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Bienen brauchen bunte Blütenvielfalt

Bienenfleiß ist sprichwörtlich. Und das kommt nicht von ungefähr. Kaum ist der Frühling erwacht sind auch schon die Honigbienen unterwegs. Als erstes sind sie auf Pollen aus, um ihren Nachwuchs zu füttern. Nektar, um den Honig zu produzieren, holen sich die emsigen Tierchen aus den Obstblüten, die sich jetzt entfaltet haben. Für 500 Gramm Honig müssen die Sammelbienen eines Volkes ungefähr 120.000 Kilometer fliegen – das ist umgerechnet dreimal um die Erde.

Das alles weiß Rolf Gebhardt, der Vorsitzende des Imkervereins Goldene Weisel e. V. 1879, ganz genau. Er und seine Frau Edith, die gelernte Imkerin ist, halten in ihrem Grundstück in der Maler-Reinhold-Straße in Gera-Untermhaus 15 Völker und widmen sich mit Herz und Sachkenntnis den nützlichen Insekten. „Die Bienen sind gut über den Winter gekommen, und wir haben im Verein kaum Verluste zu beklagen“, schätzt Rolf Gebhardt ein. 35 Imker, darunter fünf Imkerinnen, gehören zu dem Geraer Verein. Sie unterhalten 250 Bienenvölker und haben einen durchschnittlichen Ertrag von 35 Kilogramm, der eigenständig vermarktet wird. „Dabei geht es uns nicht um den Gewinn, sondern in erster Linie um die Liebe, Pflege und Erhaltung der Natur“, ergänzt Edith Gebhardt.

Wie wichtig die Bienen für das Ökosystem sind und welchen Beitrag sie zur Gesundheit der Menschen leisten, erklären die Gebhardts immer wieder vor allem Kindern. Der Garten in der Untermhäuser Siedlung ist nicht selten ein gern gewählter Treffpunkt vieler Kindergarten-Erzieherinnen mit ihren Gruppen. „Sie holen sich vom naheliegenden Bäcker die Brötchen und bei uns gibt es Butter und Honig zum Frühstück, und ganz nebenbei erfahren die Mädchen und Jungen Interessantes aus der Bienenwelt“, lacht Rolf Gebhardt. Er zeigt den Kindern wie der Honig, den sie gerade essen, entsteht, sie dürfen sich auch selbst mal einen Schutzhandschuh oder Helm überstreifen.

Doch auch außer Haus ist der Vereinsvorsitzende in Sachen Aufklärung und Wissensvermittlung unterwegs. Froh ist er, dass von den Mitgliedern zwei Bienenlehrpfade betreut werden. Er selbst kümmert sich um den Bienenlehrpfad und das Museum im Tierpark. Ein weiterer Bienenlehrpfad befindet sich in Ronneburg. „Hier leisten Gabriele Giera mit ihrer grünen Klasse eine beispielhafte ehrenamtliche Arbeit, ebenso Sebastian Unger und Siegmar Letsch, Volker Hopfer betreut Bienenstand und Arbeitsgemeinschaft im Liebe-Gymnasium, Peter Zeidler kümmert sich um den Bienenstand auf dem Dach der Gera-Arkaden und im Gelände der Energieversorgung in der Neuen Straße“, zählt er auf. Gespräche gäbe es mit dem SRH Waldklinikum, das auch für einen Bienenstand Interesse zeigt.

Eine Biene fliegt etwa fünf Kilometer weit, um den Nektar zu sammeln. Wohin seine geflügelten Helfer fliegen, kann Rolf Gebhardt sehr genau beschreiben. „Den Lindennektar holen sie sich vom Elsterufer, Ahorn blüht am Sportplatz, Akazien um Schloß Osterstein, Blütenhonig aus der Siedlung, Raps von den Feldern in Thieschitz und Rubitz, und dann haben wir ja auch noch den Wald in der Nähe“, weiß er. Auf diese Weise wird fünfmal entsprechend der Tracht geschleudert, und der sortenreine Honig fließt in das Glas mit der Aufschrift „Deutscher Bienenhonig – direkt vom Imker“.

Was Bienen leisten ist unbezahlbar. Sie sorgen auch für Sorten- und Artenvielfalt in der Natur und für das ökologische Gleichgewicht, helfen durch ihre Bestäubung, dass es Obst und Gemüse gibt. Deswegen appelliert Rolf Gebhardt an die Landwirtschaft, Feldränder und Wiesen nicht so schnell zu mähen, keine Pestizide zu verwenden und an alle Kleingärtner, Bienenweiden anzulegen und für eine bunte Blütenvielfalt zu sorgen.

( Helga Schubert, 28.04.2018 )

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