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Für einen ganzheitlichen Tierschutz

Andrea Niendorf ist eine Powerfrau. Sie handelt nach dem Credo: „Dass, was am lautesten in mir ruft, da möchte ich hingehen!“

Den Menschen und Tieren gleichermaßen zugewandt, ist sie eine loyale Unternehmerin und beherzte Tierschützerin.

Seit 30 Jahren führt sie das Familienunternehmen Niendorf in dritter Generation. Nach der Wende dem Konkurs nahe, nimmt die studierte BWLerin Fördermittel und Kredite in die Hand und investierte in den Ankauf von Westprodukten. „Kurz nach 1990 wollte niemand mehr die Reinigungsmittel aus dem Osten. Viele unserer Kunden wollten uns treu bleiben, aber begehrten nun auch die gut duftenden Reinigungsmittel aus der Werbung”, erinnert sich Andrea Niendorf an die Anfangsjahre ihres Unternehmerseins zurück.

Niendorf vertreibt Reinigungsmittel und Maschinen, Sanitärhygiene und Haushaltswaren für Großkunden. Zum Kundenkreis gehören Krankenhäuser, Universitätskliniken, Pflegeheime, Arztpraxen, kommunale Einrichtungen, Bundesbehörden sowie Gewerbe- und Industrieunternehmen.

In ihren 30 Jahren, in denen sie das Unternehmen erfolgreich wieder an die Spitze geführt hat, kann Andrea Niendorf eines mit Gewissheit sagen, ohne Flexibilität, dem beständigen Mut stets Neuland betreten zu wollen und der Beharrlichkeit, sich nicht von Lobbyisten beeindrucken zu lassen, hätte sie es nicht geschafft.

Die Firma Niendorf zählt heute 31 Mitarbeiter und konnte sowohl die Fläche als auch den Jahresumsatz verzehnfachen.

Doch heute, trotz 30 Jahre Einheitsgeschichte, steht nicht das Unternehmen im Mittelpunkt der Öffentlichkeit. Andrea Niendorf ist nominiert für den Deutschen Engagementpreis. Sie erhebt ihre Stimme für das Wohl der Tiere. Nun braucht sie die Stimmen der Leser, um den Preis nach Gera zu holen. „Wenn wir den Preis gewinnen sollten, dann gewinne ich diesen nicht für mich, sondern für unseren Tierschutzverein Gera und Umgebung”, betont sie. 10.000 Euro warten auf den Verein, mehrere tausend Euro spendet die Unternehmerin jährlich in verschiedene Projekte. „Grundsätzlich spende ich dort, wo Leben bedroht ist: eine Schule und Kinderheim in Indien, fördere Greenpeace, PETA, Ärzte ohne Grenzen und bin Mitglied im Tierschutzbund”, zählt sie auf. Für die Geraer Organisation spendete sie neben finanziellen Mitteln auch Sachmittel, darunter jüngst eine Drohne mit Wärmebildkamera. Rund 5.000 Euro braucht es für die komplette Ausrüstung samt Bildschirm, Akkus, Tasche und Versicherung. „Mit unseren Drohnen fliegen unsere Tierfreunde in den frühen Morgenstunden über die landwirtschaftlichen Wiesen, die kurz vor der Grasmahd stehen. Hier verstecken die Ricken ihre Rehkitze, die anfangs noch mit einem Drückerinstinkt geprägt sind. Aber auch andere Bodenbrüter werden von den Tierfreunden vor dem sicheren Tod durch die Maschinen gerettet. Um noch mehr Tiere retten zu können, benötigen wir eine weitere Drohne”, erklärt die passionierte Tierschützerin und Vorsitzende des Tierschutzvereins Gera und Umgebung.

Es ist nicht das einzige Projekt, für welches sich die Geraer Tierschützer einsetzen. „Wir betreiben eine Katzenstation, in der wir bis zu 15 Samtpfoten übergangsweise aufnehmen können. Wir sind kein Tierheim, sondern versorgen hauptsächlich wildlebende Katzen. Wir versorgen sie an Futterplätzen, fangen sie in Lebendfallen ein, um sie kastrieren und tierärztlich versorgen zu lassen – für eine sinnvolle Reduzierung der ständig anwachsenden Population.”

Tierschutz ist für Andrea Niendorf ein ganzheitliches Projekt. Als Mitglied im Tierschutzbeirat, angesiedelt im Thüringer Sozialministerium, obliegt ihr die Möglichkeit regionale Landwirte besuchen zu können, mit dem Ziel, die Thüringer Tierwohlstrategie durchzusetzen und somit eine Verbesserung in der Nutztierhaltung und bei der Kastration von Ferkeln mit Betäubung erwirken zu können. „Ich habe es mir mit einigen Tierfreunden zur Aufgabe gemacht, Landwirte auf ihren Höfen in Thüringen zu besuchen, um die gesamte Erzeugerkette zu betrachten - mit dem Ziel, Landwirte mit artgerechter Haltung auf einer Internetplattform zu bündeln und für den Endkunden transparent zu machen.”

„MitGefühlEssen.de“ soll Ende des Jahres online gehen und einen bewussten Fleischkonsum ermöglichen. „Mit dieser Internetseite wollen wir die Verbraucher dazu einladen, sich bewusst für ein Stück Fleisch aus artgerechter Tierhaltung zu entscheiden. Ich bin grundsätzlich gegen die Massentierhaltung, unterliege aber nicht der Illusion, dass sich die ganze Welt in absehbarer Zeit vegetarisch ernähren wird. Dennoch bin ich mir sicher, dass unser Bewusstsein wachsen wird, Tiere als unsere Mitgeschöpfe anzuerkennen, die ebenfalls nach einem würdevollen Leben verlangen”, so Andrea Niendorf. Sie verurteilt niemanden. „Menschen, die auf Schlachthöfen oder in Ställen mit Massentierhaltung arbeiten sind nicht per se Tierquäler. Oftmals bemühen sie sich, doch sind sie dem Teufelskreis der Billigproduktion unterlegen.

Andrea Niendorf isst seit 2005 kein Fleisch mehr. Sie fordert einen Tierwohlaufschlag für alle Lebensmittel, die von Tieren stammen.

2019 erhielt sie den Thüringer Tierschutzpreis, den sie stellvertretend für den Tierschutzverein Gera entgegennahm. Nun gilt es den Deutschen Engagementpreis für Gera zu gewinnen. Unter den rund 300 Nominierten ist die Geraer Organisation, die einzige, die sich für das Wohl der Tiere einsetzt.

Hier geht es zur Abstimmung für Andrea Niendorf und den Tierschutzverein Gera und Umgebung.

( Fanny Zölsmann, 09.10.2020 )

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