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Mit grünem Schal auf Station

Zeit schenken, dasein, zuhören – das haben sich die Grünen Damen und Herren am SRH Wald-Klinikum auf ihre Fahnen geschrieben. Gekennzeichnet mit einem grünen Schal und seit Neuestem mit einem grünen Button an Jacke, Hemd oder Bluse sind sie auf den Stationen unterwegs, besuchen Patienten, reden, trösten, geben Hoffnung und Rat, helfen bei Besorgungen oder begleiten bei kleinen Spaziergängen. An den Krankenbetten sind sie willkommen und Schwestern, Pfleger und das gesamte Personal zählen auf ihre unterstützende Wirkung, die sich durchaus positiv auf den Heilungsprozess auswirken kann. „Anfangs wurden wir etwas skeptisch betrachtet”, erinnert sich Margot Hertel, die 19 Jahre den Dienst versah und erste Gruppenleiterin war, „man dachte, wir wollten den Schwestern die Arbeitsplätze wegnehmen. Unser Bestreben war es jedoch, zwischenmenschliche Kontakte zu knüpfen und den ärztlichen, pflegerischen, therapeutischen und seelsorgerischen Einsatz zu unterstützen”.

Im Mai 1997 waren die Grünen Damen zum ersten Mal auf Station. Damals noch als ein kleiner Kreis. Heute sind es 35 Damen und ein Herr, die den uneigennützigen Dienst verrichten. „ Aber wir könnten gut und gerne noch 15 weitere Helferinnen und Helfer gebrauchen”, ist sich Monika Kümritz, die jetzige Einsatzleiterin sicher. 50 Leute einsetzen zu können, wäre unser Wunsch, überlegt sie. Dann könnten zwei Betreuer auf jeder Station im Einsatz sein. Bevor die Neueinsteiger ihre Arbeit verrichten können, erhalten sie zunächst eine Basisausbildung, in der sie lernen, wie man Gespräche führt, schwierige Situationen bewältigt oder mit Demenzkranken umgeht.

Dabei werden die Grünen Damen und Herren nicht allein gelassen. Pfarrerin i. R. Adelheid Mikosch, die von Anfang an viele Jahre in der Gruppe gewirkt hat, weiß das sehr gut. „Man erfährt soviel Leid und Kümmernisse, das kann man nicht immer abschütteln und es ist oft psychisch belastend. Deswegen brauchen auch alle, die hier Dienst verrichten, eine Supervision. Das ist eine Beratung mit der Klinikseelsorgerin”. Der Dienst gehöre zwar zur Evangelischen Kranken- und Altenhilfe e. V., doch könne sich jeder, auch ohne kirchlichen Hintergrund, anmelden.

In diesen Tagen trafen sich die Mitglieder der Geraer Gruppe einmal außerhalb der Stationen und begingen in fröhlicher Runde in der Kulturkantine des Wald-Klinikums das 20-jährige Jubiläum. Nicht nur Vertreter der Klinikleitung, sondern auch viele Gratulanten des öffentlichen Lebens hatten sich eingestellt. Sie alle würdigten den eigenverantwortlich organisierten Besuchs- und Lotsendienst. „Ihre Hilfe prägt das Gesicht unseres Krankenhauses”, beteuerte Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie Prof. Dr. med. Reiner Oberbeck. Er habe als Student die „extrem gute Einrichtung” kennengelernt und ist begeistert, dass das auch im Geraer Klinikum so gut funktioniert. Er bedankte sich bei allen für das persönliche Engagement. „Aus der Dankbarkeit der Patienten schöpfen wir die Kraft, so dass wir gern unseren Dienst verrichten”, erwiderte Monika Kümritz.

( Helga Schubert, 10.06.2017 )

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