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Es ist das Grün, warum sie bleibt


Jubel, Trubel, Heiterkeit herrschte kürzlich in und vor dem Stadtteilbüro in Bieblach-Ost. Es war nicht das erste Fest und wird auch nicht das letzte in der Schwarzburgstraße gewesen sein. Dafür allein steht schon die rührige Stadtteilmanagerin Steffi Nauber mit ihren zahlreichen engagierten, vorwiegend ehrenamtlichen Mitarbeitern, den vielen Vereinen und der Stadt Gera sowie der GWB „Elstertal“ Geraer Wohnungsbaugesellschaft mbH im Rücken. Doch diesmal war es ein ganz besonderes Fest. Seit 30 Jahren – schon oder erst – gibt es den Stadtteil Bieblach-Ost. Der jüngste Stadtteil feierte am 23. Juni 2016 seinen 30. Geburtstag.

Viele aus der Pioniergeneration, die noch ihre Gummistiefeljahre auf der Baustelle erlebten, sind heute durchaus noch sehr rüstig und sind dem Wohngebiet all die Jahre treu geblieben, obwohl sie sich gegen eine Sanierung ihrer Wohnblöcke und Wohnungen nicht sträuben würden. Andere sind weggezogen, so mancher im Stadtteil selbst umgezogen, aber es gab auch Zuzüge.

Heute zählt der Stadtteil 3.837 Bewohner. Als 1986 alles begann, riss der Strom der Möbelwagen nicht ab. Auf dem Zenit angekommen, wurde Bieblach-Ost zur Heimstadt für mehr als 12.000 Menschen.

Das Schicksal, was fast alle Plattenbauten nach der politischen Wende ereilte, blieb auch Bieblach-Ost nicht erspart. Die Einwohnerzahl schrumpfte um ca. 40 Prozent. Wohnungsleerstand prägte das Stadtteilbild, was dazu führte, dass im Rahmen des Stadtumbaus mehr als 2.300 Wohnungen zurückgebaut wurden. Der positive Aspekt war eine Aufwertung des Wohnumfeldes, verbunden mit einer positiven Entwicklung auch beim Zuzug. Bereits im Dezember 2014 wohnten in Bieblach-Ost rund 3.550 Menschen.

Eher Zufall, also kein Aprilscherz, die Grundsteinlegung am 1. April 1986. Bereits ein Jahr später fuhr die Straßenbahn bis in den jungen, dynamisch wachsenden Stadtteil. Es ging Schlag auf Schlag, Kaufhallen, Kinderkrippen, Kindergarten, Sporthallen, Schulen, Ambulanz, Pädagogische Fachschule für Kindergärtnerinnen, einschließlich Internat entstanden.

Gut erinnern an diese Zeit kann sich Anke Schönknecht. Im Januar 1987 verschlug es sie nach Bieblach-Ost, wo diedreiköpfige Familie in der Schwarzburgstraße 26 eine Drei-Raumwohnung, Küche mit Fenster, bezog, die sie heute noch bewohnt. „Es war einfach phantastisch, ein Segen, als wir den Schlüssel zu unserer neuen Wohnung in den Händen hielten. Endlich raus aus einer hässlichen 1,5-Zimmerwohnung in der Franz-Mehring-Straße. Da hat man auch in Kauf genommen, dass man oftmals mit dem Kinderwagen im Schlamm steckengeblieben ist“, erinnert sich Anke Schönknecht.

Zwischen 1987 und 2009 hat sie als Horterzieherin in Bieblach gearbeitet und heute an der Grundschule „Wilhelm Busch“ in Lusan. Im jüngsten Stadtteil von Gera wohnen, im größten Stadtteil von Gera arbeiten, für Anke Schönknecht dennoch kein Grund vom Nordosten in den Süden von Gera umzuziehen. Daran gedacht hat sie aber schon, vor allem, wenn man überall die farbenfrohen, frisch sanierten Wohnblöcke sieht mit ihren Fahrstühlen. Nicht dass sie unbedingt auf einen Fahrstuhl angewiesen sei, aber schließlich müsse man ja so langsam auch einmal ans Alter denken, verrät sie. Doch dann besinnt sie sich auf ihre Bodenständigkeit und genießt das viele Grün rund um ihren Wohnblock.

Als störend empfindet sie auch nicht, dass man um sie herum so viele verschiedene Sprachen spricht. „Ich freue mich darüber, dass es mit den Flüchtlingsfamilien im Stadtteil eine so gute Nachbarschaft gibt“, erzählt Anke Schönknecht.

Eine Sanierung ihres Wohnblocks ist derzeit nicht in Sicht. Doch eins haben die Bewohner erreicht, es wurden neue Fenster eingebaut.

Weggezogen ist auch Irmgard Otto nicht. Auch sie bezog im Januar 1987, gemeinsam mit ihrem Ehemann Wilhelm eine moderne Zwei-Raumwohnung in der Schwarzburgstraße und lebt noch heute dort. Sie arbeitete damals in der Nähe vom Wintergarten und zählte zu den regelmäßigen Nutzern der Straßenbahn.

Im Jahr 2000 wurde der Stadtteil in das Programm „Soziale Stadt“ aufgenommen und 2001 nahm das Stadtteilmanagement seine Tätigkeit auf. Als Träger fungiert die GWB „Elstertal“.

Mit der Sozial- und Rahmenplanung für Bieblach wurde 2002 die Grundlage für langfristige Entwicklungsziele zur städtebaulichen, sozialen und wirtschaftlichen Stabilisierung des Gebietes durch den Stadtrat bestätigt.

( Von Reinhard Schulze, 02.07.2016 )

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