Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

35.000 Musikfreaks am Bleilochstausee

In jedem Jahr erliegen Tausende Menschen dem Lockruf der Musikfestivals. Denn was gibt es schöneres, als mit Freunden und Gleichgesinnten drei Tage lang zu Musik Acts aus aller Welt zu feiern. Auch wenn es für die meist naheliegenden Anwohner der jeweiligen Orte heißt, dass man viel Lärm ertragen muss, regt sich kaum einer über die Open Air Partys auf. Dies liegt auch daran, dass diese in den letzten zwanzig Jahren nicht nur zu einer guten Einnahmequelle für Musiker, sondern vielerorts zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor herangewachsen sind. In Thüringen sind große Festivals rar gesät, aber eines der europaweit erfolgreichsten und bekanntesten, das SonneMondSterne Festival, ist ein Paradebeispiel für das wachsende Festivalgeschäft.

In diesem Jahr feiert das SMS am größten Stausee Deutschlands, der Bleilochtalsperre, sein 20-jähriges Jubiläum. Wie schon in den vergangenen Jahren werden zwischen dem 12. und 14. August wieder mehr als 35.000 Freunde der elektronischen Musik vor einmaliger Kulisse mit über 150 Bands, Acts und DJ´s auf insgesamt neun Bühnen feiern. 46 Stunden durchweg Musik und noch ein paar Tage mehr Lärm rund um den Stausee gehören dann zur Tagesordnung. Doch einen Disput zwischen Festival und Ort gibt es nicht. So sind vor, während und nach dem Festival alle Unterkünfte in der Gegend ausgebucht, die Geschäfte vermelden Umsätze die sie im ganzen Jahr nicht erreichen und auch die Feuerwehr des Ortes feiert am Festivalwochenende das jährliche Feuerwehrfest. Für einen großen Teil der Besucher gehört das Fest zum Programm des SMS und für den Verein sind es Mehreinnahmen, die ohne Festival wohl nicht erreichbar wären. Doch nicht nur während der basslastigen Nächte ist das SMS Festival ein Wirtschaftsfaktor für Ort und Region. Viele Besucher kommen früher oder später nochmals an den Stausee, um hier mit Freunden oder Familie Urlaub zu machen. Zudem hat der Veranstalter, die Seekers Event GmbH, ihren Sitz in das beschauliche Saalburg verlegt, was dem Ort zusätzliche Einnahmen beschert. Wer hätte dies vor 20 Jahren gedacht, als die Party das erste Mal stattfand und es ungefähr 2.000 zahlende Gäste gab? Heute kommt das 20fache an Besuchern zusammen und dazu Stars aus aller Welt. David Guetta, Paul Kalkbrenner und Sven Väth geben sich hier die Klinke in die Hand. Das Jubiläum und die Erfolge sind Grund genug sich einmal mit Markus Ohm, dem Presseguru des Festivals zu unterhalten.

In diesem Jahr feiert das SMS ihren 20igsten Geburtstag. Erzähl doch mal wie das damals anfing. Wer kam auf die Idee am Stausee einen solchen Event aufzuziehen?

Das waren im Wesentlichen die Veranstalter, die das Festival auch heute noch machen. Und die Idee dahinter war, raus aus dem Club und ab in die Natur. Das war damals in diesen musikalischen Bereich noch ganz neu.

Wie hat sich SMS aus Veranstaltersicht entwickelt und verändert? Ein Festival kann man sich immer wie einen lebenden Organismus vorstellen. Keine Entwicklung zu haben, wäre Stillstand und wer will das schon? Natürlich glaube ich, dass vor 20 Jahren niemand gedacht hätte, dass SMS einmal eines der wichtigsten Festivals für elektronische Musik in Deutschland oder sogar Europa sein würde.

Wie viele Personen sind mittlerweile am Festival Wochenende im Einsatz und was tun sie alle?

Das sind inzwischen über 1.000 mit Aufgaben vom Bühnenbau, über Lichttechniker bis hin zur Security und Gastro. Und nicht zu vergessen: Die Künstler.

In diesem Sommer wurden bereits zwei Festivals wegen Unwettern abgebrochen. Kann das hier auch passieren und gibt es für solche Situationen überhaupt ein Sicherheitskonzept?

Natürlich gibt es auch für solche Dinge fertige Konzepte, die auch allen Beteiligten im Vorfeld bekannt sind.

Ist das für Euch von Freitag 18 Uhr bis Sonntag 16 Uhr reine Arbeit oder auch Vergnügen?

Natürlich ist da auch viel Spaß bei. Zum Teil gehören die Leute schon seit 20 Jahren zum Team und inzwischen ist das für viele so ein bisschen wie Ferienlager.

Stars und Sternchen der ganzen Welt geben sich hier die Klinke in die Hand. Wie geht man mit denen um? Sind die wie du und ich oder sind sie durch den Erfolg abgehoben?

Ach! Da gibt es solche und solche. Von total nett und freundlich bis sehr fordernd. Und das verhält sich nicht generell proportional zur Bekanntheit des Künstlers.

Einige sind der Meinung das die SMS einzigartig war, aber mit David Guetta und anderen Chartstürmern zu sehr in den Mainstream abdriftet und es hier nicht mehr um die Musikszene von Electro, Techno und House geht, sondern darum Massenkompatible Musik zu präsentieren. Was sagt ihr dazu?

Wir sehen uns nach wie vor als großes Schaufenster der elektronischen Musik. Und zum einen meint das eben nicht nur House und Techno und zum anderen gehören auch Acts wie David Guetta untrennbar dazu. Abgesehen davon gibt es bei uns mit mehr als 150 Künstlern so unfassbar viel Auswahl, dass für Liebhaber der spezielleren Musik gewiss eine Alternative zum Programm auf der ganz großen Bühne findet.

Ihr werdet ja nicht von Jahr zu Jahr schauen, um zu sehen ob es SMS im kommenden Sommer noch gibt. Wie weit gehen die Planungen für das Festival. Ist klar, dass man 2040 das 40. SMS am Saalburg Beach erleben kann?

Im letzten Juni haben wir einen 10-Jahres-Pachtvertrrag mit der Gemeinde unterschrieben, sodass zumindest die nächsten Auflagen gesichert sind.

( Gera/Saalburg (Lars Werner), 06.08.2016 )

zurück