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Es wächst zusammen, was zusammen gehört

Seit dem 1. Juli 1993 hatten wir als regionaler Verlag mit unserer Zeitung Neues Gera einen Verteilvertrag mit der Firma Raatz. Gerlinde Raatz und mein Vater waren Grundstücksnachbarn in der Dornaer Straße, beide hatten die Wende als Chance für die unternehmerische Selbständigkeit begriffen und aufgegriffen. Also ging es los. Im Zwei-Wochen-Takt. Einen richtigen Vertrag mit Qualitätsanforderungen, Kündigungsfristen und Gerichtsstand hatten wir nie. Es waren vertrauensvolle Gepflogenheiten unter dem Dach der Kaufmanns-Ehre.

Das Volumen wurde größer, wir stellten um auf wöchentliche Erscheinung und probierten größere Auflagen mit zusätzlicher Verteilung in Bad Köstritz, Ronneburg, Weida, Wünschendorf und Münchenbernsdorf. Bei alledem standen wir unter der scharfen Kontrolle unserer Leser, nicht nur inhaltlich, sondern konkret hinsichtlich der Verteilung. Neues Gera war immer eine kostenlose Wochenzeitung, aber durch den Amtsblatt-Inhalt standen wir im Fokus. Manch einer leitete daraus einen persönlichen Rechtsanspruch ab, unbedingt beliefert zu werden. Ohne die Ortskenntnis der qualifizierten und engagierten Mitarbeiter der Firma Raatz hätten wir diesen zum Teil überzogenen Forderungen nicht standhalten können. Inzwischen hat sich vieles entschärft. Geblieben aber ist unser Anspruch, jeden Briefkasten zu erreichen.

Die Verteiler haben es nicht leicht: Es gibt Werbeverbote, die für Neues Gera als Wochenzeitungt nichtbeachtet werden müssen. Einzuhalten sind die Zustellverbote, also die Aufforderung „Keine kostenlosen Zeitungen“. Zur Einzelfallentscheidung für den Zusteller machen‘s dann Aufkleber wie „Außer Neues Gera“.

Raatz wurde größer, der Wettbewerb schärfer, es kamen der Mindestlohn und die zugehörige Bürokratie - zum 1. Januar 2017 übernahm die Mediengruppe Thüringen das Verteilgeschäft. Der Vertrag mit uns wurde fortgesetzt, aber das Zustellsystem total umgestülpt. Viele Zusteller mit kleinen Gebieten wurden ersetzt durch weniger Zusteller, die mit Caddys größere Gebiete zu versorgen hatten. Unsere Zustellquote stürzte nach eigenen Befragungen um ein Drittel ab. Wir fuhren mit einem Lautsprecherwagen durch Lusan, Zwötzen und Debschwitz, um den Geraern mitzuteilen, dass es unsere Zeitung noch gibt und daß die Zeiten wieder besser werden würden.

Auch das ist überstanden. Geblieben ist das spannungsvolle Miteinander zwischen lokalem Verlag und Verteilpartner mit Alleinstellungsmerkmal (auch Monopol genannt). Es muß eine Alternative geben! Ohne Alternative kein Wettbewerb – der Preise, der Leistungen, der Ideen.

Mirko Raatz hat den mutigen Entschluß gefaßt, in Gera wieder eine Verteilstruktur aufzubauen. Ab dem 1. Januar 2020 sind wir wieder Partner. Die Verteilung bleibt in der Wochenmitte, wird sich aber in der Startphase bis Donnerstag hinziehen können

Es wird gewiß etwas holpern, wir bitten um Verständnis und auch gern um Ihre Mitwirkung. Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen mit: was klappt, wo hapert es, wohin sollten wir blicken.

Seien Sie kritisch und nachsichtig. Freuen Sie sich mit uns über den Versuch einer nachhaltigen Wertschöpfung in unserer Heimatstadt. Hoffentlich müssen wir nie betteln, betteln beim Staat wie jetzt die großen Verlagshäuser. Angeblich um die Meinungsvielfalt zu retten und den gesetzlichen Auftrag der Presse zu erfüllen, bekommen die Großen der Branche jetzt 40 Millionen Staatsknete. Begründung: Die Verteilung ist so teuer. Hier schaufelt der SPD-Minister Hubertus Heil Steuergelder u.a. in Konzerne, die im (Mit)Besitz der SPD sind. Jammern auf höchstem Niveau: Es sollen 645 Millionen Subventionen werden, jährlich. Ist das dann noch die 4. Gewalt? Verfließen die Grenzen zwischen Fakten und Kommentar immer mehr, zwischen öffentlicher Meinung und veröffentlichter Meinung?

Unser Credo: „Sprechblasenfrei zapfen!”. Bleiben Sie uns gewogen.

Dr. Harald Frank, Verleger

( vorstufe, 11.12.2019 )

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