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Neue Strukturen in Stadtverwaltung

Mit Jahresbeginn ist die neue Struktur der Stadtverwaltung Gera eingeführt worden. Das „geraer wochenmagazin“ erklärt die wichtigsten Fragen – und was sich für die Bürger verändert. Warum ist eine neue Struktur notwendig?

Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn hat für die zweite Hälfte ihrer ersten Amtszeit vier Schwerpunkte gesetzt:

Konzentration auf die einheimische Wirtschaft

Ich nehme mir mehr Zeit für die Bürgerinnen und Bürger

Stärkung des Images unserer Stadt

Eine schlanke und fitte Stadtverwaltung

Die neue Struktur zielt darauf ab, dass die Stadtverwaltung noch effizienter arbeitet. Bisher war vieles aufgesplittet in kleine Bereiche. Diese „Kleinstaaterei“ hört jetzt auf, denn die Kleinteiligkeit stellte oftmals ein Hindernis dar. Das erschwerte Vertretungen in Krankheits- und Urlaubsfällen. Ein Gleichnis aus der Musik: Wenn in einem Quartett ein Musiker ausfällt, dann bleibt ein Trio. Ein Trio kann – so sehr sich die drei verbliebenen Musiker auch engagieren – kaum diesen Verlust wettmachen. Wenn wir uns aber in einem größeren Rahmen aufstellen, dann sind wir flexibler, können Arbeitsspitzen bewältigen und temporäre Ausfälle ausgleichen.

Warum die Strukturreform ab 1. Januar 2016?

Im Wesentlichen haben zwei Aspekte den Zeitpunkt beeinflusst: Befristete Vier-Jahres-Verträge mit Fachdienstleitern laufen aus. Das eröffnete die Möglichkeit, über neue Strukturen nachzudenken. Außerdem ist aus haushalttechnischen Gründen ein Wechsel zum Beginn des neuen Jahres sinnvoll. Damit ist Transparenz beim Haushaltvollzug gewährleistet.

Wie stellt sich die Oberbürgermeisterin eine schlanke und fitte Stadtverwaltung vor?

Ein Vergleich mit einer Fußballmannschaft bietet sich an. Das A und O ist: Jede Position in der Mannschaft ist wichtig – und jeder muss auf seiner Position fit sein. Fit heißt: fachlich und hochmotiviert. Wenn es auf einzelnen Positionen Veränderungen gibt, dann muss über die Mannschaftsaufstellung nachgedacht werden – genau das machen wir mit der neuen Verwaltungsstruktur. Im übertragenen Sinne wollen wir das Spiel so aufziehen, dass wir weniger Anspielstationen brauchen, um zum Erfolg zu kommen. Das setzt auch voraus, dass wir die Fehlpassquote senken.

Unter welchen Aspekten wird die Mannschaftsaufstellung „Stadt Gera“ neu geordnet?

Oberbürgermeisterin Dr. Hahn setzt auf Mannschaftsspiel – und damit auf Strukturen, die die Stadt flexibel und in Arbeitsspitzen kampagnenfähig machen – so dass wir neue Spielräume gewinnen, um flexibler auf aktuelle Herausforderungen reagieren zu können. Wir haben Vergleiche mit anderen Städten angestellt und Erfahrungen des Gemeinde- und Städtebundes genutzt. Wir führen Aufgaben zusammen, die zusammen gehören. Ein Beispiel: Bei der Erarbeitung der Maßnahmen zum neuen Stadtmarketingkonzept haben wir identifiziert, dass Kultur und Sport zu einem beträchtlichen Teil Marketingaufgaben sind. Die guten Angebote auf diesen Gebieten wollen wir noch stärker bekannt machen. Synergieeffekte sehen wir auch bei der Bündelung der Aufgaben Baurecht, Bauplanung, Vorhabenprüfung und Fördermittelmanagement, so dass wir diese Leistungen in einem Fachdienst gebündelt haben. Das Augenmerk haben wir bei den Veränderungen auch auf Aufgabengebiete gelegt, die in der Stadtverwaltung bisher teilweise „stiefmütterlich“ behandelt wurden. Das betrifft das Verwaltungsmanagement und Controlling, das im Dezernat Finanzen aufgebaut wurde.

