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Strukturreform in der Katholischen Kirche

Seit dem 9. Dezember gibt es eine neue Katholische Pfarrei in Gera. Diese umfasst die Gemeinden St. Elisabeth Gera, Hl. Maximilian Kolbe Lusan, Mariä Verkündigung Eisenberg, St. Josef Hermsdorf und Heiliger Geist in Stadtroda/Kahla. Die genannten Gemeinden waren bis dato selbstständige Pfarreien mit allen Rechten und Pflichten. Die Strukturreform soll helfen, den Dienst der Kirche an den Menschen zu unterstützen. „Diese Neugründung ist schon ein besonderer Schritt“, sagt Dekan Klaus Schreiter. „Immerhin sind wir bereits seit 2009 auf einem gemeinsamen Weg oder bereiteten uns darauf vor. Das hat mit den Pfarreien Hermsdorf und Stadtroda/Kahla begonnen, die nicht mehr mit eigenen Pfarrern besetzt wurden. Mit Blick auf die Verwaltungsentlastung ist diese Neugründung ein Segen.“ Für den neuen Pfarreipfarrer sei es wichtig, dass sich die ehemaligen Pfarreien als Gemeinden in der Seelsorge vor Ort weiterentwickeln. Jede Strukturreform bringe Änderungen mit sich, Änderungen, die Gemeindemitglieder vor Ort spüren, obwohl ihre bisherigen Ansprechpartner, sprich Pfarrer, Gemeindereferenten und kirchlichen Mitarbeiter bleiben. Die finanzielle Verwaltung wird zentral in der neuen Pfarrei erfolgen. Dafür bisher tätige Mitarbeiter in den Gemeinden erhalten andere wichtige Aufgaben. „Solch ein Schritt ist nicht einfach und bringt auch viele Fragen und Neuorientierungen mit sich“, erklärt Heinrich Timmerevers, der Bischof des Bistums Dresden-Meißen, zu dem die neue Pfarrei gehört. Jetzt müsse man nach vorn schauen, denn dieser Weg sei ein guter, auch in Bezug auf das Wachsen und Werden der Kirche. „Du sollst ein Segen sein – ein Segen sollt ihr sein“ ist das biblische Leitwort, das sich die Thüringer Katholiken der Region Gera für die Neugründung ausgewählt haben. „Niemand kann alleine glauben, wir brauchen die Gemeinschaft, die Gemeinschaft macht uns stark, führt zusammenführt und ermutigt“, betont der Bischof.

Bereits im Jahre 2013 hatte man sich auf diesen „Pastoralen Erkundungsprozess“ begeben. Damals wurden 5000 Gemeindemitglieder befragt, wo in ihren Umfeld ähnliche Herausforderungen anstehen und ob man sich zur Lösung der künftigen Aufgaben zusammenschließen könne. Das Bistum Dresden-Meißen, das den Großteil Sachsens und weite Teile Ostthüringens umfasst, war bis vor kurzen noch in 97 Pfarreien unterteilt. Bis 2020 werden es noch 33 größere Einheiten sein. Die Geraer Pfarrgründung ist die sechste Neugründung im Bistum.

Johanna Gottschlich wünscht sind für ihre Gemeinde Hl. Maximilian Kolbe in Gera-Lusan, das vor allem das Gemeindeleben vor Ort weitergeht. Der neuen Struktur steht sie positiv gegenüber, gibt aber zu bedenken, die Menschen jetzt nicht allein zu lassen. „Ich finde es wichtig, dass man das, was bisher gut lief, wertschätzt und so fortführen möge.“ Damit meint Johanna Gottschlich die vielen Veranstaltungen in ihrer Gemeinde und die gute Zusammenarbeit mit der Evangelischen Lusaner Gemeinde, insbesondere mit Pfarrer Michael Schlegel. Im Jahr gäbe es vielerlei Berührungspunkte, den gemeinsamen Martinsumzug, den Lebendige Adventskalender oder auch den Weltgebetstag, der gemeinsam begangen wird. Die neue gemeinsame Pfarrei sei ein Aufbruch, ein Neubeginn und auch sehr wichtig für die Ökumene, ist von Dekan Schreiter zu erfahren. Als Beispiel nennt er die enge Zusammenarbeit im Rahmen der Ökumenischen Akademie Gera/Altenburg und wünscht sich ähnliche Neuaufbrüche in den Gemeinden vor Ort. Nach dem Weggang von Menschen und Immobilien sei dies nötiger denn je, so der Pfarrer.

Am 9. Dezember wurde in der Katholischen Kirche St. Elisabeth die Neugründung besiegelt. Pfarrer Klaus Schreiter wurde als Leiter berufen und die hauptamtlichen kirchlichen Mitarbeiter in die neue Pfarrei übernommen. Aus den Händen des Bischofs erhielt Schreiter den neuen Stempel für die Pfarrei und alle angeschlossenen Gemeinden erhielten neue Kirchenbücher für die Kasualien vor Ort.

Pfarrer Michael Kleim von der Evangelischen Stadtkirchengemeinde wünschte im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Gera (ACK) und der Suptur der neuen Pfarrei in der Stadt einen guten Start. Gerade der Name der Heiligen Elisabeth sei eine Verpflichtung, den Menschen in Gera, insbesondere den Geringsten unter ihnen, zu helfen. Pfarrer i.R. Roland Geipel erinnerte an die Zeit der Bundesgartenschau Gera-Ronneburg 2007, als die ökumenische Verbundenheit beider Kirchen tagtäglich im Kirchenzelt im Hofwiesenpark sichtbar wurde. „Bereits 1988, lange vor der friedlichen Revolution, fanden die ersten Friedensgebete in Gera in der Katholischen Kirche St. Elisabeth statt“, ergänzt Geipel. Das seien für ihn Beispiele, wie sehr die Katholischen Gemeinden zu Gera gehörten. 

( Wolfgang Hesse, 19.12.2018 )

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