Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Ort kultureller Vielfalt und Nächstenliebe

Gelebte Vielfalt und Toleranz sind Voraussetzung für ein demokratisches Zusammenleben. Zwar gibt es noch immer genügend Negativbeispiele, aber die Auslobung des zweiten Integrationspreises der Stadt Gera zeigt mit seinen 15 eingereichten Projekten, dass die Geraer Vielfalt und Toleranz leben und damit die Integration und somit die Teilhabe von Menschen mit oder ohne Migrationshintergrund fördern. Einfach hatte es die Jury nicht, aber wählte letztendlich drei Projekte, die kürzlich den mit jeweils 800 Euro dotierten 2. Integrationspreis erhielten.

Einer der Preisträger ist die Kita „Schatzkiste”, in Trägerschaft der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Gemeinde G26. Gemeindereferent Stefan Taubmann verzichtete bei der Bewerbung darauf ein einzelnes Projekt der Einrichtung hervorzuheben, sondern reichte das Arbeiten, Leben und Wirken der Kita als Gesamtkonzept ein. „Einen Beitrag zur Integration leisten, Begegnung fördern zwischen Menschen verschiedener Kulturen und sozialer Milieus, dies spielte in der G26 immer eine wichtige Rolle. Wir arbeiten eng mit dem Freundeskreis für Flüchtlinge zusammen, betreiben ein Begegnungscafé und richten uns mit verschiedenen Angeboten an Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. So lag es nahe, die Vision einer Kita als Ort kultureller Vielfalt zu verwirklichen, an dem Akzeptanz, Toleranz und Nächstenliebe gelebt werden“, erklärt Taubmann dazu.

Zehn Mitarbeiter, bestehend aus pädagogischen Fachkräften, Präsenz- und Servicepersonal betreuen 42 Kinder. Dabei ist bei Mitarbeitern und Kindern egal, ob diese eine syrische, kurdische, arabische oder deutsche Abstammung haben. Was zählt ist die Haltung im alltäglichen Zusammenleben. „50 Prozent unserer Kinder haben einen Migrationshintergrund. Natürlich haben wir dadurch auch einen enormen Mehraufwand, aber mit unserer Einstellung, die geprägt ist von Respekt, Teamgeist und dem Willen, dass Integration und Inklusion nicht Theorie oder politisches Ziel bleiben, sondern in einer Kita gelebt werden können, bauen wir Barrieren ab, setzen auf Kommunikation und tun alles, damit sich Kinder und Eltern wohl fühlen und sich in unsere Gemeinschaft integrieren können. Wir gehen auf die Bedürfnisse eines jeden Einzelnen ein. Auch wenn es stressig ist, zeigen unsere Ergebnisse, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, erzählt Kita-Leiterin Sylvia Hartmann.

Dass es eine Bewerbung gab, war kein Geheimnis und trotzdem war man überrascht, als am Abend der Preisverleihung die Kita als Preisträger gekürt wurde. Natürlich freut man sich über das Preisgeld, jedoch überwiegt das Glücksgefühl, weil die Arbeit und das Engagement des Hauses gewürdigt wurden, obwohl es erst seit zwei Jahren besteht. „Wir sehen in unserer Arbeit nicht nur die Betreuung der Kinder, sondern wir helfen den Eltern auch bei alltäglichen Problemen weiter. Dabei gibt es Hürden zu überwinden, was nur funktioniert, wenn man ein tolles Team und ein gut funktionierendes Netzwerk im Rücken hat“, fügt Hartmann hinzu. Die G26 sagt Danke für die Auszeichnung und Stefan Taubmann betont nochmals, dass jeder Einzelne dazu beigetragen hat, dass das Team täglich eine familienzentrierte Arbeit leistet und sich für den Blick auf die unscheinbaren Kleinigkeiten auch weiterhin Zeit nimmt. Es lohnt sich, damit Integration funktioniert und gelebt wird. Neben der Kita „Schatzkiste” wurde Jana Huster mit ihrem Projekt „Fremden Führungen“ und Nour Al Zoubi als Redakteurin der Zeitung „NIG – Neues in Gera“ ebenfalls mit dem Integrationspreis ausgezeichnet. Beide Preisträger stellen wir in den kommenden Ausgaben von Neues Gera vor.

( Lars Werner, 18.09.2020 )

zurück