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Afrikaner, Deutsche, Iraker und Syrer heißen Gäste auf Osterstein willkommen

Es ist die neunte Saison im zehnten Jahr Kunstareal Schloss Osterstein. „Im vergangenen Jahr mussten wir aufgrund der insolventen Turbulenz aussetzen”, erklärt Winfried W. Wunderlich. Nun sind die Aufbauarbeiten für die neunte Saison im vollen Gange. Künstler, Helfer und Organisatoren wuseln im Areal umher. Es herrscht reges Treiben, gemäß dem diesjährigen Motto „Was uns bewegt”. „16 Künstler aus Nah und Fern stellen in den Remisen und im Amtsgebäude aus. Es sind überwiegend neue Arbeiten, viele davon sind erst im letzten Jahr entstanden”, führt Sven Schmidt aus. Er selbst bringt seine Gedanken zu den Irren und Wirren in Aleppo zum Ausdruck, in Glaskünstler Wunderlichs Gedankenwelt spielt ein Boot die tragende Rolle. „Vor zwei Jahren hätten wir darin noch eher einen mythologischen Ansatz gesehen, heute sehen wir wohl eher das Übersetzen, die Gefahr, neue Ufer, Chancen, Risiken aber auch Tod, Angst und Hoffnung”, so der Geraer Künstler, der kürzlich seinen 65. Geburtstag feierte. Hans Hirsch aus Gera zeigt eine Bilderserie alter Bunker in Deutschland, die bei dem ein oder anderen schon längst in Vergessenheit geraten sind, wohl vielleicht aber künftig wieder eine bedeutende Rolle spielen könnten – hoffen wir es nicht.

Ronny Röder aus Gera zeigt surreale Akt- und Landschaftsmalerei. „In meinem neusten Bild habe ich mich mit der Fremdenpolitik im Dritten Reich beschäftigt und ich habe mich an Märchen versucht, da kann man viel machen”, macht der junge Künstler neugierig.

Und auch eine Premiere halten die Organisatoren für die Besucher bereit. „Erstmals wird das Kunstprojekt ‚Stille Post‘ ausgestellt. Das Projekt entstand von Juni bis Dezember unter der Leitung von Birger Jesch. Birger Jesch begann ein Bild zu malen, welches er zu einem Künstler schickte. Dieser fand einen Titel für das ihm zugesandte Bild und schuff auf Basis des vorhandenen Werkes ein neues. So setzt sich die Reihe fort. Entstanden sind 31 Bilder von ebenso vielen Künstlern”, erklärt Schmidt die „Mail Art Kettenraktion”, zu sehen in der Alten Wache.

Es scheint eine durch und durch bunte Ausstellung zu werden. Denn nicht nur die Künstler sind vielseitig und deren Kunst vielartig, auch die Portiere der Ausstellungsräume sind vielfältig. Afrikaner, Deutsche, Iraker und Syrer werden die Gäste auf Schloss Osterstein von Dienstag bis Sonntag, 12 bis 18 Uhr, willkommen heißen. „Wir haben im Rahmen des Integrationsgesetzes die Möglichkeit genutzt, Migranten einen ehrenamtlichen Arbeitsplatz anzubieten”, erklärt Sven Schmidt. Gemäß der gesetzlichen Regelungen erhalten sie einen Euro je Stunde. „Es dient vorrangig der sinnvollen Beschäftigung. Es gibt immer mehr Menschen, die an mich herantreten und fragen, wo sie arbeiten könnten”, weiß Steffen Freyhardt, stellvertretender Leiter der Gemeinschaftsunterkunft. Alle sechs Migranten warten noch auf eine Entscheidung vom BAMF, dabei liegen die Wartezeiten von jüngst acht Monaten bis 22 Jahren. Aber dies ist ein anderes Thema.

Arbeiten von Tanja Pohl, Margit Rehner, Wolfgang Sobol, Mandy Rasch, Anne Worbes, Harald Alff, Jürgen Raiber, Christina Röckl, Prof. Rolf Müller, Wolfgang Schwarzentrub, Sven Schmidt, Winfried Wunderlich, Ronny Röder, Gerda Lepke und Kathrin Buskies werden vom 20. August bis 16. Oktober auf Schloss Osterstein zu sehen sein. Nicht ganz so lange, nur bis zum 18. September, kann das Ergebnis der „Stillen Post” begutachtet werden. 

( Fanny Zölsmann, 12.08.2016 )

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