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Gera wächst zur Studentenstadt

Mit der Ansiedlung der Berufsakademie (1996) war es also auch in Gera möglich, einen Hochschulabschluss zu erlangen. Mit dem glücklichen Umstand, dass der SRH-Bildungskonzern die Stadt Gera für den Standort seiner neuen privaten Gesundheitshochschule ausgewählt hat, besitzen wir seit 2007 eine weitere derartige Bildungseinrichtung, welche den Namen Gera damit noch stärker mit dem Thema Bildung, Wissenschaft und Forschung in Verbindung bringt. „Dies tut unserer Stadt sehr gut, hat sich doch gerade das Stadtbild in den letzten Jahren wesentlich geändert. Hier sollten sich vor allem die ewigen Nörgler mal wochentags am Nachmittag ein Bild von den vielen Jugendlichen machen, die unter anderem den BUGA-Park förmlich belagern, dort Sport treiben, sich erholen und eben zu dem Zweck nutzen, für den er geschaffen wurde”, so die Worte von Heiko Wendrich, Vorsitzender des Studentenfördervereins Gera e.V.. Neues Gera sprach mit ihm über die Umwandlung von der BA zur Dualen Hochschule. Welche Potentiale birgt dies?

Mit der Umwandlung der Berufsakademie in eine Duale Hochschule wird seitens der Landesregierung die Aufwertung der staatlichen Bildungseinrichtung konsequent fortgesetzt. So werden Nachteile in der Vermittlung eines Berufsakademieabschlusses als hochschulrechtlich gleichgestellter Abschluss abgeschafft und ein realer Hochschulabschluss für die Zukunft abgesichert. Dies stärkt die Wahrnehmung dieser Bildungseinrichtung in der Öffentlichkeit, was schon an dem vermehrten Zuspruch durch Studienwillige in diesem Jahr zu spüren ist. Unabhängig davon ist die neue Duale Hochschule mit ihrer Umwandlung nunmehr auch in der Lage Masterstudiengänge in Kooperation mit anderen Hochschulen anzubieten und auch Möglichkeiten für die Anlagerung von Forschung zu schaffen. Somit hat unseren Stadt mit diesen beiden Hochschuleinrichtungen den Anschluss an vergleichbare Oberzentren wieder herstellen können und damit einen riesigen Schritt in Richtung Zukunft gemacht. Perspektivisch könnten sich die Ansiedlung gerade dieser beiden Hochschulen für die Stadt noch weiter positiv darstellen, da es derartige Einrichtungen nicht noch einmal im Freistaat gibt. So ist die Duale Hochschule Thüringen mit ihren beiden Standort in Gera und Eisenach nach der Dualen Hochschule Baden-Württemberg überhaupt erst die zweite Einrichtung dieser Art in Deutschland und hat somit im mitteldeutschen Raum ein Alleinstellungsmerkmal. Aber auch die private Gesundheitshochschule setzt sich eindeutig gegenüber vergleichbarer Ausbildung an staatlichen Einrichtung ab.

So gehen wir auch für die Zukunft davon aus, dass sich diese beiden Hochschuleinrichtung gut entwickeln werden und damit die Zahl der Studenten in Gera auch ständig ansteigen wird.

Zudem haben wir ja auch noch die Hoffnung, dass sich in den nächsten Jahren eine weitere Hochschuleinrichtung in Gera ansiedeln wird, welche die Bereiche Kunst und Kreativität belegen würde und damit das Angebot an Studienmöglichkeiten ideal ergänzt ohne den beiden vorhandenen Schulen Konkurrenz zu machen. Der Betreiber hat bereits die vorgesehene Immobile erworben, sodass wir sehr optimistisch bzgl. der Realisierung sind.

Trotz der doch schon hohen Zahl an Studenten will ein Studentenleben in Gera nicht so richtig aufkeimen. Woran liegt dies?

