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Katja Hochstein und „Zeitgeister“

Viele Arbeitsstunden haben die Mitglieder des M1 am Mohrenplatz in die Instandsetzung der Räumlichkeiten investiert. In jedem Jahr müssen sie dies tun, denn ansonsten wären die Räume für die zahlreichen Ausstellungen nicht nutzbar. Auf Gelder aus der öffentlichen Hand können sie dabei nicht setzen, denn diese fördert Kunst immer weniger und sorgt mit ihrem Sparzwang dafür, dass diese in Gera immer mehr verschwindet, da diese fast nur noch in ehrenamtlicher Hand liegt – und das ist auf Dauer nicht tragbar. Beispielhaft wird zur Eröffnung der neuen Saison am Mohrenplatz die Höhler Biennale genannt, welche zwar noch stattfinden soll, aber durch weiteres „Todsparen“ auf eine Förderung von ca. 5.000 Euro verzichten muss. Das und einiges mehr verstehen die Kunstfreunde der Stadt nicht, denn gerade eine solche Ausstellung lockte in der Vergangenheit tausende Gäste nach Gera und mit den Sparmaßnahmen wird nun Geschaffenes ohne Sinn und Verstand wieder eingerissen.
Doch davon lassen sich die Macher der Kunstzone, auch wenn es schwerfällt, nicht beeindrucken und so hat man auch für dieses Jahr einige Ausstellungen vorbereitet. Als erstes ging die Ausstellung „Zeitgeister“ der Weimarer Künstlerin Katja Hochstein an den Start. „Es ist schön wieder zeitgenössische Kunst zeigen zu können und wir sind stolz darauf, eine solch vielseitige Künstlerin dazu gebracht zu haben, einen Querschnitt aus ihrem künstlerischen Schaffen zu zeigen. Hierzu gehören Skulpturen, Plastiken, Malerei, Zeichnungen und verschiedene mixed Media Projekte“, erklärt der Künstler Winfried Wunderlich zur Eröffnung der Ausstellung. Katja Hochstein ist an diesem Abend selbst vor Ort und freut sich über die Lobhudelei im M1 und ist doch auch betrübt darüber, dass in Gera immer weniger für Kunst getan wird, aber hofft und ist frohen Mutes, dass sich dies wieder ändert und sie mit ihrer Ausstellung dazu beitragen kann, dass die Menschen in die Kunstzone, aber auch die anderen Museen der Stadt strömen. 
1975 in Weimar geboren interessiert sie sich schon in der Kindheit für die verschiedenen Kunstarten und macht dies 1997 mit dem Studium „Freie Kunst“ an der Bauhaus Universität Weimar, zu ihrer Berufung. Nach ihrem Diplom folgen weitere Studiengänge in Hamburg, Wien und Weimar. In dieser Zeit schafft sie viele Werke in den verschiedensten Formen. In der Ausstellung zeigt Katja Hochstein jetzt eine Werkauswahl aus zwei Jahrzehnten und über zehn geschaffenen Serien in dieser Zeit. „Begriffsschöpfer der Ausstellung ist der Dichter und Philosoph Johann Gottfried Herder, der 1769 über den neuen „Zeitgeist“ in neu erschienenen Schriften schrieb. Zudem hat Goethe im ersten Teil von Faust den „Geist der Zeiten“ wie folgt beschrieben: Was ihr den Geist der Zeiten heißt, dass ist im Grund der Herren eigener Geist, in dem die Zeiten sich bespiegeln“, erklärt Katja Hochstein und fügt hinzu, dass auch ihre Ausstellung Zeitgeist eine ganze Epoche ihrer Arbeit wiederspiegelt. Doch nicht nur der Querschnitt spiegelt den Zeitgeist wieder, sondern auch in ihrer zu sehenden Skulpturenserie spiegeln sich mit den zeitversetzten Gesten der menschlichen Befindlichkeiten die Zeitgeister wieder. Zu sehen ist die Ausstellung in der Kunstzone M1 bis zum 29. Mai. Geöffnet ist hierbei von Dienstag bis Freitag von 13 bis 18 Uhr und Sonnabend und Sonntag von 12 bis 18 Uhr.

( Lars Werner, 30.04.2016 )

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