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„Es ist gut, dass es dich gibt!“

Leider sind aktuell die Plätze aufgrund der Hygienebestimmungen begrenzt, sonst wären zum Abschiedsgottesdienst von Martina Czaja noch mehr Menschen, die mit ihr verbunden sind, in die Johanniskirche gekommen. Martina Czaja wirkt etwas aufgeregt, als bereits schon vor dem Gottesdienst erste Geschenke an sie übergeben werden. Viele Besucher aus Familie, Freundeskreis, Kirche, Diakonie und Gesellschaft sind gekommen, um Danke zu sagen. Seit über 25 Jahren arbeitet Martina Czaja im sozialen diakonischen Dienst. Für Menschen da zu sein, war ihre oberste Priorität. Als Leiterin der Kreisdiakoniestelle gibt sie nun den Staffelstab weiter, symbolisch hat sie sogar einen dabei.

Klinikseelsorgerin Hanna Kiethe brachte in ihrer Predigt den herzlichen Dank und das große Engagement von Martina Czaja auf den Punkt. „Sie bekam ein zweite Chance für ihr Berufsleben, eine Chance, für sie sie heute mehr als dankbar ist“, erzählt Hanna Kiethe. Als gelernte Wirtschaftskauffrau und einem berufsbegleitenden Studium der Ökonomie begann sie ihr Berufsleben als Wirtschaftsleiterin und Einkaufsleiterin in der Großhandelsgesellschaft Haushaltwaren in Gera. In den Wirren der Wende musste sie von heute auf morgen ihr Büro räumen. Sie nutzte mutig den Neuanfang und bekam nach einem Managementstudium und einer Weiterbildung zur Fachkraft für soziale Arbeit eine zweite Chance im sozialen Bereich. Anfangs ehrenamtlich tätig, erhielt sie 1999 die erste Festanstellung in der Diakonie Ostthüringen und seit 2007 leitet sie den Kreisverband Gera. Heute schaut sie dankbar auf diese Zeit zurück und, so Hanna Kiethe, sie würde es sicher heute wieder genauso machen.

Die Kirchenkreissozialarbeit besteht aus sozialer Lebensberatung und diakonischem Gemeindeaufbau. „Für alle Menschen, die an deine Tür klopften, hattest du immer ein offenes Ohr. Für die verschiedensten Anliegen hattest du praktische lebensnotwendige Hilfe und deine Beratung mündete oft in Projekte“, so Pfarrerin Kiethe. Die Harz IV-Beratung, Ferienfreizeiten für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche, die Kleiderkammer in der Talstraße 30, die Kostbar in den Arkaden oder auch die Hilfe bei Hochwasserschäden 2013 sind nur einige Maßnahmen, die Martina Czaja ins Leben rief.

Auch im Kirchenkreis, in der Kreissynode, im Kreiskirchenrat und als Geschäftsführerin des Fördervereins Diakonieverbund Gera e.V. war sie stets präsent und hinterließ tiefe Spuren einer Arbeit, die ihr stets Herzensangelegenheit bedeutete.

„Es ist gut, dass es dich gibt“, steht auf einer Karte, die Hanna Kiethe für Martina Czaja ausgesucht hat. „Hab Dank im Namen der Menschen, denen du geholfen hast, denen du Hoffnung, Hilfe und Entlastung gegeben hast.“

Pfarrer Andreas Schaller leitete den Abschiedsgottesdienst, entband sie von ihrer derzeitigen Aufgabe und fand ebenso herzliche Worte für Geleistetes. „Ihre verantwortungsvolle Arbeit bildete eine Schnittstelle zwischen Diakonie und Kirche. Das habe ich überall gespürt.“

Lars Eisert-Bagemihl, Geschäftsführer der Diako Thüringen, kennt Martina Czaja seit 1999 und schätzt an ihr die Beharrlichkeit und Widerspenstigkeit sich für Dinge, die ihr am Herzen liegen, einzusetzen. So etwas finde man immer seltener in unserer Zeit. Das beträfe auch ihre Gelassenheit und ihren Mut Dinge zu ändern, die man ändern kann. Das habe er immer wieder erlebt. Im Namen des Präsidenten der Diakonie Deutschland Ulrich Lilie überreichte er Martina Czaja eine Ehrenurkunde und das Kronenkreuz in Gold als besonderen Dank für die geleistete Arbeit.

Pfarrer Michael Kleim dankte insbesondere im Namen der Förderverein Diakonieverbund Gera für die Aktion „Kindern Urlaub schenken“, die Martina Czaja 14 Mal organisierte. Pastor i. R. Franz Beutel schätzt die gute Zusammenarbeit zwischen Diakonie und dem Freundeskreis Flüchtlinge. In allen Worten, die zu diesem Gottesdienst gesagt wurden, kamen Wertschätzung und der Wunsch für einen neuen gesegneten Lebensabschnitt zum Ausdruck.

Den Staffelstab in der Leitung der Kreisdiakoniestelle übernimmt Andy Riedel, bisher Bereichsleiter in der Diako Thüringen. Martina Czaja hofft und ist sich sicher, dass die Arbeit kompetent weitergeht. Gern stehe sie jederzeit mit Rat und Tat zur Seite, sie sei ja nicht aus der Welt. Die von ihr initiierte Kurberatung für Mutter-Vater-Kind-Kuren möchte sie stundenweise weiterhin unterstützen. Nach dem Gottesdienst fühlte sie sich tief bewegt und dankte allen, die ihr Vertrauen geschenkt haben, in der Zusammenarbeit und im Miteinander. Es war ihr ein Bedürfnis, sich bei allen Gästen an diesem Tag persönlich zu für ihr Kommen zu bedanken.

( Wolfgang Hesse, 11.12.2020 )

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