Zum einen natürlich an der Art des Studiums. So ist ein Duales Studium sehr kompakt und konzentriert, da ja hier bei gleicher Zeitdauer auch immer wieder Praxisphasen absolviert werden müssen. Da bleibt nicht ganz so viel Freizeit wie bei einem Uni-Studium. Und auch beim Studium an einer privaten Hochschule ist der Kostendruck i.d.R. relativ groß, in kürzester Zeit zum Abschluss zu gelangen.

Was müssen wir tun, um studentischen Flair nach Gera zu holen?

Ich denke, wir sollten unsere Stadt in Zukunft als Studenten- und Hochschulstadt begreifen und dementsprechend veröffentlichen und vermarkten. Dann werden noch mehr junge Leute den Weg nach Gera finden und ein solches Flair wird sich dann von ganz allein entwickeln. Hier ist im wesentlichen auch Eigeninitiative der Studenten gefragt, da ja die privaten Veranstalter und Gastronomen der Stadt bereit sind mitzumachen. Natürlich ist dabei eine positive Willkommenskultur der Stadtverwaltung und von jedem einzelnen Bürger gegenüber unseren Studenten sicher auch sehr hilfreich. So ist auch das inzwischen beschlossene „Begrüßungsgeld“ für Studierende, welche nach Gera umziehen, ein Schritt in die richtige Richtung.

Die BA Gera wird sich zur Dualen Hochschule Gera – Eisenach wandeln. Welche Hürden gilt es diesbezüglich noch zu meistern?

Meines Erachtens nach keine Hürden mehr. Die offizielle Umwandlung in eine Hochschule wird Anfang August im Staatsanzeiger per Gesetz veröffentlicht und steht damit fest.

Wo könnte Gera bildungstechnisch in zehn Jahren stehen?

Wir hoffen, auf dem Niveau, was üblicherweise Oberzentren in Deutschland haben. Und natürlich bei mindestens 5.000 Studenten und dann hoffentlich drei Hochschulen. Wir werden sicher keine Universitätsstadt, aber wir wollen auch als Hochschul- und Studentenstadt überregional wahrgenommen werden, als eine Stadt, die in den Zusammenhang gebracht wird mit jungen Menschen, Bildung und Forschung.

Welche Aufgaben und Ziele hat sich der Studenten-Förderverein für die nächsten fünf Jahren gesetzt?

Wir wollen weiter daran Arbeiten, dass Gera als Hochschul- und Studentenstadt wahrgenommen wird und in dem Zusammenhang, dass selbstverständlich noch mehr junge Menschen in Gera studieren. So werden wir kurzfristig eine 80 Quadratmeter große Dauerwerbung für „Studieren in Gera“ mit der Benennung der beiden Hochschulen neben der Werbung für die Dix-Stadt Gera an den Ölbehältern an der Autobahn A 4 anbringen. Gemeinsam mit der TÜV Rheinland Schule entwickeln wir gegenwärtig mit der „GERA-Geil-App“ eine Internetplattform, auf der sich die Studierenden (und natürlich auch die Geraer) über Studentenleben, Kultur, Sport, Wohnen und Arbeiten in Gera informieren können.Darüber hinaus werden wir weiter Stipendien für Studenten bereitstellen, welche sich für ein Studium in Gera und einen Wohnsitz hier entscheiden.

Eine kurzfristige Aufgabe ist die Organisation des „Studentensommers“. Hier sind ja nicht nur Studenten sondern vor allem auch Geraer „Normalos“ gern gesehen. Was können wir erwarten?

Unsere Sommerveranstaltung, das Festival „Studentensommer 2016 – Gera trifft seine Studenten“ findet am Sonnabend, 2. Juli, ab 19 Uhr, am Hauptbahnhof im Klub „Trash“ und dem anschließenden Freigelände am Güterbahnhof statt. Alle Studenten und ebenso auch die Geraer aller Altersklassen sind eingeladen, an der Veranstaltung teilzunehmen und sich gegenseitig kennen zu lernen. Der Eintritt ist frei.

Details zum Studentensommer auf unseren Wohin in Gera Seiten.

Interview: Fanny Zölsmann

( Fanny Zölsmann, 25.06.2016 )

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