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Enormer Zuspruch

Hoch hinaus mit einer Drahtbürste am Teleskopstab wird den Gelegen des Schwammspinners im Liebschwitzer Waldgebiet zu Leibe gerückt. Obwohl bei weitem nicht alle braungelben Schwammansammlungen an den Laubbäumen erreichbar sind, viele Gelege in den unteren Bereichen werden gefunden und entfernt.

Ziel dieser Aktion am 1. Februar war es, so viele Eier, wie möglich zu vernichten. Der Einladung des Geraer Umweltamtes sind etwa 500 Menschen nachgekommen. Nicht nur Liebschwitzer, Betroffene und Nichtbetroffene, sondern Helfer aus ganz Gera und über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus haben sich vor der Liebschwitzer Kirche eingefunden. Viele hatten ihr eigenes „Werkzeug“ mitgebracht, doch standen auch 200 Eimer und einige Drahtbürsten, die vom Bauhaus Gera zur Verfügung gestellt wurden, für die Arbeiten bereit. Insgesamt sieben Teilbereiche hatte das Umweltamt der Stadt unter Leitung von Konrad Nickschick markiert, die an diesem Tag näher in den Augenschein genommen werden sollten. Die Gebiete reichen rund um die Touristenstation Liebschwitz über den gesamten Zoitzberg bis zur Straße „Nach der Wipse“, sowie vom Hainberg bis zur Straße „Niebraer Weg“.

Jeweils 20 bis 40 Helfer schwärmten in kleinen Gruppen in die Eichenmischwälder aus. Eine Raupenplage, wie im vergangenen Jahr, wünscht sich keiner den Anwohner noch einmal. Robert Fickenscher wohnt direkt am Zoitzberg und berichtet vom Kahlfraß des kompletten Gartens hinter dem Haus seiner Eltern. Die gefräßigen Raupen durchzogen das komplette Grundstück. Gemeinsam mit seinen Kameraden von der Freiwilligen Feuerwehr Gera-Liebschwitz machte er sich auf die Suche nach den Gelegen. Er selbst findet die Aktion wichtig, glaubt jedoch nach seinen gemachten Erfahrungen eher weniger an deren Erfolg. Oberbürgermeister Julian Vorarb bezeichnete diesen Einsatz, als den ersten wichtigen Schritt gegen eine Eindämmung der Population, als sehr gelungen und bedankte sich bei allen. Seine Frau Jana und er selbst legten mit Hand an, kraxelten und schruppten am Südhang des Zoitzberges. Erfahrungen der freiwilligen Helfer zeigten, dass sich die Gelege oft hinter loser Rinde, zwischen freiliegenden Wurzeln, jedoch hauptsächlich an trockenem, totem Holz oder zwischen Steinen verstecken. Vielleicht, so lässt vermuten, dass einige Bäume durch den Raupenbefall bzw. durch die aufeinanderfolgenden trockenen Sommer abgestorben sind. Das befürchtet auch Karsten Schröder, Leiter des Forstamtes Weida im Verbund von Thüringenforst. „Unsere Maßgabe für das Forstamt ist daher, den Wald nicht großflächig absterben zu lassen. Wenn so ein Kahlfraß das zweite Jahr hintereinander stattfindet, würde das ein Großteil der Bäume nicht überleben. Das hätte wiederum Auswirkungen auf die Ortschaftslage, da durch schlechten Korrosionsschutz Schlamm, Geröll und Steine bei starken Gewittergüssen herunterkommen könnten. Selbstverständlich hätten viele Tierarten im Laubmischwald dann keinen Lebensraum mehr“, erklärt der Forstamtsleiter.

Die Sammelaktion findet er für die Ortslage in Liebschwitz sinnvoll, denn alles was an Eiern weggesammelt wird, kann keine Raupe mehr werden und nicht mehr in die Gärten vordringen. Daher sei der Einsatz speziell auf den Waldrand beschränkt, da diese Bereiche bei einer chemischen Behandlung ausgenommen seien. Dennoch, so Karsten Schröder weiter, werde mit dem Umweltamt Gera diese Notfallvariante überlegt. Es laufen im Hintergrund Genehmigungsverfahren, Ende April bis Anfang Mai mit einem speziellen schmetterlingswirksamen Mittel die Raupen zu bekämpfen. „Wir arbeiten seit der Invasion letztes Jahr intensiv daran, die aktuelle Entwicklung zu beobachten. Im März werden wir die Gelege überprüfen, ob die Eier vital sind, ob die Raupen schlüpfen können, oder die Gelege bereits durch Pilze und Bakterien zersetzt wurden. Das Gleiche erfolgt nach dem Schlupf der Raupen. Wir hoffen, dass uns in diesem Jahr die Witterung auch einmal hilft und durch reichlich Regen im Frühjahr die Population einschränkt“, so Karsten Schröder.

Die Bürger glauben oder hoffen, dass von den verantwortlichen Stellen viel bzw. alles getan wird, damit sich so eine schlimme Raupenplage wie im Vorjahr nicht wiederholt.

( Wolfgang Hesse, 04.02.2020 )

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