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Villa Meyer wird saniert

Sie gilt als protziger Höhepunkt der Neo-Renaissance. Jene Stilepoche, die mit der Villa Voß in der Parkstraße 1873 begann, endete ein paar Jahre später um 1883 mit der Villa Meyer in der Clara-Zetkin-Straße 9.

Während die Villa Voß seit ein paar Jahren in neuem Glanz erstrahlt, belebt und bewohnt ist, soll nun auch die Villa Meyer entzaubert werden. Christian Matern heißt auch dieses Mal wieder der Initiator. Als Projektleiter der MIL Projekt UG hat er bereits vor drei Jahren begonnen für das gegenüberliegende Eckhaus, Clara-Zetkin-Straße 20, welches ebenfalls noch eine Ruine ist, Fördermittel zu generieren, um dem „nördlichen Innenstadttor” wieder ein Gesicht zu geben. „Ich habe ein Konzept für das Eckhaus entwickelt und für die Stadt die Fördermittel akquiriert, nur so war es möglich, auch die Villa Meyer für Investoren interessant werden zu lassen. Mein Ziel war es, diese Innenstadtzufahrt zu retten und den einstigen Gedanken der Fabrikanten, mit ihren Prunkbauten zu repräsentieren, aufleben zu lassen”, so die Intention des Geraer Projektentwicklers. Aufgrund einer Zwangsversteigerung ist das Eckhaus nun an einen anderen Geraer Architekten gegangen.

Gemeinsam mit der WAV Immobiliengruppe, in persona der geschäftsführende Gesellschafter Andreas Weishaupt, wird nun in den nächsten vier Jahren – so der Plan – die Villa aus ihrem Dornröschenschlaf geholt. „Seit Mitte der 90er Jahre, mit Auszug des Katasteramtes, steht die Villa leer. Sie zerfällt zunehmend. Decken und Wände sind eingestürzt, vom Hausschwamm befallen, gilt es nun erst einmal das Gebäude zu sichern, bevor mit der Sanierung begonnen werden kann.

Mehrere Millionen Euro werden wir investieren, dank dem Landesverwaltungsamt und dem Bauministerium erhalten wir auch Fördermittel über das Bundesprogramm Stadtumbau Ost”, zeigt sich Christian Matern erfreut über diese Fördermittelzusage, die auch dem Engagement von Yvonne Thielemann, Fachgebietsleiterin Stadtsanierung und Städtebauförderung, zu verdanken ist.

Rund 2.000 Quadratmeter Nutzfläche verbirgt sich hinter dem prächtigen Gemäuer der Villa Meyer. „In der unteren Etage sollen vorrangig Büroräume Einzug halten, angedacht ist auch den großen Saal, den auch früher schon die Fabrikanten zum Repräsentieren genutzt haben, der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und ihn eventuell für Veranstaltungen vorzuhalten. In den oberen Etagen sind Wohnungen geplant. Wir dürfen sogar einen Aufzug einbauen. Es ist ein generell schwieriges Baubvorhaben, weil hier auch der Denkmalschutz mitredet. Mit im Boot ist das Architekturbüro Dietzel”, führt der Projektentwickler aus.

Die Villa Meyer gehört zu den stadtbildprägenden Gebäuden und mit ihr beginnt die sogenannte Perlenkette der Stadtvillen entlang der Berliner Straße nach Norden.

Am heutigen Sonnabend, zwischen 11 und 14 Uhr, erhalten neugierige Geraer und Besucher der Stadt die vorerst einmalige Möglichkeit einen Blick in die Villa zu wagen und die architektonische Meisterleistung Ende des 19. Jahrhunderts auf sich wirken zu lassen. Klar haben sowohl die Jahreszeiten als auch die verschiedenen Epochen und Systeme Spuren hinterlassen.

Anlässlich des Tages der Städtebauförderung können die Besucher im gesamten Stadtgebiet noch weitere Gebäude, Villen und Quartiere erkunden. Los geht es mit der Eröffnungsveranstaltung, 10 Uhr, auf dem Kornmarkt 6. Hier gibt es auch eine Fotoausstellung mit Luftaufnahmen und Informationen zur Quartiersentwicklung der Westseite des Kornmarktes. 11 Uhr beginnt ein Stadtspaziergang mit Informationen zur Neugestaltung der Clara-Zetkin-Straße.

Wer allein auf Erkundungstour gehen möchte, kann dies zwischen 11 und 14 Uhr. In dieser Zeit haben geöffnet:

„Altes Papierwerk” in der Florian-Geyer-Straße 4, die Häselburg, der Campus Rutheneum, IBA „Geras Neue Mitte” auf dem Museumsplatz, das Eckhaus in der Clara-Zetkin-Straße 20 und die Salvatorkirche. Abschließend wird 14 Uhr noch einmal auf den Kornmarkt zu einem kleinen Stelldichein geladen.

( Fanny Zölsmann, 05.05.2018 )

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