Wie waren die Mitarbeiter einbezogen?

Die Oberbürgermeisterin hat im Vorfeld mit rund 120 Mitarbeitern gesprochen. Also nicht nur mit allen Dezernenten, sondern auch mit betroffenen Fachdienstleitern bis hin zu Sachbearbeitern. Die Verwaltungsstrukturreform erfolgt einvernehmlich mit dem Personalrat. In der Personalversammlung Anfang Dezember spielte das Thema eine große Rolle und die Oberbürgermeisterin bat die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ihre Anregungen einzubringen. „Ich halte das für wichtig – denn eine Verwaltungsstrukturreform, die am grünen Tisch verordnet wird, wird nicht erfolgreich sein“, betont Dr. Hahn.

Sind Ideen der Mitarbeiter in die Struktur eingeflossen?

Es wurde an einigen Stellen nachjustiert. Es ist ja sicherzustellen, dass keine Aufgaben verlorengehen. Und ja: Es sind Mitarbeiter-Vorschläge berücksichtigt worden. So war von Mitarbeitern der Museen und Kulturförderung angeregt worden, dass ihr Bereich mit in den Fachdienst Presse, Marketing, Kultur und Sport wechselt. Sie begründeten das damit, dass es bereits bisher viele Schnittstellen zwischen diesen Bereichen gab und es deshalb sinnvoll sei, die Kulturförderung hier anzusiedeln. Solche fachlichen Argumente sind natürlich beachtet und umgesetzt worden.

Welche Ziele verfolgt die Verwaltungsstrukturreform?

Wir wollen effizienter werden und die Entscheidungsgeschwindigkeit erhöhen. Das heißt auch, dass Ermessensspielräume im Interesse der Bürgerinnen und Bürger besser genutzt werden. Das bedeutet auch, dass die Vorgesetzten eine höhere Verantwortung haben und diese auch nutzen. Wir brauchen gute Chefs, die mit ihren Mitarbeitern reden und die ihnen zuhören können, die vorleben, was sie von ihren Mitarbeitern verlangen.

Verursacht die Strukturreform höhere Personalkosten?

Bisher waren alle Führungskräfte in einheitlichen Vergütungsgruppen eingestuft – egal, welche Aufgabe sie haben oder für wieviele Mitarbeiter sie Verantwortung tragen. Wir haben uns die Aufgaben und die Verantwortung jedes Vorgesetzten angesehen, analysiert und neu und auch niedriger eingestuft. Ausdrücklich ist zu betonen, dass keine betriebsbedingten bzw. Änderungskündigungen vorgenommen wurden.

Ist zum Jahresbeginn gewissermaßen „über Nacht“ alles anders geworden?

Die Umsetzung der Strukturreform wird eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen. Wir werden uns diese Zeit nehmen – hier zählt Gründlichkeit vor Schnelligkeit. Auch hier ein Beispiel aus dem Fußball: Wenn der Trainer ein neues Spielsystem einführt, dann prüft er auch, wie sich das auf dem Platz bewährt. Was zählt: Wir wollen für unsere Stadt und damit für unsere Einwohner punkten. Und es ist wie im Fußball: Es ist egal, wer die Tore schießt – der Erfolg zählt.

Wie finden Bürger ihren neuen Ansprechpartner?

Der StadtService im H 35 ist und bleibt die bekannte und bewährte Anlaufstelle für Bürgeranfragen. Da ändert sich nichts. Gleiches gilt auch für die Zulassungsstelle. Im Zweifelsfall sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung gern bereit, den entsprechenden Kontakt zu vermitteln.

( Gera (gw), 16.01.2016 )

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