Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

160 Jahre alt und ganz rüstig

Das ist ein neuer Rekord in Gera: Die „Gesellschaft von Freunden der Naturwissenschaften“ ist am 23. März 1858 gegründet worden und schaffte damit auf den Tag genau das ansehnliche Alter von 160 Jahren. Der Vereinsvorsitzende Claus Peter Creter würdigte auch den Einsatz vieler Natur- und Heimatfreunde bei der Neugründung des Vereins genau vor 25 Jahren und wieder am 23. März 1993, die ganz bewusst als Fortsetzung der alten Tradition verstanden werden will.

Die Gesellschaft war jederzeit eng mit dem Ferberschen Haus im Museum für Naturkunde verbunden. Langjährige Leiterin des Museum war Christel Russe, die die Wiedergründung des Vereins und die enge Zusammenarbeit mit dem Museum erfolgreich gefördert hat. Auch nach dem Übergang in den Ruhestand gehört Frau Russe auch heute noch dem Vorstand des Vereines an.

Die enge Verbindung von Verein und Museum hat sich über die 160 Jahre bewährt. So befindet sich das Museum für Naturkunde im ältesten noch erhaltenen „Schreiberschen Haus“. Das Gebäude war 1686/88 auf der Brandstätte eines aus dem Mittelalter stammenden Burggutes errichtet worden und ist nach einem damals bekannten Handelsherrn Schreiber benannt worden, 1847 ging das Gebäude in den Besitz der Stadt Gera über. Bis 1855 war hier das Stadtgericht untergebracht, anschließend wurde es erneut privat genutzt. 1947 wurde hier das Museum eingerichtet.

Die Gesellschaft war jederzeit eng mit dem Museum verbunden. Bekannte Namen wie die ersten Museumsleiter Alfred Auerbach und Robert Eisel waren Mitglieder in der Gesellschaft. Auch der Gymnasialprofessor Karl Theodor Liebe, der mit seinen geologischen und ornithologischen Leistungen deutschlandweite Bedeutung erhielt, Autoren wie der Lehrer und Botaniker Dr. Robert Schmidt und Pharmazierat Wilhelm Israel zählten zu aktiven Mitgliedern des Vereins, ebenso der Mineraloge Moritz Ferber und sein Sohn Walther Ferber, der Stifter des Botanischen Gartens.

Das Vereinsleben umfasste regelmäßige Sitzungsabende mit Vorträgen und Berichten sowie Exkursionen zu interessanten Naturobjekten. Bereits ab 1859 erschienen Jahresberichte als interessante Dokumentation des Vereinslebens. In 550 Beiträgen von mehr als 100 Autoren wurde ein noch heute beachtenswerter Fundus geschaffen. Einen regen Austausch gab es mit anderen Vereinen: 1936 gab es bereits 131 Tauschpartner und einen umfangreichen Zeitungsbestand. Dieser bildete die Grundlage der Gesellschaftsbibliothek, die 1907 bereits 5233 Eignungsnummern umfasste und sich zu einer naturwissenschaftlichen Fachbibliothek entwickelt hatte. Mit dem Erscheinen des Jahresberichtes 1937 endeten die Aufzeichnungen zum fruchtbaren Wirken der Gesellschaft von Freunden der Naturwissenschaften in Gera nach 80 Jahren Vereinsgeschichte.

„Die enge Verbindung zum Museum ist nach Neugründung des Vereins geblieben“, kann Vereinsvorsitzender Claus-Peter Creter während eines Pressegespräches am Jubiläumstag feststellen. In die „Positivbilanz“ eingeflossen sind die Erfahrungen von rund 70 Mitgliedern. Damit habe sich die Mitgliederanzahl stabilisiert, die Verbindung zum Museum ist geblieben, neue Sektionen wurden gebildet, so für Gehölzkunde, Kakteen und andere Sukkulenten, Insektenkunde sowie seit 2017 auch die Mitarbeit in der Regionalsektion Ost/Saale-Orla-Arbeitskreis Heimische Orchideen. Finanziell gefördert werden ferner Ausstellungen des Naturkunde-Museums. So „Gefiederte Kostbarkeiten – Der Geraer Tierpräparator Carl Feustel“, „Leben auf sechs Bäumen“ und „Bäume in Gera“. Weiterhin wurde der Ankauf von Sammlungen und Schränken des Museums unterstützt, so eine Käfersammlung von Rudi Damm, ein Sammlerschrank für Geologische Sammlungen, Kolibris aus der Sammlung Schnappauf, Sammlungsschrank für Insektenschrank von Malte Jänicke. Ohne den Verein hätte es vieles nicht gegeben. Profitiert hat auch der Botanische Garten durch Finanzierungshilfen des Vereins für die Feste und die Liebhaberpflanzenbörse im Garten sowie für die Beschilderung und das Informationssystem.

Wiederbelebt hat das Museum auch die Herausgabe von Publikationen zur Regionalforschung. Rund 40 Veröffentlichungen hat es dazu bereits gegeben. Die Broschüren sind weit über den Geraer Raum hinaus bekannt und begehrt, weil sie eine publizistische Lücke füllen. Auch daran hat Christel Russe großen Anteil.

Das Thema Botanischer Garten dürfte weiterhin auf der Tagesordnung bleiben. Schließlich ist die Anlage aus einer Stiftung des Geraer Kommerzienrates Walther Ferber (1830-1895) entstanden und nur ca. drei Minuten vom Naturkundemuseum entfernt. Die Besucher können hier rund 300 Pflanzenarten bewundern, zusätzlich viele Arzneipflanzen, Gehölze sowie eine geologische Lehrwand.

Unmittelbar an den Botanischen Garten schließt sich eine kleine ungenutzte Fläche an, die sich nach Ansicht von Claus Peter Creter und seiner Vorstandsmitglieder durchaus für eine Erweiterung des Gartens eignen würde. „Eine einmalige Chance“ bemerkte er und lässt durchblicken, dass das Geld vorhanden sei und die Stadt auch hinter dem Vorschlag stehe. Die Verhandlungen mit dem privaten Eigentümer seien allerdings schwierig.

( Reinhard Schubert, 31.03.2018 )

zurück