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Abstrakte Bildwelten im Quasimoment

Die Fotoarbeiten von Christiane Feser, die derzeit vom Geraer Kunstverein in seinen Räumen am Markt 8/9 gezeigt werden, dürften einmalig sein. Die aus Frankfurt am Main stammende Künstlerin gibt mit ihren Fotografien kein Abbild der Wirklichkeit, auch nicht als verfremdete Realität, sondern zeigt abstrakte Bildwelten eines fotografischen Prozesses. Somit schafft sie eine neue Realität.

Mit „Quasimomente” ist der Titel der Ausstellung sehr passend umschrieben, denn er verdeutlicht die Arbeitsweise von Christiane Feser. Es ist nicht der einzelne Moment, den sie mit der Kamera fixiert, sondern mehrere zeitliche Zustände, die in einer Arbeit zu sehen sind, so dass nicht nur zweidimensionale, sondern auch dreidimensionale abstrakte Bildgefüge entstehen.

Alle Arbeiten entstehen im Atelier der Fotokünstlerin, wo sei auch mit Schere und Faden arbeitet. Sie klebt schwarze und weiße Streifen auf die Wand, fotografiert diese, gestaltet sie neu, arbeitet mit Licht und Schatten, fotografiert diese Papiermodelle immer wieder, schafft die Kopie der Kopie, immer wieder bis ein fotografisches Unikat entsteht. Auch andere Papiermodelle mit seriellen Strukturen werden in mehreren Durchgängen einem Umformungsprozess unterzogen und mehrfach überlagernd bearbeitet. Es ist ein verwirrendes Spiel dieser Quasimomente, die Illusionen vermitteln. Der Betrachter wird auf eine scheinbar unlösbare Probe gestellt. Welcher Moment wurde dargestellt? Welcher Prozess ist die Wirklichkeit? Welche Grenzen werden überschritten? Ist es paradox?

Auf alle Fälle sind die Arbeiten einmalig und machen neugierig. Mit der ersten Ausstellung nach der Sommerpause hat der Kunstverein einen hohes Niveau für kommende Ausstellungen vorgelegt. Auf Christiane Fester und ihre großartige mit Preisen und Auszeichnungen versehene Kunst sei er durch seinen Sohn aufmerksam geworden, erzählte der Vorstandsvorsitzende des Vereins, Volker Regel. Dieser wiederum habe sie im Internet entdeckt. „Er war so begeistert, dass er eine Fotoarbeit der Künstlerin sogar als Hintergrundbild auf sein Handy geladen hat”, freute sich Volker Regel.

Gera hat die Künstlerin zuvor noch nicht gekannt, auch jetzt habe sie wenig von der Stadt gesehen, außer den Cafés am Markt, denn in den drei Tagen ihres Aufenthaltes wurde die Ausstellung aufgebaut. Für eine große speziell für die Geraer Ausstellung entwickelte Arbeit musste sogar eine Tür ausgebaut werden. Aber sie freue sich, dass ihren „Quasimomenten” so viel Interesse entgegengebracht wurde. Zum Ende der Ausstellung (bis 8. Oktober) will sie erneut nach Gera kommen, denn da ist eine Publikation geplant, die die Ergebnisse in Bild und Text dokumentieren soll. „Und da werde ich mir auf alle Fälle die Stadt ansehen”, versprach die Künstlerin.

( Helga Schubert, 03.09.2016 )

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