Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Was heißt schon alt?

Was heißt schon alt? Eine gute Frage. Oftmals begegnet man dieser mit der Antwort: Man ist so alt, wie man sich fühlt. 
Einige von uns fühlen sich schon mit 30 alt, andere wiederum empfinden sich selbst mit 60 Jahren noch als wahre Jungbrunnen. Es ist eine gewaltige Portion persönliches Empfinden, gewürzt mit einer Prise Begleiterscheinungen. Denn die körperlichen Gebrechen wie Arthrose, Gicht, geringere Belastbarkeit oder die geistigen Beeinträchtigungen wie Demenz lassen sich nicht verleugnen. Doch als ob diese Einschränkungen nicht schon genug Strapazen mit sich bringen, mangelt es in der Gesellschaft oft  an der nötigen Toleranz gegenüber dem Alter. Wenn Opi, stolz seine Kräfte mobilisiert zu haben, zum Bäcker tippelt und nun langsam – denn es geht eben nicht mehr so schnell – das Kleingeld aus der Geldbörse zählt, wird der eine oder andere hinter ihm schon unruhig und meint, er könne doch seine Brötchen kaufen, wenn andere arbeiten müssten. 
Nun denn, während die einen langsamen Schrittes ihr Leben Revue passieren lassen, rennen die anderen selbigen rastlos hinter her. 
Um ein wenig Verständnis dafür zu entwickeln, wie sich Menschen im Alter mit ihren Gebrechen fühlen, hat sich die Heimbetriebsgesellschaft Gera überlegt, einen Alterssimulationsanzug zu beschaffen. „Vorzugsweise nutzen wir diesen Anzug für Fortbildungen und unsere Auszubildenden, um sie zu sensibilisieren, sie spüren zu lassen, wie schwer es im Alter fällt, die eine oder andere Bewegung zu machen”, erklärt Silvia Bogdanowa, Heimleiterin des Franz-Lenzner-Heimes. 170 Bewohner leben hier, davon 108 in der spezialisierten Demenzbetreuung. „Wir sind seit 2000 auf an Demenz erkrankte Menschen spezialisiert und damit das einzige Seniorenpflegeheim in Gera”, erklärt sie weiter. Vor allem vor dem Verlust der eigenen Erinnerungen, haben viele Menschen noch mehr Angst als vor dem Verlust der körperlichen Fitness. Um das Bewusstsein dafür zu fördern rief die Allianz für Menschen mit Demenz – eine Initiative der Bundesregierung und Teil der Demografiestrategie – die Woche der Demenz als gemeinsame öffentlichkeitswirksame Maßnahme aus. Diese findet vom 18. bis 24. September statt. Bereits im Vorfeld wird es in Gera einen Thementag am Dienstag, 10. September, ab 14 Uhr geben, organisiert vom Demokratischen Frauenbund. Mit einem Augenzwinkern setzt Petra Meyenberg dem haaresträubenden Thema „Altwerden” die Ausstellung „Was heißt schon alt” vom Bundesfamilienministerium entgegen. „Das Bundesfamilienministerium setzt sich dafür ein, ein neues und differenziertes Bild vom Alter zu verankern. Denn die noch immer in der Gesellschaft vorherrschenden Altersbilder entsprechen oft nicht mehr den vielfältigen Lebensentwürfen und Stärken der älteren Menschen von heute”, erklärt Petra Meyenberg die Intention dieser Ausstellung und lädt Jung und Alt dazu ein, sich auf den Weg des „Altwerdens” zu begeben, um dem Alter wieder mehr Achtung und der alternden Gesellschaft Beachtung zu schenken. 
An diesem Thementag, an dem nicht nur die Ausstellung eröffnet, sondern auch Silvia Bogdanowa einen Vortrag „Demenz - Schreckensbild des Alters?” hält, sind alle Generationen willkommen und sogar ausdrücklich erwünscht. 
„Mein Vortrag wird kein faktenbasiertes mit Fremdwörtern überschwemmtes Referat. Es soll für jedermann verständlich sein”, erklärt Silvia Bogdanowa. Mitbringen wird sie den Alterssimulationsanzug. Jeder ist eingeladen, diesen anzuziehen und sich einmal alt fühlen zu können. 
Außerdem sind Kinder bis zehn Jahre eingeladen an einem Malwettbewerb teilzunehmen. „Schick uns dein Bild zum Thema: So sehe ich aus, wenn ich alt bin. Eine Jury wählt die 15 schönsten Bilder aus. Drei davon werden mit Büchergutscheinen prämiert, gesponsert von GBG Bestattungen”, ruft Petra Meyenberg zum Mitmachen auf. Einsendeschluss ist der 20. September, abzugeben beim Frauenbund, Heinrichstraße 38 oder bei GBG Bestattungen, Heinrichstraße 43. Weitere Teilnahmebedingungen  per Anruf unter 77315845. Die Preisverleihung findet am Thementag „Alter im Spiegel der Kulturen” am 26. September, 13 Uhr, statt. Zum Thementag wird Neues Gera später mehr berichten. 
Die Ausstellung „Was heißt schon alt?” wird bis zum 27. September im Frauenbund und in den Räumen von GBG Bestattungen zu sehen sein. „Wir haben bereits bei unserer letzten Ausstellung ‚Ich lach mich tot‘ die Synergien genutzt, beide Orte zu verbinden, um die Vielfalt der Ausstellung zur Geltung bringen zu können”, erklärt Petra Meyenberg und dankt zugleich Jens Göbel, der als Chef der GBG Bestattungen Gera, die Versicherungssumme für die Ausstellung übernimmt.  
Übrigens: Wer den Alterssimulationsanzug einmal probieren möchte, aber am Dienstag, 14 Uhr keine Zeit findet, der ist eingeladen zur 8. Geraer Ausbildungsbörse, ab 9.30 Uhr, am Stand der Heimbetriebsgesellschaft vorbeizuschauen und kann sich hier auch gleich über die Möglichkeiten einer Ausbildung informieren. 

( Fanny Zölsmann, 04.09.2019 )

zurück