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Handel - Schaufenster einer Stadt

In Sachsen wird anders gezählt als in Thüringen. Das meint Monika Osiewacz vom Verband Thüringer Kaufleute. In Dresden zum Beispiel würden aus vier gesetzlich erlaubten sonntäglich und sechs langen samstäglichen Arbeitstagen 37 gemacht. Außerdem komme noch ein Bonus als Bäder- bzw. Touristenstadt hinzu - das ergibt weitere Öffnungszeitender Geschäfte am Wochenende, eine Einkaufsnacht sind im Oktober undweitere vier Sonnabende im November geplant. Fast 100 zusätzliche Öffnungszeiten kommen da zusammen, zählt Monika Osiewacz neidisch auf. Wenn man in Thüringen nicht so stur wäre und die Gesetze ausschöpfen könnte, hätte es zum letzten Autofrühling am vergangenen Wochenende nicht so viele enttäuschte Gesichter gegeben, ist sich die Geschäftsführerin des Kaufleuteverbandes sicher. Oberbürgermeister Ralf Rauch und der Vorsitzende der Geraer Werbegemeinschaft, Horten-Geschäftsführer Karl Doersch, sehen das genauso. "Mir hat als Händler das Herz geblutet, als ich am Sonnabend, 14 Uhr, das Kaufhaus vor den Nasen der wartenden Leute dicht machen musste", gaber zu. "Das Gesetz besagt, dass bei Ladenöffnung am Sonntag die Geschäfteam Sonnabend 14 Uhr schließen müssen", erläutert er, "gerade dann, wenn die Stadt, wie beim Autofrühling, voller Leute ist". Für den Oberbürgermeister ist diese kleinliche und bürokratische Auslegung des Gesetzes schon lange ein Dorn im Auge. Gemeinsam mit den elf größten und kreisfreien Thüringer Städten wurde eine Gemeinschaftsinitiative gestartet. Dabei geht es darum, das Thüringer Sozialministerium auf das Dilemma hinweisen und die Verantwortlichen dazu zu bringen, die verbraucherunfreundlichen Entscheidungen aufzuheben. Sie sei sogar arbeitnehmerfeindlich. Die bisherigen engstirnigen Entscheidungen kosteten die Händler Umsatz, der von den Käufern in den Nachbarländern Thüringens gemacht wird. Ein Umsatzminus bedeutet jedoch auch Wegfall von Arbeitsplätzen, unterstreicht Monika Osiewacz. Verärgert erinnert der Oberbürgermeister noch einmal an den Thüringentag in Gera. Auch da führte kein Weg rein, das Ladenschlussgesetz großzügig auszulegen. "Die Leute verstehen das nicht, die Händler natürlich ebenfalls nicht",sagte er. In Erfurt sei es zum Thüringentag genauso gewesen. Den Suhlern, wo der nächste Thüringentag stattfindet, habe er versprochen, dass das nicht wieder passiert. "Der Handel ist das Schaufenster einer Stadt", ist sich das Stadtoberhaupt sicher. Gera habe durchaus Chancen, sich als Einkaufsstadt für etwa 400 000 Menschen aus dem Einzugsgebiet zuentwickeln. Wenn das "Elster-Forum" fertiggestellt ist, werde es einen weiteren Aufschub für die Innenstadt geben, sind sich Oberbürgermeister und Händler einig.

( NG/hs, 15.03.2002 )

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