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„Das wird mein erster Bismarck“

Es sind nur wenige Schritt vom Vorplatz der Kita „Am Wald“ bergauf in Richtung Hainberg bis zu dem linker Hand stehenden Bismarckstein. Der Stein soll 1888 errichtet worden sein, mit einem Relief des Reichskanzlers und Reichsgründers von 1871, Otto von Bismarck. Der Geraer Verein Stadtwaldbrücken hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Stein zu restaurieren, ergänzt um eine Informationstafel.

Das besondere an dem Projekt ist, dass sich Gymnasiasten der Sache angenommen haben. So ließ der Fachschaftsleiter Gesichte des Karl-Theodor-Liebe-Gymnasiums, Bernd Böhme, seine „Nachwuchshistoriker“ im Kurs mit erhöhten Anforderungen der 11. Klasse Material für eine Infotafel entwerfen. Sie kreierten einen „Kontroverse-Reim“, Eckpunkte zur Person und Politik und ein Rätsel. Damit sollen auch jüngere Spaziergänger und Wanderer entlang des Geraer Lutherweges zum Stehenbleiben und zur Auseinandersetzung mit dem Bismarckstein angeregt werden.

Unterstützt wird das Schülerprogramm von der Deutschen Bank. Dazu überreichte Peggy Heuer an historischer Stätte einen symbolischen Scheck in Höhe von 500 Euro. Ebenso wichtig wie das Geld ist für die Schüler, dass ihre Ideen und ihr Engagement nicht in irgendeiner Schublade verschwinden sondern sich auf der Infotafel im Stadtwald wiederfinden.

Beim kürzlich stattgefundenen Treffen vor dem Stein zeigte der Bildhauer und Metallrestaurator Karlheinz Hütte einen Entwurf und Teile der Hartguss-Vorlage für das gusseiserne Bismarck-Medaillon. Mit einem Durchmesser von ca. 80 Zentimeter soll es am Stein im Stadtwald wieder angebracht werden, so, wie es ursprünglich 1888 vom Geraer Verschönerungsverein angelegt wurde und bis 1941 den großen deutschen Politiker zeigte.

„Das wird mein erster Bismarck“, so der Erfurter Bildhauer. Er habe schon viele historische Persönlichkeiten restauriert und auch figürlich dargestellt, aber noch keinen Bismarck. Dabei sei die Herausforderung mit den wenigen noch vorhandenen Fotos möglichst nah an die Originalplatte heranzukommen und natürlich, „muss Bismarck erkennbar sein. Nicht, dass es Verwechslungen gibt“, schmunzelt Karlheinz Hütter. „Unsere Geschichte gehört zu uns – denn Zustände von heute sind begründet in dem, was in der Vergangenheit passiert ist. Deshalb finde ich es sehr spannend, wenn hier in Gera die Auseinandersetzung mit Vergangenheit an diesem Stein stattfindet“, sagte er.

Positiv wertet auch Claudia Baumgartner, Dezernentin für Bau und Umwelt der Stadt Gera, das Projekt. „Vor allem allen Ehrenamtlichen aus den Vereinen und Privatpersonen der Grünwerkstatt sowie den Schülern danke ich im Namen der Stadt Gera für ihr Engagement für den Geraer Stadtwald.“

Zur Überraschung der Gymnasiasten, lud Karlheinz Hütter sie ein, beim Guss des Bismarck-Medaillons mit vor Ort zu sein. Doch bis zur Fertigstellung gilt es noch viel Geld einzusammeln. „Mit dem bereits gesammelten 1.600 Euro konnten wir den Arbeitsbeginn am Medaillon beauftragen. Im Moment fehlen noch gut 2.100 Euro“, sagte Heinrich-Dieter Hischer, Vorsitzender des Fördervereins Geraer Stadtwaldbrücken. Die Initiatoren hoffen auf weitere Spenden. Diese können unter dem Verwendungszweck „Bismarckstein“ auf das Konto DE36 8305 0000 0580 6859 00 bei der Sparkasse Gera-Greiz überwiesen werden. Gern erhalten die Spender eine Spendenbescheinigung. Hierfür melden sich Spender mit Namen und Adresse per E-Mail bei: h-d@hischer.eu und für Nachfragen unter ( 36820. Spender werden, deren Einverständnis vorausgesetzt, auf der Infotafel am Bismarckstein benannt.

( Reinhard Schulze, 18.06.2016 )

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