Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Fotografische Reisen durch Zwischenwelten und skurrile Momente

Unbekannt ist Frank Rüdiger in Gera nicht. Gerade als Verleger verschiedener Stadteilchroniken und Stadtgeschichten ist er vielen Geraern ein Begriff. Nicht zuletzt auch durch die Romane seiner Frau Ulla Spörl, die ebenfalls in seinem Verlag erschienen sind.

Nun widmet das Museum für Angewandte Kunst, dem langjährigen Fotografen eine große Personalausstellung in der kompletten zweiten Etage des Museums.

Zu sehen sind 200 Arbeiten aus den vergangenen zehn Jahren. Das Museum zeigt Fotografiken, Fotografien und Fotokollagen von Frank Rüdiger, wobei die meisten noch nie in Gera zu sehen waren.

„Ansichtssachen, das sind für Fotograf oder Betrachter Assoziationen im Kopf“, so beschreibt Rüdiger seine Idee für diesen Namen und ist auf die Reaktionen der Besucher gespannt. „Verschiedene Bilder mögen im Kopf des Betrachters entstehen, wenn sie durch die Ausstellung wandern. Genau das ist mein Anliegen.“ Astrid Lindinger, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Kunstsammlung Gera, würdigt die langjährige Mitarbeit Frank Rüdigers und seine Verbundenheit mit dem Museum. Anfang der 90er Jahre war der studierte Museologe hier als Kustos tätig, betreute fotografische Sammlungen im Haus und hat neue Forschungsfelder aufgetan. Auf seine Initiative geht der Geraer Aenne-Biermann-Fotopreis zurück, der alle zwei Jahre vergeben wird. Zu Beginn der 1970er Jahre hat Frank Rüdiger die Fotografie für sich entdeckt und später zur Profession gebracht. Oft zieht er gezielt mit der Kamera auf Fotopirsch. „Als Fotograf muss man viel warten und lange laufen“, gibt er zu Bedenken und weiß im Vorfeld nie, was auf ihn zukommt.

Zu Ehren seines 60. Geburtstages bekommt Frank Rüdiger erstmals die Möglichkeit, seine Werke in solch umfangreicher Form dem Geraer Publikum zu präsentieren. Obwohl er bei der Ausstellung freie Hand bekam, fiel ihm die Auswahl der Fotos sehr schwer. „Da ich die Örtlichkeit hier sehr gut kenne, habe ich mich für eine thematische Abfolge der Räume entschieden“, erklärt der Fotograf und hat bei Aufbau und Realisierung selbst mit Hand angelegt. Überall kann der Besucher Lebensstationen von Frank Rüdiger entdecken. Ob ein Urlaub zwischen Elbe und Havel, der ihn zu ruhigen Landschaftaufnahmen und Festhalten der Stimmung im Morgengrauen inspiriert hat oder das Straßenleben von Nürnberg und Rom. Für Rüdiger sind es die kleinen Momente, die er festhält, Situationen der Normalität in einer außergewöhnlichen Umgebung oder umgekehrt. Dabei entstehen skurrile Bilder von liebenswerten Menschen, die in ihrem Lebensumfeld abgebildet werden. Ein pinkfarbener Dürerhase aus Nürnberg fügt sich ebenso in die Bildaussage ein, wie etwa die Momentaufnahmen der quirligen Metropole London, die für Frank Rüdiger zweite Heimat geworden ist. Fotokollagen, wie seine Zwischenwelten oder ganz besondere Blicke auf Geras Architektur regen die Fantasien des Betrachtes an. So begibt sich der Besucher mit jedem Raum in eine neue, vielfältige und heterogene Lebenserfahrung des Fotografen. Viele Bilder und Motive verbinden sich mit Geschichten. Einige davon hat Frank Rüdiger in gedruckter Form festgehalten. Über 70 Bücher sind von und mit Hilfe des Fotografen in den letzten 25 Jahren erschienen. Darunter auch „Momentaufnahmen: Jazz in der DDR – 1973 bis 1989“.

In der Ausstellung zeigt Frank Rüdiger daraus eine Auswahl von Schwarz-Weiß-Originalen mit Porträts von Jazz-Musikern und demonstriert damit die Vielfalt und Abwechslung seiner Ambitionen.

Die Besucher mögen über das Alltägliche staunen, das Besondere wahrnehmen und den einen oder anderen Fototipp für ihr eigenes Hobby gern mitnehmen, wünscht sich Frank Rüdiger. Zur Ausstellung ist ein 72-seitener Bildkatalog mit einem Text von Hans-Peter Jakobson erschienen.

( Wolfgang Hesse, 23.07.2016 )

zurück