Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Berufsausbildung im Fokus

Hatem Hamoud kommt aus Syrien ist 19 Jahre alt und seit einem Jahr Auszubildender bei KAESER KOMPRESSOREN (KAESER) in der Leibnitzstraße. Er ist einer von 49 Azubis, die in Gera bei dem traditionellen Familienbetrieb in den Berufen Maschinen- und Anlagenfahrer, Zerspanungsmechaniker, Industriemechaniker, Industrieelektriker, Fachlagerist, Industriekaufmann und Produktiontechnologe ausgebildet werden. Alljährlich bietet der Geraer Betrieb 20 jungen Menschen eine Berufsausbildung. Insbesondere Industriemechaniker und Industriekaufmann/frau sind die am meisten frequentierten Berufe, weiß Peter Jähnert, Personalreferent des Geraer Werkes. „Leider gibt es sehr wenige weibliche Bewerber“, stellt er fest, obwohl im Zuge der Automatisierung metallverarbeitender Berufe kaum noch körperliche Arbeit an den Maschinen anfalle. Vor 140 Jahren haben Vorfahren der Familie Kaeser in Gera die Grundlagen für den heute weltweit agierenden Konzern gelegt. Von den 5700 Beschäftigten in über 100 Ländern arbeiten 371 Mitarbeiter im Geraer Kompressorenwerk. Ein Gebläse, das vorwiegend in Kläranlagen eingesetzt wird und ein Kältetrockner zur Entfernung der Luftfeuchtigkeit werden in Gera produziert.

Als soziales Engagement hat sich KAESER mit Hauptsitz in Coburg, im Zuge der Flüchtlingszuwanderung im Jahre 2015, zu jährlich 20 zusätzlichen Ausbildungsplätzen für Flüchtlinge verpflichtet. Einer dieser Azubis ist Hatem Hamoud. Er kam 2015 nach Deutschland und nutzte sofort die Chance, Deutsch zu lernen. In etwa zwei Jahren konnte er sein Sprachniveau auf den Stand B1 bringen und hat die Prüfung B2 erfolgreich absolviert. Das sei auch eine wichtige Voraussetzung für eine Ausbildung bei KAESER, erklärt Ausbilder Andreas Gromoll. „Für die Arbeiten in der Praxis während und nach der Ausbildung stellt somit die Sprache kein Problem dar. Im täglichen Umgang miteinander läuft die Verständigung jeden Tag besser. Für mich ist es spannend, wie rasant sich die Sprachkenntnisse bei Hatem entwickeln“, freut sich der Ausbilder. Mit Unterstützung durch die Berufsberatung der Arbeitsagentur konnte sich Hatem Hamoud vier Wochen lang während eines Praktikums über die Ausbildungsberufe im Werksitz Gera informieren. Letztendlich hat er sich für die zweijährige duale Ausbildung zum Industrieelektriker entschieden.

Für KAESER gehöre die Qualifikation von geeignetem Nachwuchs zu einem Hauptaugenmerk, betont Peter Jähnert. „Die Firma bildet über den eigenen Bedarf hinaus aus, denn gerade derartige Berufe sind in der Branche sehr gefragt“, erklärt er. Birgit Becker, die Chefin der Arbeitsagentur Gera-Altenburg lobte das Engagement von KAESER im Ausbildungsprozess. „In der bundesweiten Aktionswoche unter dem Motto „Ausbildung klar machen”, konnten sich Jugendliche und Eltern über Ausbildungsplätze informieren. Gut ausgebildete Fachkräfte werden dringend gesucht und haben beste Chancen am Arbeitsmarkt.“ Die positive Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt zeige sich auch bei den Ausbildungsstellen, so Birgit Becker. Auf jeden Bewerber in Gera kämen fast zwei Ausbildungsplätze. Das wären 18,7 Prozent mehr Stellen als im Vorjahr. Für das Ausbildungsjahr ab 1. Oktober könne man sich für einige Berufe bei KAESER bewerben.

Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen für März zeigen, dass dieser für 2018 noch nicht so richtig in Schwung gekommen ist. Das wäre für diesen Zeitraum nicht unüblich, betont die Agenturchefin. Dennoch sei die Zahl der Erwerbslosen gegenüber dem Vormonat leicht gesunken. Im Vergleich vom Jahr 2012 zu heute haben sich die Arbeitslosenzahlen fast halbiert. Das sei nicht allein der demografischen Entwicklung, sondern auch der guten wirtschaftlichen Lage zu verdanken. Die Stadt Gera liegt jedoch mit 9,4 Prozent Arbeitslosigkeit an zweiter Stelle ganz oben in der Statistik für Thüringen. Birgit Becker ist optimistisch, dass dieser Wert unter die neun Prozent in diesem Jahr sinken werde. Weiterhin werden kontinuierlich in fast allen Wirtschaftsbereichen Fachkräfte gesucht. Arbeitssuchende mit einer entsprechenden Ausbildung können schnell wieder vermittelt werden. Auch im Jobcenter Gera sind sinkende Leistungsempfängerzahlen zu vermelden. Die Zahl der betreuten Arbeitslosen durch das Jobcenter ging von 3.268 im Februar auf 3.250 im März zurück,

Für alle Jugendlichen, die noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind, empfiehlt Birgit Becker, sich mit der Agentur für Arbeit Gera-Altenburg in Verbindung zu setzen. Die kostenlose Durchwahl zur Berufsberatung lautet: ( (0800) 4555500.

( Wolfgang Hesse, 07.04.2018 )

zurück