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Kinder lehnen Gewalt in Filmen ab

"Mir hat nicht gefallen, dass ein Huhn gestorben ist, mir hat gefallen, dass ein Huhn geflohen ist." So kurz kann Kritik sein. Mit dieser Einschätzung zum Film "Chicken run" bewarb sich ein Kind für die künftige Jury des jungen Publikums beim Goldenen Spatz. 32 Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 13 Jahren wurden von den Fachbetreuern Ina Brandt (Sozialarbeiterin), Usch Luhn (Autorin und Dramaturgin), Thomas Gröper (Kinderkino Wunderlampe) und Katharina Richter (Studentin Erziehungswissenschaften) um Projektleiterin Rebecca Maier (Medienpädagogin) ausgewählt. Obwohl die Zahl der Bewerbungen mit 138 geringer war als in den Jahren zuvor, sei die Auswahl trotzdem schwer gefallen, waren sich alle einig. Da die Antworten der Kinder auf den Fragebögen allesamt sehr pfiffig, kritisch und neugierig seien, habe man es sich nicht leicht gemacht.
In den geringeren Einsendungen sieht Festivalleiterin Margret Albers als eine mögliche Ursache den verstärkten Leistungsdruck in den Schule an. Die Kinder seien mit Schulstoff, Sport, Musikstunden und anderen Beschäftigungen so voll gepackt, dass sie sich nicht trauen, da für zehn Tage auszuklinken. Vielleicht reize auch nicht mehr so das Erlebnis, das Abenteuer und das Unkalkulierbare. Schließlich müssten sich die Kinder von zu Hause wegbegeben und wissen nicht, was sie in Gera erwartet, rätselte das Team weiter.
Doch nun stehen die 32 Kinder fest. Außer aus dem Saarland und Mecklenburg-Vorpommern sind 9 bis 13jährige Film- und Fernsehfans aus allen Bundesländern dabei. Wie stets hatten auch diesmal mehr Mädchen und Jungen zur Feder gegriffen. Die Fachbetreuer hoffen, die richtige und kompetente Auswahl getroffen zu haben. Auffallend sei gewesen, dass wieder mehr Spielfilme statt Fernsehbeiträge im Rennen sind. Als Lieblingsfilme wurden "Pünktchen und Anton", "Das doppelte Lottchen", "Der Grinch" oder "Pokémon" angegeben. Im Fernsehen locken Wissenschaftsmagazine wie "Welt der Wunder", "Galileo"oder die Serie "Schloss Einstein" und Zeichentrickserien. Usch Luhn stellte fest, dass die Kinder sich gegen Brutalität und Gewalt in Filmen aussprechen. Heftige Ausdrücke wurden kritisiert, Streitereien im Elternhaus und Frechheiten, statt dessen wünschen sich die jungen Zuschauer Filme, die Geborgenheit vermitteln, eine gut ausgehende bzw. aufgelöste Geschichte und auch Geschichten über behinderte Kinder. - Da sollten die Film- und Fernsehmacher doch einmal bei ihnen in die Schule gehen. Welche Filme oder Fernsehbeiträge werden also in Gera beim Spatzenfestival vom 25. Bis 31. März das Rennen machen? Die Kinderjury muss dann ihre Entscheidungen treffen. Man darf gespannt sein.

( NG/hs, 27.01.2001 )

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