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Wird Geras Jugend gehört?

Der jüngste Jugendhilfeausschuss am Mittwoch, 16. September, verdeutlichte, dass mit der Eröffnung des 40. Kindergartens am Waldklinikum der notwendige Bedarf verringert werden konnte. Jedoch können weder Eltern oder noch Verwaltung aufatmen. Nach Berechnung des Jugendamtes fehlen noch immer Plätze. Vor allem im Zentrum hersche noch immer ein großer Mangel. Klar ist, dass das derzeitige Angebot weiter ausgebaut werden muss, da auch in den kommenden Jahren mit einem gleichbleibenden Bedarf zu rechnen ist. Michael Hoffarth, Mitglied im JHA, brachte zudem ins Gespräch, dass in einigen Einrichtungen Kinder mit Migrationshintergrund einen hohen Prozentsatz ausmachen und zitiert aus einer Studie, dass die Entwicklung von Kindern in Kitas mit hohem Migrantenanteil schlechter wäre. Natürlich will er nicht, dass ausgewählt wird, wer in die Kita darf, denn vielmehr weist er darauf hin, dass auffällig sei, dass in einigen Häusern nur wenige oder keine Migranten angemeldet sind und in anderen Einrichtungen die Zahl steigt. Daher brachte er den Vorschlag ein, eine Quote in der Planung aufzunehmen, mit dem Ziel, dass jede Einrichtung 10 Prozent Kinder mit Migrationshintergrund aufnehme. Andreas Kinder und Daniel Reinhardt, Vorsitzender des Ausschusses, hielten dagegen: „Eine passende Lösung für alle ist schwierig, aber eine Quote ist nciht der Weisheit letzter Schluss und trage keineswegs zur Integration bei.”

„Ich verstehe ihr Anliegen und bin gern behilflich, Lösungen zu finden. Eine Quote ist aber nicht akzeptabel. Diese grenzt aus und benachteiligt. Das ist schon aufgrund des Grundgesetzes Artikel 3 Absatz 3 nicht umsetzbar, denn niemand darf ausgegrenzt werden und die Quote kommt dem gleich. Zudem ist sie menschlich nicht vertretbar und deshalb sollte der Vorschlag keine Mehrheit finden”, konstatierte die Migrations- und Integrationsbeauftragte der Stadt Gera, Nicole Landmann. „Es gibt zahlreiche Hilfsangebote, welche Einrichtungen in Anspruch nehmen können, um die Integration voranzutreiben”, bilanzierte sie. Videodolmetscher, Kultur- und Sprachmittler, sozialraumbezogene Netzwerke sowie Anlaufstellen stehen parat. Auch hausinterne Konzepte können angepasst werden und man sollte mehr auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen, die weniger Probleme beim gemeinsamen Umgang haben.

Schlussendlich wurde der Antrag einer Quote im Jugendhilfeausschuss mehrheitlich abgelehnt.

Ebenfalls stand die Standortfestlegung eines neuen Freibades auf der Tagesordnung. Hier schalteten sich Stadtschülervertretung und Jugendrat (Gremium politisch aktiver Jugendlicher) als beratende Mitglieder ein und stellten Fragen an das Baudezernat. Gern wollte man wissen, ob der JHA in die weitere Planung eingebunden werde. Schließlich befasse man sich mit Problemlagen junger Menschen, die bereits seit der Standortschließung für ein neues Bad plädieren. So könne man nicht nur helfen einen Standort zu finden, sondern auch Argumente zu den entscheidenden Einzelheiten liefern. Im Vorfeld des Jugendhilfeausschusses wurden Fragen zu den Themen Untersuchungen und Gutachten, Klimaschutz, Nachhaltigkeit sowie Dauer der Standortsuche an das Baudezernat mit der Bitte um Antwort gesandt. Vergeblich wartete die Jugend auf Antworten, ferner wurde sie vertröstet mit der Antwort, man sähe keine Notwendigkeit, die Fragen zu beantworten, denn der JHA sei nicht der richtige Debattenort.

Sauer über die Entscheidung wendete man sich an den Ausschuss, welcher die Thematik aufnahm und kein Verständnis für die Aussagen des Amtes zeigte. Schließlich sei von oberster Stelle gewünscht, dass sich die Jugend auch politisch engagiere.

Einigkeit herrschte im Jugendhilfeausschuss, dass Kinder und Jugendliche die Hauptnutzer seien und schon deshalb gehört werden sollten. Der JHA unterstützt das Vorgehen des Jugendrates und gab deshalb die Empfehlung an den Stadtrat (Sitzung am gestrigen Donnerstag, 24. September), dass der Punkt zur Abstimmung über den Standort von der Tagesordnung zu streichen sei und in die Verwaltung zurückverwiesen werden solle – mit der Argumentation: die Meinung der Jugend einzuholen.

Aktuell stehen zwei Standorte zur Diskussion: Das Areal gegenüber dem Hofwiesenbad und eine Wiese am Gessenbach. Mehr dazu in der kommenden Woche. 

( Lars Werner, 25.09.2020 )

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