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Biersteuer fällt

Um es gleich zu sagen, die Vorfreude ist verfrüht: : Nicht der Steuersatz auf das Bier fällt, sondern nur die Einnahmen aus der Biersteuer sinken. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres summierten sich die Einnahmen des Freistaates auf 10,745 Millionen Euro. Dies sind etwa 300.000 Euro weniger als im ersten Halbjahr 2015 (11,078 Millionen Euro) und sogar knapp 800.000 Euro weniger als 2014 (11,508 Millionen Euro). Damit setzt sich der rückläufige Trend der vergangenen Jahre bei dieser Landessteuer fort. (Um branchentypisch zu argumentieren: die Biersteuer trägt ca. 1 Promille zum Haushalt bei.)

Finanzministerin Heike Taubert dazu: „Die sinkenden Biersteuereinnahmen sind aber kein Thüringer Phänomen. Vielmehr werden deutschlandweit sinkende Einnahmen verbucht.“ Sie erläutert: „Im Wesentlichen ist der Rückgang auf die zunehmende Zahl alkoholischer Konkurrenzprodukte zurückzuführen, aber auch am steigenden Marktanteil alkoholfreier Biere.“ Finanzministerin Heike Taubert weiter: „Auch aus haushalterischer Sicht besteht kein Grund zur Unruhe.“ Die Biersteuer ist neben der Grunderwerbsteuer, der Lotteriesteuer und der Erbschaftsteuer eine der vier Landessteuern.

Hintergrund: Die Biersteuer ist eine der ältesten Verbrauchsteuern. Die Produktion und der Konsum von Bier wurden schon im Mittelalter in vielen deutschen Städten besteuert. Heute wird die Biersteuer durch den Zoll erhoben und anschließend an die Länder abgeführt.

Die Höhe der Biersteuer richtet sich grundsätzlich nach dem Stammwürzegehalt des Bieres, der in Grad Plato je 100 Gramm Bier gemessen wird. (Als Stammwürze bezeichnet man die Summe aller vor der Gärung in der Würze gelösten Inhaltsstoffe aus Malz und Hopfen. Diese werden beim Brauvorgang mit Hilfe von Hefe etwa jeweils zu einem Drittel in Alkohol und Kohlensäure vergoren. Das letzte Drittel ist unvergärbarer Restextrakt. Die Bezeichnung ist nach dem deutschen Chemiker Fritz Plato benannt.) Je nach Grad Plato erfolgt eine Einteilung in Steuerklassen. Der Alkoholgehalt spielt bei der Bemessung der Steuer keine Rolle. Alkoholfreies Bier unterliegt nicht der Biersteuer. Der Regelsatz der Biersteuer beträgt für einen Hektoliter Bier 0,787 Euro je Grad Plato. Ein Hektoliter übliches Vollbier wie etwa Pils, Kölsch oder Alt, mit einem Stammwürzegehalt von 12 Grad Plato, ist also mit 9,444 Euro Biersteuer belastet. Demnach werden für 0,2 Liter Bier im Glas 1,9 Cent Biersteuer fällig, für den halben Liter macht das 4,75 Cent. Kleinere Brauereien können unter bestimmten Voraussetzungen ermäßigte Steuersätze in Anspruch nehmen.

Deutschland ist das klassische Land der kleinen Brauereien. Aber auch hier scheint der weltweite Konzentrationsprozeß im Mengemnmarkt nicht aufzuhalten zu sein. Die Chance hierzulande ist auf der langen Tradition aufbauend, bewährte Produkte in höchster Qualität zu liefern. Stichwort: Reinheitsgebot und Kleinbrauerei. Alternativbrauer wollen die Gleichförmigkeit des traditionellen Biermarktes aufbrechen, müssen aber damit leben, daß Moden auch wieder vergehen. Besondere Bitternoten und exotische Beimischungen oder Fruchtnoten von Himbeeren, Kirschen, Honig, Ingwer oder Nuß und Tabak setzen zwar oft den Reit des Neuen, vermögen den Verbraucher aber meist nicht auf Dauer zu überzeugen. 

( Neues Gera, 06.08.2016 )

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