Standorte der beiden Eichen. Geschützter Bereich sind die Bäume selbst, die Fläche unterhalb der Kronentraufe und zusätzlich zwei Meter zum Kronentraufenbereich. Damit sollen die Naturdenkmale erhalten und geschützt werden, vor allem vor gefährdenden Eingriffen durch den Mensch. Verboten sind u.a. das Anbringen von Schildern und das Befahren mit bzw. das Abstellen von Pkw, das Anwenden bestimmter Unkrautvernichtungsmittel, das Anzünden von Feuer. Gera verfügt nunmehr über zwei Naturschutzgebiete, vier Landschaftsschutzgebiete, 17 Naturdenkmale, 16 Flächennaturdenkmale, drei Flora-Fauna-Habitat-Gebiete und mehr als 900 geschützte Biotope. Ein Faltblatt gibt Auskunft. Erhältlich ist es in der Naturschutzbehörde, Florian-Geyer-Straße 17, und im Bürgerbüro, Rathaus. Stefan Bauch, Ortschronist von Liebschwitz, schreibt dazu an Neues Gera: Viel wurde über die Bedeutung für die Umwelt, Begründung dieser Maßnahme und deren Standorte berichtet, jedoch kaum etwas zur Geschichte. Doch wer sich mit der Historie beschäftigt kann auch - zumindest für die mächtige Eiche am Elsterdamm - die Bedeutung dieses Baumes einordnen und damit vielleicht sogar sein Alter bestimmen. Der Autor dieses Beitrages hat sich im Rahmen der Ortschronik und Geschichte von Liebschwitz auch mit der früheren politischen Zuständigkeit des Ortes näher befasst: So ist doch interessant zu erfahren, dass Liebschwitz mit einigenweiteren Gemeinden bis 1928 zu Sachsen gehörte. Bei der Gründung Thüringens im Jahr 1920 blieb das sogenannte "Ziegenhierdsche Ländchen" (nach dem Liebschwitzer Rittergutsbesitzer benannt) sächsische Enklave. Daran erinnern heute noch die Bezeichnungen "Sächsischer Bahnhof",,-Dreiherrnstein", Sachsenstraße und auch die Gartenanlage "Sachsengrenze" an der Straße von Zwötzen nach Liebschwitz. Dort, wo der Elsterdammweg, von Zwötzen kommend, endet und gegenüber der Firmenzufahrt zum Geraer Maschinenbau auf die Salzstraße bzw. Liebschwitzer Str. stößt, war die Sachsengrenze. Dort grenzte bis 1920 das Fürstenthum Reuß jüngere Linie und das Königreich Sachsen und damit auch die Fluren von Zwötzen und Liebschwitz aneinander. Bis zum Jahr1928 war dies immer noch Landesgrenze zwischen Thüringen und Sachsen. Dies wurde erst mit dem am 1. April 1928 in der "Apfelweinschänke" Liebschwitz geschlossenen Staatsvertrag zum Gebietsaustausch zwischen Thüringen und Sachsen "bereinigt". Da an der ehemaligen Grenze der sächsischen Enklave Liebschwitz auchheute noch ca. 130 historische Grenzsteine zu finden sind, ist die ehemalige Landesgrenze - wenn auch längst vergessen - durch diese steinernen Zeugen noch nachweisbar. Ein solcher Landesgrenzstein ist unter anderem auch an der oben bereits erwähnten Sachsengrenze nahe der dicken Eiche zu finden. Er wurde vor einigen Jahren bei der Verlegungeiner Gasleitung durch die Elster ausgegraben und dann nur notdürftig wieder eingesetzt. Danach wurde dieser Stein mehrfach umgestoßen und inden Graben geworfen, bekam dann aber schließlich im Sommer vergangenen Jahres an fast historischem Standort etwas gesichert hinter dem Zauneinen würdigen Platz. Für solche historischen Grenzen nutzte man ganz selbstverständlich auch natürliche Besonderheiten aus oder schuf solche. So verliefen Grenzenoftmals entlang von Bächen oder Flüssen, wobei meist die Gewässermitte die natürliche Grenzlinie bildete - hier die Weiße Elster. Da diese Landesgrenzen auch Flurgrenzen sind, richten sich die Bebauung, Bewirtschaftung und andere Nutzungen oftmals nach diesen. Es wurden jedoch auch Gräben oder Wälle angelegt oder eben auch Bäume gepflanzt. So ist es nicht selten, dass Baumreihen ganz exakt entlang dieser historischen Grenzen verlaufen. Eine ganz besondere Kenntlichmachungdieser Grenzlinie sind dabei auch sogenannte Grenzbäume. Dabei wurden insbesondere Eichenbäume, schon allein wegen ihrer langen Lebensdauer, Mächtigkeit und Beständigkeit auf der Grenzlinie gepflanzt. Bei der am Elsterdamm stehenden mächtigen Eiche handelt es sich mit sehr hoher Sicherheit um solch eine Grenzeiche. Da die Landesgrenze zwischendem Königreich Sachsen und dem Fürstenthum Reuß j.L. im Jahr 1843 neuvermessen wurde und auch die Landesgrenzsteine in diesem Jahr gesetztwurden, ist anzunehmen, dass die Landvermesser (die sogenannten Geometer und Feldgeschworenen) auch im Jahr 1841 diese Eiche setzen ließen.Somit ist diese Grenzeiche heute reichlich 150 Jahre alt. Diesebesondere Bedeutung als Grenzeiche sollte doch unbedingt in derBegründung zu ihrer Unterschutzstellung Beachtung finden.

( 05.04.2002 )

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