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Firma Max Bögl zwischen Erfolg und auch Sorgen

Der Geraer Betrieb des privaten Bauunternehmens Max Bögl kann auf einezehnjährige Erfolgsgeschichte zurückblicken, obwohl auch er durch die Baukrise der letzten Jahre Nackenschläge hinnehmen mußte. Die Firma in Gera gehört thüringenweit zu den größten Arbeitgebern und ist eine derwenigen, die nach Tarif entlohnen und sich vielseitig sozial engagieren. Ganz im Zeichen des 10. Betriebsjubiläums und der gegenwärtigen Probleme des Bauwesens stand soeben eine Betriebsversammlung, zu der derBetriebsrat des Gesamtbereiches Gera eingeladen hatte. Betriebsratsvorsitzender Wolfgang Bunke konnte dazu Polit- und Gewerkschaftsprominenz begrüßen, so den Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen Stephan Hilsberg, den Geraer Oberbürgermeister Ralf Rauch, und vom Bundesvorstand der IG Bauen-Agrar-Umwelt Irmgard Meyer. Überall in der Region und bundesweit hat Bögl eine erfreuliche "Spur der Steine" hinterlassen. Beispiele sind in Gera die Südost-Tangente (12,5 Mio. Euro Bausumme), die Autobahn A4 Gera-Rüdersdorf, die Heinrichsbrücke, Möbelhaus Rieger in Tinz, die Gartenstadt Debschwitz, die Brücke in Korbußen, in Thüringen die Nordtangente Saalfeld, Sanit Eisenberg, Klinikum Erfurt und weitere. Insgesamt hat die Geraer Niederlassung des oberpfälzischen Familienbetriebes in den vergangenen 10 Jahren 650.000 Kubikmeter Betonund 935.000 Tonnen Asphalt verarbeitet. Ein im Bauwesen nicht zu unterschätzender Aktivposten dabei: In all den Jahren gab es keinen tödlichen Arbeitsunfall. Prozentual zu den Beschäftigten wurde sogar im vergangenen Jahr das bisher beste Ergebnis bei der Senkung der Arbeits-und Wegeunfälle erzielt. Bögl begann 1991 in Gera mit 272 Beschäftigten. Gegenwärtig sind es noch 800. Zwischenzeitlich zum Bauboom waren es aber auch schon mal 1.100. Der Betrieb hat bisher 85 junge Leute ausgebildet. Vorbildlich ist die Seniorenbetreuung. Und ein spezieller Jugendausschuss sichert dem Nachwuchs Mitspracherechte. Die Betriebsversammlung war Spiegelbild für die Sorgen, die die Bauarbeiter plagen: Fehlende Aufträge, besonders von der öffentlichen Hand; Schwarzarbeit und Lohn- bzw. Preisdumping haben Hochkonjunktur; überall arbeiten Billiganbieter, die schlechte Qualität leisten; Bezahlung Ost und Bezahlung West klaffen weiter auseinander, es gibt kaum noch Tariflohn im Osten usw. usw. Von der Beratung ging ein flammender Aufruf an die Bundesregierung: Das Vergabegesetz muss schnellstens Wirklichkeit werden! Danach soll öffentliche Aufträge nur der erhalten, der nach den in der Region geltenden Tarifverträgen entlohnt. Das verhindere Wettbewerbsverzerrungen. Sachsen-Anhalt und Bayern praktizieren das schon. Die Thüringer Landesregierung sowie CDU und Handwerk sind allerdings gegen eine solche Regelung. Sie befürchten den Verlust des einzigen Wettbewerbsvorteils der Ost-Baubetriebe, da diese keine Westlöhne zahlen könnten. Man sei aber auf Aufträge aus dem Westenangewiesen.

( NG/hb, 22.02.2002 )

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