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Upps, ein falscher Fünfziger

Das Thema Falschgeld ist ein sogenannter Dauerbrenner. Mal ist die Rede von falschen Fünzigern, mal von zahlreichen Zwei-Euro-Dubletten, die im Umlauf sind und das Leben, wohl eher die wirtschaftliche Situation der Händler aber auch der Privatpersonen, schwächen.

Jüngst erreichte die Redaktion ein Anruf eines Geraer Bürgers, der vermeintlich einen falschen Fünzig-Euro-Schein in den Händen halte und diesen zum Abdruck der Zeitung zur Verfügung stellen würde. Doch ganz so einfach ist das ja eben nicht. „Sobald Falschgeld als solches enttarnt wurde, muss es eingezogen und der zuständigen Polizeidienststelle weitergeleitet werden“, erklärt Stefanie Bärthel, Filialdirektorin der Volksbank Gera - Jena - Rudolstradt in der Leipziger Straße. Die Crux: Einen Ersatz für eine Blüte sieht weder der Händler noch die Privatperson.

Die Geschichte der Blüten, wie sie im Volksmund auch genannt werden, ist so alt wie das Zahlungsmittel selbst. Doch wie gelangt Falschgeld in Umlauf? „Über den normalen Geldkreislauf im Handel, Hotel- und Gastgewerbe und im Dienstleistungsbereich. Generell überall dort, wo Geld als Zahlungsmittel genutzt wird. Gerade bei Privatgeschäften, z.B. Ebay Kleinanzeigen, sollte beim Tausch Ware gegen Bargeld besonderes Augenmerk auf die Scheine gelegt werden”, plädiert Bärthel auf eine gewisse Sorgfaltspflicht. „Aber auch beim alltäglichen Einkauf sollte das Geld stets geprüft werden, nicht nur vom Händler”, so die Expertin und gibt ein paar Tipps für das ungeübte Auge an die Hand: „Alle Euro-Banknoten können nach dem Prinzip ‚Fühlen-Sehen-Kippen‘ auf ihre Echtheit geprüft werden. (Lesen Sie im neben stehenden Kasten detailliert die „Fühlen-Sehen-Kippen”–Methode). Zudem gibt es sogenannte Kippkarten, klein, hilfreich und praktisch für die Geldbörse, über die Plattform www.neue-euro-banknoten.eu zu bestellen.

Händler bedienen sich verschiedener Methoden um die Echtheit zu prüfen. Angefangen vom einfachen Blick im Gegenlicht bis hin zu farblosen Stiften und Markern. „Die beste und auch sicherste Variante sind jedoch Geldzählmaschinen, welche die Echtheit prüfen”, weiß die Fachfrau. Doch wie muss ich mich verhalten, wenn mir doch ein falscher Schein untergejubelt wurde? „Es ist wichtig zu wissen, woher der Schein kommt. Welchen Weg er genommen hat, dafür ist es wichtig, dass der Besitzer des Falschgeldes weiß, von wem er diesen Schein bekommen hat. Klar, diese Reise nachzuvollziehen ist sicher nicht immer leicht”, beruhigt Stefanie Bärthel, denn dem Besitzer des falschen Scheines passiert nichts, solange ihm keine kriminielle Absicht angehängt werden kann. Fakt ist, der Schein wandert zur Polizei, die Personalien des letzten Besitzers werden aufgenommen und dann beginnt die Recherchearbeit der Beamten. „Wenn eine Banknote verdächtig erscheint, sollte diese mit einer zweifelsfrei echten Banknote (aus einem Geldautomaten) abgeglichen werden. In Zweifelsfällen hilft jedes Kreditinstitut weiter. Verdächtige Noten sollten möglichst so wenig wie möglich berührt und umgehend in einem Umschlag gesteckt werden. So können Fingerabdrücke festgestellt und im besten Fall zum Täter zurückverfolgt werden”, erklärt die Filialdirektorin, fügt zugleich aber hinzu, „dass nun keine Panik ausbrechen sollte. Denn noch sind im Geraer Raum nur geringe Mengen an Falschgeld im Umlauf. Eine gesunde Aufmerksamkeit beim Nehmen und Aushändigen von Geldscheinen sollte jedoch dazu gehören.”

Auch die Europäische Zentralbank bestätigt den nach wie vor sehr geringen Anteil von Fälschungen. Im ersten Halbjahr 2016 sind 331.000 Scheine aus dem Verkehr gezogen worden, dass sind 25 Prozent weniger als in der zweiten Jahreshälfte 2015. „Gemessen an der steigenden Zahl echter Banknoten im Umlauf, mehr als 18,5 Milliarden, ist der Anteil der Fälschungen gering”, heißt es von Seiten der EZB.

In der ersten Jahreshälfte 2016 wurden die 20-Euro- (31,6 Prozent) und die 50-Euro-Banknote (48,2 Prozent) nach wie vor am häufigsten gefälscht. Am geringsten ist sowohl der Anteil der 5-Euro- (1,1 Prozent) als auch der 200-Euro (2,0 Prozent) und 500-Euro-Banknoten (1,2 Prozent). Die EZB teilt mit, dass am 4. April 2017 die neue 50-Euro-Banknote mit ihren innovativen Sicherheitsmerkmalen eingeführt werde. Weitere Informationen finden Interessierte auf der Seite der Europäischen Zentralbank: www.ecb.europa.eu

( Fanny Zölsmann, 22.10.2016 )

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