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Sangesfreude und Verkündigung miteinander verbinden

Wenn zum vierten Advent in der Johanniskirche mit „Jauchzet Frohlocket“ das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach angestimmt wird, stehen die Sängerinnen und Sänger vom Heinrich-Schütz-Chor Gera auf dem Chorpodest. 70 Jahre sind inzwischen vergangen, dass dieser Chor gegründet wurde. Der damalige Kantor an der Johanniskirche Gera, Ulrich Junghans, hat 1947 diesen Chor ins Leben gerufen und ihm in Anlehnung an den unweit von Gera, in Bad Köstritz, geborenen Komponisten, den Namen von Heinrich Schütz gegeben. Schon ein Jahr später konnte das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach aufgeführt werden. Diese Tradition ist bis heute erhalten geblieben und gehört ganz selbstverständlich in die Vorweihnachtszeit.

In der Chronik des Heinrich-Schütz-Chores wurde wenig aus den Anfangsjahren dokumentiert. An ein Werk erinnern sich langjährige Chorsänger jedoch noch heute. Es war der Passionszyklus „Membra Jesu Nostri“ von Dieterich Buxtehude, den Junghans im Jahre 1972 zur Aufführung brachte.

1978 wurde Burghardt Zitzmann Kantor an der Geraer Johanniskirche. Zu dieser Zeit war Griseldis Strube bereits ein langjähriges Chormitglied. „Mir 16 Jahren nahm mich meine Mutti Elfriede Jakob das erste Mal zu den Proben mit, das war im Jahre 1962.“, erinnert sie sich. „Gerade in den 1980-er Jahren in der DDR zählte der Heinrich-Schütz-Chor mit der geistlichen Chormusik zur musikalischen Heimat vieler Christen.“ Unter der Leitung von KMD Burghardt Zitzmann wurden viele bedeutende Werke der Kirchenmusik aufgeführt. Zum 40. Bestehen des Chores und gleichzeitig zum 750. Jahrfeier der Stadt Gera 1987 erklang der „Elias“ von Felix Mendelsohn-Bartoldy in der Johanniskirche. „Nach der Grenzöffnung und auf Initiative unseres Kantors konnten wir das 50. Chorjubiläum in Geras Partnerstadt Fort Wayne, Indiana feiern.“, erzählt Griseldis Strube und nennt dies eines ihrer schönsten Erlebnisse der zurückliegenden 55 Jahre Chorzugehörigkeit.

Im Jahre 2010 übernahm Martin Hesse die Leitung des Heinrich-Schütz-Chores und wurde Kantor und Organist im Kirchenkreis Gera. Auch er widmet sich der alten und neuen Chormusik. Eine seiner neuen Ideen, der Choral Evensong, kommt aus der anglikanischen Kirche und wurde von den Chormitgliedern begeistert aufgenommen. Daraus entstand das musikalische Abendgebet des Heinrich-Schütz-Chores.

Im Rahmen von Strukturanpassungen ist Kantor Hesse seit 2014 für alle drei Innenstadtkirchen Geras verantwortlich. In diesem Zuge vereinigten sich die Kantorei St. Salvator und der Heinrich-Schütz-Chor. Jörg Ziemer ist von St. Salvator in den Gesamtchor gekommen. „Mit 25-Jahren habe ich im Kirchenchor an St. Salvator begonnen und es macht mir bis heute sehr viel Spaß“, betont Joschi, wie er im Chor genannt wird. Er findet die Zusammenarbeit mit anderen Chören wichtig und nennt mit der Aufführung des „Requiem“ von Johannes Brahm mit den Kantoreien Altenburg und Zeitz im letzten Jahr ein solch gelungenes Projekt.

Christine Mayer fand nach ihrem Studium im Chor Leute, die ihr das Einleben in Gera erleichterten. „Die 24 Jahre im Chor waren für mich prägend. Es gab und gibt immer schöne Momente bei der Chorarbeit, wenn es auch im Laufe der Zeit mal Krisen gab, aber das denke ich, ist normal.“, sagt die Chorsängerin.

Heute zählt der Chor 50 Mitglieder. In der vielgestaltigen Chorszene Geras möchte der Heinrich-Schütz-Chor den Anspruch „Soli Deo Gloria“ (Allein Gott zur Ehre) in der Chorarbeit und bei den Aufführungen zum Ausdruck bringen. „Wir möchten die Chorwerke im kirchlichen und liturgischen Kontext aufführen.“, betont Kantor Martin Hesse. „Kantaten erklingen in Gottesdiensten. Bei konzertanten Aufführungen chorsinfonischer Werke spielt immer die Einordnung im Kirchenjahr und der christliche Hintergrund eine entscheidende Rolle.“

Jubiläumskonzert „70 Jahre Heinrich-Schütz-Chor Gera“, Sonntag, 11. Juni, 17 Uhr, St. Johannis Gera, Programm: Händel – Konzert für Orgel und Orchester opus 4 Nr. 4 , „Dettinger Te Deum“, mit Heinrich-Schütz-Chor, Chorsolisten, Albert Zetzsche (Bass), Capella Jenensis auf historischen Instrumenten, Orgel und Leitung: Martin Hesse, Laudatio: Superintendent Andreas Görbert

( Wolfgang Hesse, 03.06.2017 )

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